Sonntag , 27 Mai 2018
Aktie der Woche: Highfield Resources – K+S verschenkt bares Geld

Aktie der Woche: Highfield Resources – K+S verschenkt bares Geld

Der deutsche Kali– und Düngemittelproduzent K+S hätte Milliarden sparen können. Derzeit bauen die Kasseler eine 4,1 Mrd. CAD Pottaschmine im kanadischen Sasketschewan. Ursprünglich waren die Baukosten auf 2,5 Mrd. CAD taxiert worden. Zu diesem Betrag muss man noch die Ausgaben in Höhe von 434 Mio. CAD für die 2010 getätigte Übernahme von PotashOne addieren, so dass man am Ende bei Gesamtkosten von rund 4,5 Mrd. CAD liegt. Noch ist die Mine nicht fertig. Stand heute plant K+S Legacy erst Mitte 2016 in Betrieb zu nehmen. Die Produktion soll dann bei Vollauslastung bei jährlich 2,86 Mio. Tonnen liegen und die All-In Kosten je Tonne Pottasche bei 263 US-Dollar. Der aktuelle Spotpreis liegt bei 287 US-Dollar. Wirtschaftlich überzeugend klingt das nicht.

Baukosten weit unter Akquisitionskosten

In Spaniens Norden zeigt die australische Highfield Resources gerade, dass es auch anders geht. In der Nähe von Pamplona betreiben die Aussies vier Pottasche-Projekte. Für das Javier-Projekt legte der Explorer im Mai diesen Jahres eine Vormachbarkeitsstudie („Pre-Feasability Study“ kurz „PFS“) vor, die die Branche aufhören lies, insbesondere wenn man die Zahlen aus Kassel kennt. Der Studie nach plant Highfield jährlich  zwar nur 860.000 Tonnen Pottasche zu produzieren, doch die Baukosten sollen bei niedrigen 310 Mio. US-Dollar liegen. Damit lägen die Kosten für den Bau der Mine sogar weit unter den Kosten, die K+S alleine für die Übernahme von PotashOne zahlen musste. Der IRR für die Javier-Mine soll bei 48,4% nach Steuern liegen. Die All-In Produktionskosten geben die Australier mit 162 US-Dollar je Tonne an. Selbst im aktuell schwachen Pottaschepreisumfeld ließe sich eine gesunde Marge erwirtschaften.

Geologie und Lage

Doch warum besteht zwischen dem Legacy-Projekt von K+S und dem Javier-Projekt von Highfield ein dermaßen großer, wirtschaftlicher Unterschied? Hierfür gibt es primär zwei Gründe: Geologie und Lage. Javier und Legacy sind beides Untertageminen. Doch während K+S in 1.500 Meter Tiefe seine Stollen graben muss, beginnt die Mineralisierung bei Highfield bereits in einer Tiefe von weniger als 250 Metern – ein enormer Kostenvorteil. Da hilft es dann auch nicht, dass der Mineralgehalt in Kanada höher ist – 17% K2O, im Vergleich zu 12,9% K2O. Aber auch die Lage ist bedeutend. Javier liegt nur 140km vom Hafen von Bilbao entfernt, während die Pottasche in Kanada über 2.000km per Bahn bis nach Vancouver transportiert werden müssen, um verschifft zu werden.

Die nächsten Schritte bis zur Produktion

Bis zur Produktion in Spanien wird es noch etwas dauern. Laut PFS könnte Ende 2016 die Mine nach und nach in Betrieb genommen werden. Kurzfristig dürften weitere Bohrergebnisse, wir rechnen bereits in den nächsten 14 Tagen mit News, sowie die Veröffentlichung der finalen Machbarkeitsstudie („Definitive Feasability Study“ kurz „DFS“) den Kurs der Aktie (0,59 AUD; AU000000HFR1) antreiben. Mit Hilfe der DFS, deren Veröffentlichung wir Ende des Jahres, spätestens jedoch Anfang Januar erwarten, soll das Projekt finanziert werden. Anfänglich werden für den Bau nur 250 Mio. US-Dollar benötigt. Im Gegensatz zu manch anderem Pottascheprojekt mit Milliarden-Dollar CAPEX also durchaus machbar und realisierbar.

Analysten zeigen sich begeistert

In den letzten Wochen besichtigten mehrere Analystenteams, wie auch wir selbst, die Projekte in Spanien. So hob GMP Analyst Brock Salier nach seinem Besuch sein Kursziel auf 0,94 AUD an. Ein Grund für die Neubewertung war für Salier auch der kürzlich erfolgte Abschluss einer 32 Mio. AUD Finanzierungsrunde. Knapp 13 Mio. AUD zeichnete der Ankeraktionär EMR Capital, der jetzt vollverwässert knapp 20% am Unternehmen hält. Das Management- und Angestelltenteam von Highfield hält selbst rund 29% der Aktien.

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Bild: Redaktion
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