Samstag , 24 Juni 2017
Marktkommentar vom 04.09.2013

Marktkommentar vom 04.09.2013

Liebe Leser!

Glück gehabt, wird sich wohl mancher Bürger Syriens gedacht haben. Und auch viele Anleger dürften so oder ähnlich gedacht haben, nachdem US-Präsident Barack Obama seine Führungsqualitäten unter Beweis stellte und de-facto dem Kongress die Entscheidung über die Bombardierung Syriens überließ. Dennoch scheint ein Eingriff festzustehen. Auch dort ist die Mehrheit für einen Angriff aus der Luft. Die Börsen haben Anfang der Woche kurz aufgeatmet, als die Attacke verschoben wurde. Dennoch bleiben die Märkte nervös. Vor allem institutionelle Investoren sind sehr vorsichtig, wie uns berichtet wird. Die Angst vor einem Krieg ist spürbar und niemand vermag vorherzusagen, ob sich dieser Konflikt nicht ausweitet (Reaktion Assad, Israel, Iran?). Das ist zwar auch bei vorherigen Angriffen der USA in Nah- und Mittelost nicht eingetreten, aber: Geschichte wiederholt sich nur selten.

ITK: Die Lager sammeln sich

Abseits des Kriegsgetrommels spielten Übernahmen diese Woche eine wichtige Rolle. Microsoft schluckt die Handysparte von Nokia und wagt sich somit als Anbieter in den heiß umkämpften Mobilfunkmarkt. Dort wiederum sitzt Vodafone auf einem dicken Finanzpolster, nachdem man gerade seine US-Tochter verkauft hat. Nun gilt es klug zu investieren. Die Gemengelage macht aber eines deutlich: Im IT-Sektor ist der Wille groß, von Seiten Microsoft, Facebook, Apple & Co., die Macht des Suchmaschinenriesen Google zu brechen. Auf der anderen Seite verbünden sich so manche im Mobilfunkmarkt gegen Margenkönig Apple. Dazu kommen dann finanzstarke Konzerne wie Samsung oder der reichste Mann der Welt, Carlos Slim, der ebenfalls mitsprechen und –verdienen will. Nach Jahren sinkender Margen könnte im Telefonmarkt nun ein Kampf um Marktanteile mittels Übernahmen losbrechen. Für Anleger heißt das: Verdient wird mit jenen Aktien, um die sich die Bieter balgen. Die Käufer sind in der Regel kein Investment wert.

Öl und Gold bleiben im Fokus

An den Rohstoffmärkten bleiben vor allem Öl und Gold im Fokus der Anleger. Die Syrienkrise sorgt wieder für deutlich mehr Nachfrage. Bei Öl kommt aber noch die schwache Angebotslage hinzu, insbesondere bei der Sorte Brent. Der Preisunterschied zum amerikanischen WTI hat sich bereits vergrößert. Charttechnisch sind die Hochs aus 2011 und 2012 wieder in Reichweite. Damals war es ebenfalls der Nahe Osten (Arabischer Frühling, Libyen-Krieg), der für Notierungen von bis zu 125 US-Dollar je Barrel sorgte. Ob es dieses Mal auch so weit kommt, hängt sicherlich von der Schwere der Attacke der Amerikaner und der Reaktion des Assad-Regimes ab. Klar scheint derzeit, dass die Notierung nach unten gut abgesichert ist. Beim Goldpreis ist es ebenfalls die Unsicherheit, die für Käufe sorgt. Dass das Edelmetall aber nicht nur deshalb ein Investment wert ist, lesen Sie in unserem heutigen Gastbeitrag auf Seite 5. Eine angenehme Wochenlektüre wünscht Ihnen

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

AUS INVESTOR MAGAZIN AUSGABE 42

Bild: Martin Kolb / pixelio
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