Samstag , 21 Juli 2018
Aktie der Woche: Kuka – Wachstum hat seinen Preis

Aktie der Woche: Kuka – Wachstum hat seinen Preis

Wunschanalyse des Aktien-Club Facebook

Schon heute sieht man allerorten Saug- oder Rasenmähroboter, die einem den Alltag erleichtern. Doch das große Geschäft winkt für die Hersteller in der Industrie. Überall dort, wo der Roboter den Menschen ersetzen kann, wird er es tun. Mit der ersten großen Automatisierungswelle stieg auch Kuka in den 1970ern in dieses Geschäft ein. Freilich hieß das Unternehmen damals noch IWKA (Industrie-Werke Karlsruhe Augsburg), mit dem Modell „Famulus“ gelang der Einstieg in die Automatisierung.

Internetriesen sorgen für Fantasie

Heute ist Kuka eines der führenden Unternehmen in diesem Geschäft. Man sieht sich als Nummer eins in Europa und Teil der globalen Top 3. Die Kunden stammen vorwiegend aus der Automobilindustrie, dazu gesellt sich die Medizintechnik und die Luft- und Raumfahrt. Als sexy wird das Geschäft aber erst wahrgenommen, seitdem die Webriesen den Einstieg wagten. Amazon kündigte vor drei Jahren den Bau von Mini-Transportdrohnen an und befindet sich mittlerweile in der Erprobungsphase. Apple wiederum will mit besseren Fertigungsrobotern die Produktion von iPhone und Co. schneller und günstiger gestalten. Google sorgte Ende 2013 mit dem Kauf des Militärroboterherstellers Boston Dynamics für Aufsehen und investiert seither kräftig in diesen Bereich. Das alles ist nicht so weit weg von Kuka, und so ist es kein Wunder, das die Deutschen immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt werden. Mit den Augsburgern hätte man auf einen Schlag jede Menge Ingenieurs-Know-How und Kunden.

Viel Fantasie, aber auch Fakten

Doch auch die Realität in Bayerisch-Schwaben kann mit der Fantasie von Investoren und Entwicklern mithalten. Kuka ist ein hochprofitables Unternehmen. Im Roboter-Segment legten die Süddeutschen im zweiten Quartal bei Umsätzen (+7% ggü. Vorjahr), Aufträgen (+6%) und bei der EBIT-Marge (+0,4%-Punkte auf 11,1%) ordentlich zu. Dabei hat man zuletzt kräftig in den Vertrieb und in die Entwicklung investiert. Der Wachstumstrend in diesem Segment ist intakt. Die Aufträge aus Nordamerika steigen, zudem konnte Kuka vom chinesischen Autoproduzenten Geely-Volvo einen Großauftrag einheimsen (angebliches Volumen: 30 Mio. Euro). Auf der anderen Seite hat das Unternehmen mit dem Bereich Swisslog noch Probleme. Hier halbierte sich die EBIT-Marge auf 1,5%.

Halbjahresbilanz überzeugt

Insgesamt wusste der MDAX-Konzern mit seinen Ergebnissen zum Halbjahr zu überzeugen: der Umsatz legte um 53% auf 1,48 Mrd. Euro zu, beim Nettogewinn ging es gar um 84% auf 41,5 Mio. Euro aufwärts. Für den überproportionalen Gewinnschub gibt es allerdings gute Gründe: Im Vorjahr waren noch Einmalaufwendungen zu verbuchen, die nun weggefallen sind. Dieser Effekt macht aber nur einen Teil des Gewinnschubs aus.

Wachstum hat seinen Preis

Das hohe Wachstum und die Fantasie im Robotersegment sorgte schon seit Längerem für eine hohe Bewertung der Aktie. So kommt der Titel laut Analysten-Konsens (Thomson) auf ein aktuelles KGV von stolzen 27, für 2016 liegt dieser Wert immer noch bei 22 – Wachstum hat halt seinen Preis. Im MDAX ist das Papier im laufenden Jahr einer der besten Titel (+25%), auf Dreijahresbasis mit einem Plus von rund 245% der Top-Performer. Dabei zeigte sich: die Aktie ist zwar volatil, viele Marktteilnehmer nutzen Rückschläge wie bei der jüngsten Korrektur aber zum Einstieg bzw. zum Aufstocken der Position. Wie es künftig weitergeht, dürfte von Kosten– und Wettbewerbsdruck bei den Abnehmern abhängen. Einem großen Abschwung der Weltkonjunktur kann Kuka aber sicher wenig entgegensetzen. Langfristig aber ist Kuka eines der herausragenden Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel.

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Bild: Kuka
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