Samstag , 24 Juni 2017
Glencore, BHP Billiton, Vale und Co: Die größten Kupferproduzenten 2016

Glencore, BHP Billiton, Vale und Co: Die größten Kupferproduzenten 2016

Ohne Kupfer geht es nicht. Das Metall findet in nahezu in allen Lebensbereichen Anwendung und ist das meistgehandelte Industriemetall der Welt. Dadurch hat es sich als „Dr. Copper“ auch den Ruf eines guten Konjunkturindikators erarbeitet. Zuletzt aber lebte Kupfer in einem Spannungsfeld. Das Investor Magazin blickt auf die aktuelle Lage am Markt und die größten Kupferproduzenten 2016.

Von Trump und Arbeitskämpfen

Seit etwa fünf Monaten lebt der Kupfermarkt in einem Spannungsfeld. Zum einen gibt es da die positiven Faktoren, die den Preis an der London Metal Exchange (LME) kurzzeitig im Februar über die Marke von 6.000 US-Dollar je Tonne hievten. Dazu gehört zweifelsohne das von Donald Trump im Wahlkampf angekündigte Infrastrukturprogramm. Wer Brücken, Straßen oder Bahnlinien und Häfen im Volumen von 1 Billion US-Dollar erneuern will, der braucht jede Menge Kupfer. Doch wie bei vielen anderen der Trumpschen Wahlkampfversprechen ist auch in diesem Fall noch nicht viel passiert. Hinzu kommt, dass es in drei der wichtigsten Kupferminen der Welt seit Jahresanfang zu Produktionsausfällen gekommen ist. Nach 43 Tagen Streik schritten die Arbeiter am 25. März in der Escondida-Mine in Chile wieder ans Werk. Es war zu einer Übergangslösung bei den Verhandlungen gekommen. Im peruanischen Cerro Verde-Bergwerk wurde am 10. März die Arbeit niedergelegt, mit der Option den Streik bis in den April hinein zu verlängern. Nach Auskunft des Betreibers Freeport McMoRan soll die Mine (Tagesproduktion: bis zu 360.000 Tonnen Erz) noch mit 50 % ihrer Kapazität arbeiten. Bei der Grasberg-Mine in Indonesien hat die Produktion bis zum 21. März geruht und ist danach lediglich zur Versorgung des indonesischen Gresik-Smelters hochgefahren worden. Dieser wird nach Einschätzung des Marktes aber wohl erst im Mai die volle Kapazitätsnutzung erreichen. Hinzu kam, dass mit den schweren Unwettern im Norden Perus die Toromocho-Mine „Force Majeure“ erklärte. Damit wird sie ihren Lieferverpflichtungen vorerst nicht nachkommen können.

Gute Versorgungslage

Auf der anderen Seite ist die Versorgungslage mit Kupfer sehr ordentlich. Die Produktion von raffiniertem Kupfer konnte in diesem Jahr ausgeweitet werden. Und auch die Lager an der LME in London oder in Shanghai sind ordentlich gefüllt. Einen Mangel an Kupfer gibt es nicht. Der fast 20 Millionen Tonnen große Markt wird gut durch die Industrie versorgt. Die International Copper Study Group (ICSG) erwartet für dieses Jahr einen Angebotsüberschuss von rund 170.000 Tonnen. Vor allem in Lateinamerika (knapp 600.000 Tonnen) und Ozeanien (150.000) soll die Förderung kräftig zulegen. Die oben genannten Produktionsunterbrechungen dürften daher nur einen kurzfristigen Effekt haben. Insofern verwundert es nicht, dass der Kupferpreis nach dem kurzen Trump-Boom Anfang November in einem Band zwischen 5.500 und 6.000 US-Dollar je Tonne handelt. So schnell dürfte es angesichts der vielen positiven und negativen Faktoren zu keinem Ausbruch aus dieser Spanne kommen.

Top 10 Kupferkonzerne 2016

Codelco bleibt die Nummer eins

2016 wurden rund 19,4 Mio. Tonnen Kupfer gefördert. Fast 49% entfielen dabei auf die zehn größten Konzerne. Sie konnten ihre Mengen leicht um 4% gegenüber 2015 ausbauen. Auffällig ist, dass alle zehn Unternehmen ihre Produktionskosten senken konnten. An der Spitze des Rankings steht (wie immer) der staatliche chilenische Konzern Codelco, der rund 1,83 Mio. Tonnen abbaute. Die Corporación Nacional del Cobre de Chile mit Sitz in der Hauptstadt Santiago sitzt etwa auf der Hälfte der Kupferreserven des Andenstaates und verfügt damit über etwa ein Fünftel der bekannten globalen Reserven. Aktuell wird in Chile heftig über den Investitionsbedarf des Konzerns gestritten. Der müsste eigentlich viele Milliarden in den Ausbau stecken, um die Förderung zumindest auf gleichbleibendem Niveau halten zu können. Teile der Politik sperren sich aber dagegen. Sollten hier nicht notwendige Investitionen erfolgen, könnte das ab etwa 2020 bis 2023 auf den Weltmarkt Auswirkungen haben. 2016 konnte das Unternehmen übrigens die Cashkosten je Pound von 1,39 auf 1,26 US-Dollar senken. Neben niedrigeren operativen Kosten lag das aber auch an Währungseinflüssen.

Kosten sinken

Hinter dem chilenischen Platzhirsch folgt die US-amerikanische Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc. Das Unternehmen aus Phoenix/Arizona konnte die Produktion um rund 12% auf 1,70 Mio. Tonnen ausbauen. Die Ausweitung ist eine Folge der Explorationsarbeiten an der Cerro Verde-Mine sowie der gestiegenen Förderung in der Grasberg-Mine in Indonesien. Dort hat man die Tagebau-Förderung ausbauen können, die höhere Grade an Kupfer im Gestein aufweist. Dadurch sind auch die Kosten signifikant von 1,53 auf 1,26 US-Dollar je Pound gesunken. Gleich dahinter, aber mit deutlichem Abstand kommt Glencore. Der Schweizer Konzern förderte im vergangenen Jahr 1,29 Mio. Tonnen Kupfer. Da die Eidgenossen sehr diversifiziert aufgestellt sind und die Kupferproduktion ohnehin etliche Beiprodukte enthalten kann, ist eine exakte Angabe der Kosten kaum möglich, sondern entspricht einer möglichst genauen Schätzung. Mit 0,87 US-Dollar je Pound liegen diese deutlich unter denen der Top 2. Bemerkenswert sind daneben die Produktionsausweitungen bei der mexikanischen Southern Copper (+21%) und der chilenisch-britischen Antofagasta (+15%), die mit signifikanten Kostensenkungen je produzierter Einheit einhergingen.

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Tabelle: TK News Services UG / Das Investor Magazin
Quelle: Mining.com/IntelligenceMine
Titelbild: cut2sizemetals.com

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