Dienstag , 23 Oktober 2018
Gamigo: Online-Spiele am Bondmarkt

Gamigo: Online-Spiele am Bondmarkt

Der Markt für Mittelstandsanleihen trifft offenbar immer noch auf genug Nachfrager. Die von uns zuletzt vorgestellten Bonds (DF Deutsche Forfait, Sanha) waren so begehrt, dass die Zeichnungsphase noch am ersten Vormittag vorzeitig beendet wurde. Alle Papiere waren platziert. Von der Jagd der Anleger nach hohen Zinsen will auch der Online-Spiele-Anbieter Gamigo profitieren. Das Unternehmen plant die Emission einer Anleihe (WKN: A1TNJY) im Volumen von 15 Mio. Euro. Die Zeichnungsfrist hat am heutigen Mittwoch begonnen und soll noch bis voraussichtlich 18. Juni laufen. Gamigo bietet einen attraktiven Kupon von 8,5%. Da die Zinszahlung vierteljährlich erfolgt, ergibt sich eine effektive Rendite von 8,775%.

Was macht Gamigo?

Gamigo hat als Unternehmen schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst startete man im Jahr 2000 als Magazin und nahm dann das Distributing und Publishing von Spielen hinzu. Mit der Übernahme durch Axel Springer zog aber der Größenwahn ein. Man wollte selbst Spiele entwickeln und scheiterte daran. Inzwischen hat der frühere Bob-Mobile-CEO Remco Westermann das Ruder und den größten Teil der Anteile von Gamigo übernommen. Der erfahrene Niederländer leitete die strategische Wende ein. Gamigo ist heute mit drei Online-Spielen am Markt vertreten. Einnahmen werden durch den Verkauf von sogenannten Items (Gegenstände im Spiel) erzielt, die die Spieler für wenig Geld erwerben können. Zusätzlich sorgen Werbung, Premium-Spielekonten und Abonnements für Klingeln in der Kasse. Insgesamt nahm das Unternehmen 2012 rund 14,9 Mio. Euro ein, unterm Strich verblieb ein Gewinn von 0,8 Mio. Euro. In den nächsten Jahren will Gamigo aber das starke Marktwachstum zur Expansion nutzen. Neben der Lancierung von weiteren Spielen und deren Vermarktung setzt Gamigo auch auf Übernahmen. So könnte ein Teil des Emissionserlöses hierfür genutzt werden. Dabei profitiert das Unternehmen schon heute von hohen Margen dank Skaleneffekten und will zudem die Erlöse im Bereich der mobilen Anwendungen deutlich erhöhen.

Boomender Online-Spiele-Markt

Für das Unternehmen sprechen die hohe Eigenkapitalquote (rund 47%) und die großen Chancen im Online-Spiele-Markt. Beobachter rechnen mit einer Verdopplung der Ausgaben bei Online-Spielen von 2011 bis 2016. Davon könnten die Hanseaten profitieren.

Bild: Gamigo
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