Donnerstag , 15 November 2018
Wincor Nixdorf: Warten auf die alte Welt

Wincor Nixdorf: Warten auf die alte Welt

Europas Wirtschaft schwächelt. Das ist nichts Neues und das trifft vor allem die immer noch von der Finanzkrise gebeutelten Kreditinstitute. Dementsprechend hält sich das Bankgewerbe mit Investitionen in neue Technik zurück. Und das bekommt auch Wincor Nixdorf (50 Euro; DE000A0CAYB2) zu spüren. Die Ostwestfalen sind führend bei der Produktion von Geldautomaten und Kassensystemen. Trotz des Gegenwinds aus dem Heimatmarkt Europa aber haben sie sich zuletzt wacker geschlagen: In dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 konnte der Umsatz um 5,2% auf 2,47 Mrd. Euro gesteigert werden. Bei den Ergebniskennzahlen gelangen zudem deutliche Verbesserungen. Das EBITA stieg überproportional um 30,7% auf 132 Mio. Euro. Unterm Strich verblieb ein Nettogewinn von 88 Mio. Euro (+40%).

Wachstum in den Schwellenländern

Die deutliche Verbesserung liegt vor allem an zwei Faktoren. Zum einen musste der Konzern im vergangenen Jahr einen heftigen Gewinneinbruch hinnehmen, dementsprechend niedrig lag die Latte. Zum anderen aber kann die Schwäche in Europa durch Wachstum in Schwellenländern kompensiert werden. Und das soll auch so bleiben: „Unser Wachstum in Schwellenländern wird auch im laufenden Geschäftsjahr 2013/2014 die andauernde Investitionszurückhaltung im europäischen Markt ausgleichen“, so Vorstandschef Eckard Heidloff bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen. Allerdings sei dieses Geschäft mit anhaltendem Margendruck verbunden. Neben den Emerging Markets setzt das Unternehmen aus Paderborn seine Hoffnungen auf das Software-Segment. Hier sollen die Einnahmen in den nächsten fünf Jahren auf mehr als 600 Mio. Euro verdoppelt werden. Wincor will sich als Anbieter von mobilen Zahlungsdienstleistungen etablieren und vom Boom des Bezahlens mit dem Handy profitieren. Allerdings gibt es auch ein paar Hoffnungsschimmer im Stammland. So stellt die schwedische Möbel-Kette Ikea sämtliche Bezahlsysteme in den nächsten zwei Jahren auf Wincor-Technik um.

Höhere Dividende

Die gute Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr reicht das Unternehmen auch an die Aktionäre weiter. So wird den Anteilseignern auf der Hauptversammlung Mitte Januar eine Dividende von 1,48 Euro je Aktie vorgeschlagen. Im Vorjahr waren es nur 1,05 Euro. Damit liegt die aktuelle Dividendenrendite bei knapp 3%. Daneben kann Wincor auch bei anderen Kennzahlen punkten. So liegt das 2014er KGV bei grob 11. Beim Umsatz rechnen Analysten im Konsens mit einer leichten Verbesserung auf 2,57 Mrd. Euro. Oben drauf könnte es im neuen Geschäftsjahr durch den Verkauf eines nicht mehr benötigten Werksgeländes in Singapur zu einer Sondereinnahme in Höhe von rund 15 Mio. Euro kommen.

Kommt der charttechnische Durchbruch?

Die Aktie hat zwar dieses Jahr schon kräftig zugelegt, im Sommer aber scheiterte der Titel mehrfach an der 50 Euro-Marke. Wenn nun der Durchbruch gelingt, ist der Weg charttechnisch bis zum Bereich um 60 Euro frei. Die vergleichsweise niedrige Bewertung und die attraktive Dividende sollten dies ermöglichen.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 54

Bild: Wincor Nixdorf

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