Dienstag , 23 Januar 2018
Editorial vom 05.03.2014

Editorial vom 05.03.2014

Liebe Leser!

Wir müssen uns wohl oder übel auch auf dem Parkett mit dem Konflikt rund um die Ukraine befassen. Das Säbelrasseln am Wochenende führte zu einem kräftigen Einbruch an den Aktienmärkten. Am Dienstag machten die Indizes ihre Verluste dann größtenteils wett, weil Wladimir Putin versöhnliche Signale sendete. So einfach ist die Börse gestrickt. Klar ist: Die Ukraine an sich ist keine Bedrohung für die Weltwirtschaft. Allerdings dürften Sanktionen gegen Russland vor allem Westeuropa hart treffen. Wir finden: es ist ziemlich arrogant, zu glauben, dass man mit Sanktionen hier etwas erreicht. Angesichts der historischen Bedeutung der Krim für Russland und einer Bevölkerungsmehrheit, die lieber nach Moskau als Kiew blickt, stellt sich schon die Frage, was diese Maßnahmen bewirken sollen. Wir rechnen damit, dass die Krim russisch dominiert bleibt und künftig entweder den Anschluss sucht oder sich große Autonomierechte gegenüber Kiew sichert. Selbst eine Aufspaltung der Ukraine in Ost und West ist nicht abwegig. Alles andere ist Traumdenken in Berlin, Brüssel und Washington. Der Konflikt zeigt unseres Erachtens aber auch, wie wenig strategisch gedacht wird bei unseren politischen Eliten und wie sehr die Propaganda der Massenmedien dafür sorgt, schnell in altes Kalter-Kriegs-Denken zu verfallen. Das sollte man angesichts der eigenen Fehler und der gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit bleiben lassen. Vielmehr muss man sich fragen, wer in Kiew derzeit wirklich herrscht? Allzu demokratisch erscheinen uns die dortigen Kräfte nicht.

Kein Aktionärsvolk

Die Deutschen werden einfach kein Aktionärsvolk. Die jüngsten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeigen, dass zwar wie im Vorjahr rund 4,6 Mio. Menschen hierzulande in Aktien investiert sind. Die Deutschen kehrten aber zahlreich Aktienfonds aus ihren Depots, so dass die Zahl der direkten und indirekten Aktionäre von 14,7% auf 13,8% sank. Wenn nur noch knapp jeder siebte Bürger in Unternehmen investiert, wird sich die aufziehende Altersarmut wohl verschärfen. Besonders deutlich wird das bei der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen. 2001 waren laut DAI noch 17,5% in Aktien oder Aktienfonds investiert. Aktuell sind es nur noch 8,7%. Dabei hat insbesondere diese Altersklasse die besten Voraussetzungen. Bis zur Rente sind es noch 30 bis 45 Jahre. Wer diesen Anlagehorizont nicht nutzt, darf sich nicht darüber beklagen, wenn das über Sparbücher und Lebensversicherungen angesparte Vermögen später nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu halten.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Martin Kolb / pixelio.de
Nach oben scrollen