Montag , 18 Juni 2018
Aktie der Woche: AuRico Gold – Steigende Produktion, fallende Kosten

Aktie der Woche: AuRico Gold – Steigende Produktion, fallende Kosten

Aus der Geschichte soll man lernen, heißt es im Allgemeinen. Anfang dieses Jahres sahen wir eine Zwischenrallye bei den Rohstofftiteln. Qualitätswerte konnten im ersten Quartal überdurchschnittlich zulegen. Unsere Leser profitierten unter anderem von unseren Empfehlungen zu Corvus Gold (im Top bis zu 86%), Pilot Gold (+121,3%) und Novo Resources (+150%). All diese Unternehmen sind jedoch Explorer und daher mit einem höheren Investitionsrisiko behaftet. Die aktuelle Marktlage gebietet es uns, derzeit einen Gang herunter zu schalten und das Risiko zu reduzieren. Wir haben uns daher bei den mittelgroßen Produzenten umgeschaut. Hier sehen wir weniger Risiken als bei den Explorern, aber auch größere Chancen als bei Majors wie Barrick Gold. Bereits Anfang November saßen wir mit AuRico Gold (4,01 CAD; CA05155C1059) in Zürich auf dem Precious Metals Summit zusammen.

Konstantes Wachstum schafft Vertrauen

AuRico Gold ist ein mittelgroßer Goldproduzent mit Produktionsanlagen in Kanada und Mexiko. Mitte Oktober stellte das Unternehmen seine Produktionszahlen vor und konnte im neunten Quartal in Folge seinen Goldausstoß steigern. So produzierten das Unternehmen zwischen Juli und September 57.037 Unzen Gold und schraubte so die Produktion in den ersten neun Monaten auf 167.449 Unzen. Die Guidance für das Gesamtjahr liegt bei 210.000 bis 240.000 Unzen. Wir rechnen mit einer Gesamtproduktion leicht unter dem oberen Ende der Spanne.

Young-Davidson ist das Zugpferd

Haupttreiber des Wachstums in den letzten Quartalen ist die Young-Davidson Mine in Ontario. Sie soll auch in Zukunft das Wachstum anschieben. So wurde kürzlich die Durchlaufkapazität der dortigen Verarbeitungsanlage auf 8.000 Tonnen pro Tag verbessert. Die höhere Kapazität dürfte beitragen, die Guidance zu erfüllen. Derzeit wird auf Young-Davidson noch Über– und Untertage produziert. Die Übertageproduktion ist jedoch deutlich teurer, so dass hier die Cashkosten je Unze Gold bei 923 US-Dollar im Q3 lagen. Untertage kostet die Produktion einer Unze 656 US-Dollar. Die Produktion Übertage wird demnächst auslaufen. Unternehmensangaben zu Folge dürfte dies die monatlichen Kosten um 3 Mio. US-Dollar reduzieren. Das wird sich deutlich bei den Gesamtproduktionskosten bemerkbar machen. Ebenso sollen Economies of Scale helfen, die Kosten zu senken. Die Verarbeitungsanlage wurde bereits hochgerüstet; in den nächsten Quartalen soll dann auch die Abbaukapazität Untertage nach und nach hochgefahren werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen wird AuRico alleine im Jahr 2014 rund 135 Mio. US-Dollar in den Ausbau der Mine investieren. 2017 soll alleine Young-Davidson die Produktion aus 2014 abbilden können. Zusätzlich investieren die Kanadier noch weitere 20 bis 25 Mio. US-Dollar in den Ausbau und Erhalt der El Chanate Mine in Mexiko, die 2014 zwischen 70.000 und 80.000 Unzen Gold zur Gesamtproduktion beitragen wird.

Hauptkritikpunkt AISC

Analysten picken sich zumeist ein Thema heraus auf dem sie herumhacken können. Bei AuRico sind es die All-In Sustaining Costs, die Gesamtkosten je Unze einschließlich aller Nebenkosten wie Administration und eben Investitionen in den Ausbau der Minen. Diese liegen bei 1.101 US-Dollar je Unze. In Q3 lag die durchschnittliche Marge daher bei überschaubaren 14%. Viele legen jedoch die hohen Investitionen negativ aus. Das halten wir für falsch. Trotz des vermeintlich niedrigen Goldpreises halten wir es für richtig, in die Zukunft des Unternehmens zu investieren. Zumal wir als Anleger in den nächsten Quartalen die Früchte dieser Investitionen ernten dürften. AuRico verfügt außerdem über liquide Mittel in Höhe von 250 Mio. US-Dollar und zahlt Anlegern eine vom Cashflow abhängige Dividende. Erst 2020 steht die Refinanzierung von 315 Mio. US-Dollar an. Angesichts der Tatsache, ab 2017 freien Cashflow zu generieren, dürfte eine Refinanzierung kein Problem darstellen.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 102

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Nach oben scrollen