Samstag , 20 Oktober 2018
Aktie der Woche: Wirecard – Aktie macht mobil!

Aktie der Woche: Wirecard – Aktie macht mobil!

Das Internet dringt in fast alle Lebensbereiche vor. Nicht nur das Geschäft von Einzelhändlern und Verlagen steht mächtig unter Druck. Auch die Finanzindustrie steht vielen Innovationen aus dem Netz zumeist hilflos gegenüber. So sieht die Lage auch bei Online-Bezahlsystemen aus. Während Kreditinstitute bald nicht einmal mehr für die Abwicklung notwendig sein werden, befinden sich IT-Firmen schon auf dem Sprung ins mobile Zeitalter. Eines dieser Unternehmen stammt aus Deutschland: Wirecard (29,25 Euro; DE0007472060). Die Süddeutschen adressieren Firmenkunden und bieten Dienstleistungen rund um den bargeldlosen Zahlungsverkehr an: von Bezahlsystemen, über das Risikomanagement bis zum Banking.

Prognose angehoben

Und das lohnt sich offenbar. Denn trotz widriger konjunktureller Umstände hat Wirecard erst diese Woche seine Prognose für dieses Geschäftsjahr anheben können. Bisher hat das TecDAX-Mitglied ein EBITDA zwischen 160 Mio. und 175 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Nun sollen es 170 Mio. bis 177 Mio. Euro werden. Das würde einer Steigerung von 35% bis 40% gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Als Grund für die optimistischere Einschätzung gab das Unternehmen ein über den Erwartungen laufendes Neukundengeschäft sowie eine generell gute Geschäftsentwicklung an. Die Prognoseanhebung passt auch zu der bisherigen Entwicklung in diesem Jahr. Im ersten Halbjahr hatte man bei den Umsätzen bereits ein Plus von 24,3% auf 268,7 Mio. Euro verzeichnet. Das EBITDA lag zwischen Januar und Juni bei 75 Mio. Euro (+33,5%).

Marktwachstum und neue Länder

Künftiges Wachstum dürfte vor allem durch den mobilen Payment-Bereich kommen. Immer mehr Transaktionen können schon heute über Smartphones abgewickelt werden. Dieser Trend und die steigende Bereitschaft der Konsumenten, mit dem Telefon zu bezahlen, sollte sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Darüber hinaus ermöglicht die gute Geschäftsentwicklung auch die geographische Expansion. Anfang September hatte Wirecard den Einstieg in den türkischen Markt gewagt. Dort wurde Mikro Ödeme Sistemleri İletişim übernommen, dass mit der Marke 3pay zu den führenden Zahlungsanbietern des Landes gehört. Wirecard zahlte dafür 12 Mio. Euro sowie eine Erfolgskomponente, die sich am operativen Gewinn der neuen Tochter orientiert. Wirecard müsste dann maximal 14 Mio. Euro in den nächsten drei Jahren nachzahlen.

Analysten werden optimistisch

Der Konsens der Analysten rechnet damit, dass Wirecard dieses Jahr die 600 Mio. Euro-Marke beim Umsatz knackt. Unterm Strich sollen 113 Mio. Euro übrig bleiben. Für das kommende Geschäftsjahr wird mit einem Nettogewinn von 145 Mio. Euro gerechnet. Warburg Research geht noch einen Schritt weiter und glaubt, dass die Marktstellung im Bereich Mobile Payment dem Konzern eine neue Wachstumsdimension verleiht und ein zusätzliches Upside-Potenzial birgt. Warburg rechnet mit einem EPS-Wachstum von durchschnittlich 22% pro Jahr zwischen 2013 und 2016. Wir wollen nicht ganz so weit blicken. Aber sollten die Ziele 2015 erreicht werden, ein Gewinn je Aktie von 1,20 Euro, ergäbe sich daraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von stolzen 24. Das aktuelle Wachstum rechtfertigt aber solch eine hohe Bewertung, zumal die Vorsteuer-Marge für das kommende Jahr bei 23,6% gesehen wird. Davon können viele Unternehmen nur träumen. Das könnte ein Grund gewesen sein, warum die Investmentbank Goldman Sachs Wirecard auf seine prominente „Conviction Buy List“ genommen hat.

Aktie konsolidiert

Die Aktie selbst reagierte positiv auf die Prognoseanhebung, konnte aber die Marke von 30 Euro nicht nachhaltig überwinden. Seit dem Frühsommer hat das Papier mit dem Marktumfeld sukzessive verloren.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 94

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Wirecard
Nach oben scrollen