Donnerstag , 29 Juni 2017
Editorial: China vs. Griechenland – selektive Wahrnehmung!

Editorial: China vs. Griechenland – selektive Wahrnehmung!

Liebe Leser!

Es ist schon erstaunlich. Die europäischen Aktien- und Anleihemärkte korrelieren stärker mit der Krise in Hellas als mit dem, was derzeit an Chinas Aktienmärkten passiert. Denn dort haben die Unternehmenspapiere nach einem steilen Anstieg innerhalb von wenigen Wochen rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Auch Gegenmaßnahmen der Regierung fruchten bisher nicht. Heute Nacht eröffnete der Shanghai Composite mit einem Minus von 8%, konnte aber die Verluste im Handelsverlauf etwas reduzieren. Dennoch wurde der Handel von über 1.250 Aktien vorübergehend ausgesetzt, um die Panik zu stoppen. Sie bringen es zusammen auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 2 Billionen US-Dollar. Wenn man diese beiden Ereignisse vergleicht, kann man getrost von einer selektiven Wahrnehmung der Investoren sprechen. Nur um das mal zu verdeutlichen. Griechenland steht für etwa 2% der Wirtschaftsleistung des gesamten Euro-Raums. Deutschland alleine aber exportierte 2014 Waren im Wert von 75 Mrd. Euro in die Volksrepublik.

Rohstoffpreise brechen ein

Deutlich spürbar ist der China-Sturm dagegen an den Rohstoffmärkten. Das Land ist bei den meisten Industriemetallen der größte oder zweitgrößte Importeur. So fiel der Kupferpreis auf ein Sechsjahrestief. China steht für etwa 40% des Weltkupfermarktes. Der Ölpreis crashte ebenfalls und selbst Gold und Silber wiesen teils hohe Verluste auf. Für gewiefte Anleger bieten sich in den nächsten Wochen dadurch große Chancen. Wenn die chinesische Wirtschaft nicht von der Panik auf dem Parkett angesteckt wird, davon gehen wir derzeit aus, sind die Kursverluste am Rohstoffmarkt übertrieben und Anleger sollten sich bei einer Beruhigung der Lage auf der Käuferseite entsprechend positionieren.

Eine gute Handelswoche wünscht Ihnen

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Bild: geralt / pixabay
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