Sonntag , 17 Februar 2019
B2Gold – Aggressives Wachstum, aber nicht um jeden Preis

B2Gold – Aggressives Wachstum, aber nicht um jeden Preis

Treue Leser haben es längst bemerkt. In den letzten Monaten hat sich unser Fokus mehr und mehr verschoben. So diktiert das aktuelle Marktumfeld, dass wir uns auf Werte konzentrieren, die im Entwicklungsprozess weiter vorangeschritten sind. Da es die sogenannten „grassroots“-Explorer aktuell schwer haben, Kapital aufzunehmen, schauen wir vermehrt, aber nicht ausschließlich, auf Unternehmen, die bereits erste Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien vorweisen können. Das Risiko ist hier als geringer einzuschätzen. Einige Schritte weiter im Entwicklungsprozess ist unser heutiger Wert: B2Gold. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. CAD und drei produzierenden Minen sind die Kanadier bereits in der Gruppe der Tier II Produzenten einzuordnen. Danach kommen nur noch die Großen, wie Barrick Gold oder Goldcorp.

Projekte sind auf dem Globus verteilt

Wie bei keinem anderen Goldproduzenten liegen die Minen und Projekte von B2Gold in der Welt verstreut. In Nicaragua betreiben die Kanadier zwei Minen (La Libertad und El Limon). Eine weitere Mine liegt auf den Philippinen (Masbate) und in Namibia steht die Otjikoto-Mine kurz vor der kommerziellen Produktion. Ein erster Goldbarren wurde bereits Mitte Dezember gegossen. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über Projekte in Mali (Fekola), Burkina Faso (Kiaka) und Kolumbien. In Südamerika arbeitet B2Gold im Rahmen eines 49/51 Joint-Ventures mit AngloGold Ashanti zusammen. Die Goldproduktion wird sich 2014 auf 380,000 Unzen belaufen. Trotz eines enttäuschenden dritten Quartals bei den Minen Masbate und El Limon sollte die Guidance für das Gesamtjahr eingehalten werden. Beide Minen sind mittlerweile wieder „on track“ und das Q4 könnte insgesamt positiv überraschen.

Aggressives Wachstum bis 2017

Wie bereits erwähnt, nimmt derzeit in Namibia die vierte Mine ihren Betrieb auf. Die Otjikoto-Mine soll in den ersten fünf Jahren jährlich bis zu 141.000 Unzen Gold produzieren und es besteht die Möglichkeit, die Produktion noch auszuweiten. Des Weiteren sicherte sich B2Gold im September letzten Jahres mit der Übernahme von Papillon Resources (siehe Ausgabe 79) das Fekola Projekt in Mali. Der Bau der Mine soll bereits 2015 beginnen und könnte nach zwei Jahren Bauzeit bis zu 306.000 Unzen Gold jährlich zur Gesamtproduktion beisteuern. Die Baukosten werden mit 292 Mio. CAD angegeben. Wichtig sind auch die niedrigen Betriebskosten von 580 US-Dollar je Unze Gold, die einen positiven Effekt auf die konzernweiten Betriebskosten haben werden. Mit Fekola als neues Flaggschiff plant B2Gold die Produktion von 380.000 Unzen im vergangenen Jahr um fast 140% auf 910.000 im Jahr 2017 zu steigern. CEO Clive Johnson hat dem Unternehmen zwar einen strikten Wachstumskurs verordnet, aber dieser soll nicht um jeden Preis umgesetzt werden. So wird unter anderem das Joint-Venture in Kolumbien aktuell nicht weiter verfolgt, da die Baukosten bei über 1 Mrd. US-Dollar liegen und im derzeitigen Goldpreisumfeld nicht finanzierbar sind. Auch das Kiaka-Projekt in Burkina Faso soll erst zu einem späteren Zeitpunkt angegangen werden. Hier lägen die Betriebskosten bei 671 US-Dollar je Unze und würden aktuell kaum Marge abwerfen. Sollte sich der Goldpreis aber wieder Richtung 1.500 US-Dollar bewegen, wäre das Unternehmen mit beiden Projekten sehr gut positioniert.

Auch finanziell solide aufgestellt

Zwar musste man nach dem dritten Quartal die Jahresprognose erstmals in vier Jahren senken, doch finanziell sieht es weiterhin gut aus. Derzeit verfügt B2Gold über 175 Mio. CAD in Cash. Dem stehen Schulden in Höhe von 390 Mio. CAD gegenüber. Zum Bau der Fekola-Mine wird sich B2Gold nochmals an den Markt wenden müssen. Wir rechnen allerdings nicht mit der Ausgabe neuer Aktien und somit keiner weiteren Verwässerung. Die Aktie (2,32 CAD; CA11777Q2099) zeigt erste Erholungszeichen und die Analysten von Raymond James und Canaccord halten Kursziele von 3,75 CAD bzw. 3,50 CAD für realistisch.

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Bild: B2Gold
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