Sonntag , 22 April 2018
Alcoa: Erwartungen übertroffen – Chart mit Potential

Alcoa: Erwartungen übertroffen – Chart mit Potential

Der seit 1959 im Dow-Jones-Index gelistete Aluminiumhersteller Alcoa schafft es offensichtlich, sich dem rauen Wettbewerb zu entziehen. Am Montagabend eröffnete das Unternehmen traditionell die Berichtssaison in den USA und konnte Investoren und Analysten mit besser als erwarteten Zahlen im zweiten Quartal überraschen. Zwar ist Alcoa mittlerweile der kleinste Werte im Dow-Jones, trotzdem sehen viele Investoren die Ergebnisse als Gradmesser für die gesamte Wirtschaft und Indikator für die nun anstehenden Quartalszahlen.

Aluminiumpreis und Sondereffekte belasten

Ein Überangebot an Aluminium aus günstig produzierenden Aluschmelzen in China hat den Marktpreis von 2.281 US-Dollar im 52-Wochen Hoch auf bis zu 1.758 US-Dollar je Tonne Ende Juni einbrechen lassen. Wie erwartet ging auch der Umsatz des weltweit zweitgrößten Aluminiumproduzenten im zweiten Quartal um 2%zurück und lag bei 5,8 Mrd. US-Dollar. Aufgrund von Sondereffekten, die im Zuge von Schließungen unrentabler Werke anfielen, stieg der Verlust von 2 Mio. auf 119 Mio. US-Dollar im letzten Quartal an. Operativ steht jedoch ein Ertrag von 76 Mio. US-Dollar in den Büchern. Analysten zeigten sich nach Bekanntgabe der Zahlen sehr zufrieden.

Nachfrage soll 2013 anziehen

Für 2013 erwartet Alcoa einen Anstieg der Aluminiumnachfrage um 7%. Wachstumstreiber soll laut Vorstandschef Klaus Kleinfeld die Luftfahrtindustrie sein. Hier erwartet der ehemalige Siemens-Manager Wachstumsraten von 9 bis 10% auf Jahressicht. Insbesondere die vollen Auftragsbücher bei Boeing und Airbus nach der Luftfahrtmesse in Le Bourget machen Mut. Laut Bloomberg erhielten beide Unternehmen Aufträge für 848 neue Flugzeuge im Gesamtwert von 129 Mrd. US-Dollar.

Airbus A350 und Boeing 787 von großer Bedeutung

Während der Analystentelefonkonferenz am Montag nach Börsenschluss ging Kleinfeld insbesondere auf den gesteigerten Materialwert je „Shipset“, also je Liefersatz, ein. Beim Nachfolgermodell der Boeing 767, der 787, liegt dieser 80% über dem Wert des Vorgängers. Beim Airbus  A350 ist der Wert sogar doppelt so hoch wie beim Vorgänger A330. Dies liegt insbesondere an der neuen Leichtbauweise für die Aluminium und kohlenstoffverstärkter Kunststoff zum Einsatz kommen. Anzumerken ist noch, dass jedes kommerziell genutzte Flugzeug in der westlichen Welt mit Verbindungselementen, also Schließringbolzen, Muttern oder Gewindestiften von Alcoa gebaut wurde. Die verantwortliche Sparte Solutions ist mit seinen hohen Gewinnspannen Wachstumstreiber im Konzern.

Kapazitätsabbau notwendig

Auf Grund der niedrigen Preise für Aluminium plant Alcoa weitere 460.000 Tonnen an Produktionskapazität abzubauen. Dies entspricht in etwa 11% an der Gesamtproduktion. Insgesamt hätte das Unternehmen dann bereits ein Viertel seiner jährlichen Kapazitäten gekappt. Marktkenner gehen davon aus, dass es in der gesamten Branche zu weiteren Kürzungen kommen wird. Für das laufende Quartal erwarten Analysten einen Alcoa-Umsatz von 5,9 Mrd. US-Dollar. Weltmarktführer ist der russische Konzern Rusal. Die US-Amerikaner liegen auf dem zweiten Platz, knapp vor dem kanadischen Konzern Alcan.

Chart mit Turnaround-Potential

Der Preis für eine Tonne Aluminium konnte sich in den letzten Tagen erholen und die erwartete Nachfrage könnte den Preis stützen. Seit Anfang des Jahres hat die Alcoa-Aktie (7,91 US-Dollar; US0138171014) rund 10% verloren, während der Dow-Jones um 18% zulegen konnte.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 36

Bild: Airbus
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