Dienstag , 20 November 2018
Börsengang Stemmer Imaging: Industrie 4.0-Spezialist strebt aufs Parkett

Börsengang Stemmer Imaging: Industrie 4.0-Spezialist strebt aufs Parkett

Automatisierung und „Industrie 4.0“ – das sind gern und oft genutzte Trend-Schlagworte der vergangenen Jahre, die langsam, aber sicher Eingang in den Alltag finden. Doch Sie sollten dabei nicht unbedingt an Kühlschranke denken, die ganz von allein frische Milch oder Joghurts bestellen. Viel schneller und weit bedeutender sind derzeit die Entwicklungen bei der industriellen Anwendung. Denn dank Maschinenkommunikation können Prozesse effizienter, schneller und vor allem zu niedrigeren Kosten abgebildet werden.

Börsengang im Segment Scale

Optische Kontrollen spielen in der „Industrie 4.0“ eine besondere Rolle. Sie kommen beispielweise bei Qualitätskontrollen zum Einsatz. In der Praxis gilt es Transportgewichte zu reduzieren, Fehler wie Risse zu erkennen oder die Festigkeit von Behältern zu überprüfen. Und damit sind wir auch schon bei Stemmer Imaging. Das Unternehmen aus Puchheim bei München bietet entsprechende Bildverarbeitungsprodukte samt Software und Dienstleistungen an. Nun wollen die Süddeutschen aufs Parkett und streben eine Notierung im Segment Scale der Deutschen Börse an. Die Zeichnungsfrist für die Anteile hat diese Woche begonnen: Es werden maximal 2,99 Mio. Stücke (inklusive Mehrzuteilungsoption) in einer Spanne von 32 bis 36 Euro angeboten. Das Volumen liegt somit bei 96 bis 108 Mio. Euro, Etwa die Hälfte des Emissionserlöses fließt dem Unternehmen zu, der Rest den Altaktionären. Die Erstnotiz soll am 27. Februar erfolgen.

Ordentliches Wachstum

Stemmer Imaging konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich wachsen. Zwischen 2013 und 2017 legte der Umsatz um durchschnittlich 12% pro Geschäftsjahr zu, das EBITDA sogar um rund 15%. Die EBITDA-Marge lag zuletzt bei ordentlichen 8,6%. Für das Geschäftsjahr 2017/18 rechnen Analysten mit Einnahmen in Höhe von 97 Mio. Euro, netto sollen 5 Mio. Euro in der Kasse hängen bleiben. Damit ist das Unternehmen durchaus stramm bewertet, bietet aber aufgrund des starken Marktwachstums mittel- bis langfristig durchaus Potenzial.

Klaus Weinman mit an Bord

Vor dem Börsengang hielt das Management ein Viertel der Anteile. 75% liegen beim Investor Prime Pulse. Dahinter steckt unter anderem Cancom-Boss Klaus Weinmann. Alle Anteile sind in der Zwischengesellschaft SI Holding GmbH gebündelt, die nach dem Börsengang noch etwa 54% an Stemmer Imaging halten wird.

Expansion geplant

Mit den frischen Mitteln im Rücken trauen Branchenbeobachter Stemmer eine Konsolidierung der fragmentierten Branche zu. Und das wäre durchaus eine Parallele zum TecDAX-Konzern Cancom. Auch der einst kleine IT-Dienstleister war durch zahlreiche Übernahmen und organisches Wachstum zu der heutigen Größe gereift und gilt immer noch als einer der größten Aufkäufer in seinem Geschäft in Deutschland. Stemmer hat kurz vor dem IPO die niederländische Data Vision akquiriert und somit eine erste Duftmarke gesetzt. Künftige Zukäufe sollten laut Finanzvorstand Lars Böhrnsen den Vertrieb stärken, Kompetenzen erweitern und/oder eine geographische Ausweitung des Geschäfts ermöglichen.

Die Aktie von Stemmer Imaging ist trotz der durchaus hohen Bewertung ein interessanter Wert. Zum einen ist man in einem wachsenden Markt breit aufgestellt und bedient unter anderem Branchen wie Auto, Industrie oder Medizintechnik. Zum anderen bietet der fragmentierte Markt Chancen auf eine aktive Rolle als Konsolidierer. Nicht zuletzt ist mit dem Investor Klaus Weinmann ein erfahrener und erfolgreicher Entrepreneur als Großaktionär an Bord. Ob Sie die Aktie unbedingt zeichnen sollten, lesen Sie in der neuesten Ausgabe des Investor Magazins! Tipp: Sie können sich kostenlos für das Investor Magazin anmelden. Dann senden wir Ihnen unsere Analysen und Aktienbesprechungen jede Woche bequem in Ihr E-Mail-Postfach. Die Anmeldung ist jederzeit kündbar. Ihre Daten werden keinesfalls an externe Dritte weitergegeben.

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Bildquelle: Stemmer Imaging

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