Donnerstag , 18 Oktober 2018
Top 20 Pharmaunternehmen u.a. Bayer, Gilead, Novo Nordisk, Novartis & Roche

Top 20 Pharmaunternehmen u.a. Bayer, Gilead, Novo Nordisk, Novartis & Roche

„Big is beautiful“ – dieser Spruch gilt für kaum eine Branche mehr als fürs Pharma-Business. Etliche Fusionen und Übernahmen stehen für diese Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren exemplarisch. Dabei hat Größe hier tatsächlich etliche Vorteile: Abgesehen von Synergien in der Produktion und Verwaltung, sind es vor allem die immer größer werdenden Forschungsbudgets, die im Wettbewerb entscheidend sind. Dazu kommt: Unternehmen gewinnen nicht unbedingt wegen einer besseren Wirksamkeit ihrer Medikamente Marktanteile, sondern weil sie schlichtweg den größeren Vertrieb haben und global präsent sind. Im vergangenen Jahr haben die großen Pharmaunternehmen ihre Umsätze und Gewinne deutlich steigern können. Der kumulierte Umsatz der Top-20-Unternehmen kletterte um 3,9% auf 351 Mrd. Euro, wie das Beratungsunternehmen EY jüngst errechnete. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte überproportional um 6,3% auf etwa 120 Mrd. Euro zu. Hierfür werden vor allem Kostensenkungen und Restrukturierungsprogramme angeführt.

Übernahmen bleiben en vogue

Die M&A-Aktivitäten der Pharmakonzerne bleiben auch weiterhin ein sicheres Geschäft für Investmentbanker und Wirtschaftskanzleien. 2014 wurden Zukäufe und Fusionen im Volumen von 300 Mrd. Euro abgewickelt. Das ist etwa so viel wie in den drei vorhergehenden Jahren zusammen. Und der Markt bleibt in Bewegung: im ersten Quartal 2015 kauften die Konzerne bereits für fast 100 Mrd. Euro zu. Der Trend geht dabei weg von einer breiten Aufstellung in verschiedenen Anwendungsgebieten. Die Konzerne wollen sich mehr auf wenige Spezialgebiete fokussieren.

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Größe zahlt sich aus

Das Größe sich auszahlt, wird auch an den Gewinnmargen deutlich. Im Durchschnitt lag die EBIT-Marge bei 25%. Die Top-10-Unternehmen konnten ihre Marge aber von 26,9% auf 28,1% verbessern. Die nachfolgenden zehn Unternehmen kommen auf 19,6%. Das profitabelste Unternehmen war 2014 übrigens die US-amerikanische Gilead Sciences. Sie konnte das EBIT von 3,4 Mrd. Euro auf 11,8 Mrd. Euro verdreifachen. Die EBIT-Marge liegt bei stolzen 63%. Hier folgen Biogen und Novo Nordisk mit jeweils 40%. Eine wichtige Rolle spielen übrigens Blockbuster, also Medikamente mit einem Umsatz von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Sie machten bei allen Pharmaunternehmen 62% des Umsatzes aus. Und auch bei den F&E-Ausgaben wird geklotzt. Alle 20 in der Tabelle genannten Titel gaben im vergangenen Jahr 64 Mrd. Euro in diesem Bereich aus. Die F&E-Quote lag recht stabil bei 18,5%. Insgesamt befanden sich 3.592 neue Wirkstoffe in der Entwicklung oder bereits in der Zulassungsphase. 2013 waren es mit 2.768 deutlich weniger. Größte Umsatzbringer bleiben Medikamente gegen Krebs und Immunkrankheiten. In diesem Segment generierten die Top-20-Konzerne zusammen 94,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 88,7 Mrd. Euro). Danach folgen Mittel gegen Herz-Kreislauf und Stoffwechselkrankheiten (71,3 Mrd. Euro).

Deutschland nur auf den hinteren Plätzen

Während früher deutsche Unternehmen den Pharmamarkt mitdominierten, ist die Bedeutung heute zurückgegangen. Mit Bayer und Merck KgaA schaffen es lediglich zwei Unternehmen in die Top-20, und da auch nur auf die Plätze 13 und 20. Das ist für den Standort Deutschland doppelt schade. Zum einen erwirtschaften Pharmakonzerne hohe Gewinne (siehe oben) und zahlen somit auch ordentlich Steuern. Zum anderen bietet die Pharmabranche viele hochqualifizierte Jobs. Der Bedeutungsverlust Deutschlands dürfte in dieser Branche anhalten. Nächste Kaufkandidaten für uns sind mittelständische Unternehmen wie die börsennotierte Stada, die sich im Generika-Geschäft tummelt.

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Bilder: Unternehmen & Wikimedia Commons
Titelbild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
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