Montag , 11 Dezember 2017
PDAC: Barrick Gold, Goldcorp und AgnicoEagle auf der Jagd nach Explorern

PDAC: Barrick Gold, Goldcorp und AgnicoEagle auf der Jagd nach Explorern

Am Mittwoch der vergangenen Woche schlossen die Tore der diesjährigen PDAC Konferenz in Toronto. Bereits zum 85. Mal fand die weltgrößte Miningmesse am Rande des Lake Ontario statt. Nachdem die Teilnehmerzahl im Rahmen der schwachen Rohstoffmärkte  in den Jahren zuvor spürbar abnahm, konnte man dieses Mal wieder ein deutliches Besucherplus verzeichnen.

Erstmals Besucherplus seit 2013

Laut Aussagen der Veranstalter nahmen dieses Jahr 24.161 Teilnehmer an der wichtigsten Veranstaltung des Jahres teil. Das entspricht in etwa einem Plus von 2.000 Teilnehmern im Vergleich zu 2016. Dennoch sind wir noch deutlich von den Hochs in den 20170307 Bilder PDAC 01Jahren 2012 und 2013 entfernt. Da fanden jeweils über 30.000 Besucher den Weg in das Metro Convention Center in Downtown Toronto. Wie in den vergangenen Jahren auch war das Team des Investor Magazins für Sie vor Ort und tauschte sich aktiv mit den Unternehmenslenkern und Einflussnehmern der Branche aus. In der Baisse-Phase der vergangenen Jahre sahen sich die Edelmetallproduzenten weltweit gezwungen, ihre Bilanzen zu verbessern. Es wurden riesige Abschreibungen getätigt, Projekte verkauft und aus Kostengründen stellte man quasi jegliche „Green Field“-Explorationsaktivitäten ein. Die Konsequenz ist nun, dass die Entwicklungspipeline, insbesondere bei den Majors, mehr oder weniger leer ist. Man hat es versäumt, rechtzeitig in die Exploration von neuen Projekten zu investieren. Beispiel gefällig: Endeavour Silver musste deutliche Produktionseinbußen hinnehmen, weil man laut eigenen Aussagen im Januar 2016 jegliche Explorationsaktivitäten einstellte. Man hatte schlichtweg nicht mehr genügend Material, um die Produktion aufrecht zu halten. Die Metallpreise hätten die Ausgaben damals nicht gerechtfertigt. Jetzt blickt man auf einen Scherbenhaufen und zerstörtes Anlegervertrauen. Die Aktie verlor am Tag der Veröffentlichung der Zahlen bis zu 25%. Endeavour ist dabei kein Einzelfall. Das Unternehmen ist jedoch ein gutes Beispiel, weil die deutsche Anlegerschaft mit dem Unternehmen gut vertraut ist. Aber auch Barrick Gold und Co. blicken auf rückläufige Produktionszahlen. Wir hatten ihnen bereits in unserem Bericht vom Precious Metals Summit in Ausgabe 181 davon berichtet, dass die großen Player der Branche allmählich aufwachen und Übernahmeziele suchen. Wir führten in Beaver Creek ein gutes Gespräch mit dem Explorationsmanager von Coeur Mining, der uns damals erzählte, dass er erstmals wieder ein Budget bekommen hat, um gänzlich neue Projekte zu explorieren und auch zu akquirieren.

Majors investieren wieder in Juniors

Im Februar 2016, an seinem ersten Tag im Amt als CEO von Goldcorp, kündigte David Garofalo an, dass man Geld in die Hand nehmen werde und Juniors finanzieren will. Während der diesjährigen PDAC sorgte jedoch ein anderer Major für Schlagzeilen: Newmont Mining. Der US-Amerikanische Goldproduzent wird bis zu 53 Mio. CAD in den kanadischen Junior Goldstrike Resources investieren. Dieser Deal, bei dem der amerikanische Major zunächst 6 Mio. CAD im Rahmen einer Privatplatzierung einbringen wird, war Gesprächsthema Nummer 1 in den Gängen des Metro Convention Centers. Nachdem Goldcorp im Sommer 20170307 Bilder PDAC 022016 bereits den Yukon-Explorer Kaminak Gold für rund 450 Mio. CAD übernommen hat, sehen wir jetzt einen wahren Run auf Projekte in Kanadas Nordwesten.  Die bereits angesprochene Coeur Mining ist unter anderem bei unserem ehemaligen Empfehlungswert Rockhaven Resources eingestiegen. Wir sprachen mit CEO Matt Turner, der sich mehr als erfreut zeigt, dass man die Aufmerksamkeit eines Produzenten erhält.

Majors geben sich keine Blöße

Aber nicht nur Newmont sorgte für Schlagzeilen während der Konferenz. AgnicoEagle ließ sich ebenfalls nicht lumpen und kündigte ein 22,86 Mio. CAD Investment in den kanadischen Explorer Goldquest Mining an. Damit sicherte man sich rund 15% an dem Unternehmen. Die Mittel flossen hier komplett im Rahmen einer Privatplatzierung. Während Agnico bei unserem Empfehlungswert Barsele Minerals die Mehrheit im Rahmen eines Joint-Ventures hält, begnügt man sich nun mit einer kleinen Minderheitsbeteiligung und einem Sitz im Aufsichtsrat von Goldquest. Diese jüngsten Deals sind für uns nur der Anfang und der  maßgebliche Grund dafür, dass wir in den nächsten drei Jahren dem Junior-Markt durchaus positiv gegenüberstehen. Baufertige Projekte gibt es derzeit keine am Markt und müssen erst wieder entwickelt werden. Und darin liegt unsere Chance als Anleger.

Juniors zuversichtlich

Trotz des widrigen Goldpreisumfeldes und der Kursverluste bei den Goldtiteln in den Tagen vor der PDAC, war in Toronto von Trübsal wenig zu spüren. In unseren Gesprächen mit den CEOs und anderen Marktteilnehmern war der jüngste Verfall des Goldpreises eigentlich kein Thema. Ja, viele Aktienkurse hätten zwar korrigiert, aber besorgt war man nicht. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass viele Explorer, auch diejenigen mit Projekten, die man als „Early Stage“ bezeichnet, in den vergangenen Monaten erfolgreich finanzieren konnten und dies auch weiterhin tun. Wir hören derzeit täglich von Finanzierungen die mehrfach überzeichnet sind. Oftmals werden geplante Finanzierungen aufgestockt. Der Branche geht es derzeit gut.

Neue Firmen am Markt

Ein weiteres Indiz für eine mehr als deutliche Erholung des Explorationsmarktes ist der Anstieg der gänzlich neuen Firmen am Markt. Während wir in den vergangenen Jahren kaum neue Gesellschaften als Aussteller identifizieren konnten, haben wir dieses Jahr fast den Überblick verloren. So waren alleine vier Explorer mit Zinkprojekten in Irland auf der Messe vertreten. Irland ist laut dem renommierten Fraser Institute unter den Top 10 der besten Länder für Bergbauprojekte. Und Zink war ohnehin eines der Trendthemen in diesem Jahr. Die Minenschließungen und fehlenden Investitionen sorgen derzeit für ein Angebotsdefizit. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass aktuell neue Zinkprojekte wie Pilze aus dem Boden schießen. Anleger können hiervon durchaus profitieren. Viele Firmen sind noch recht günstig bewertet. Wir werden hier in den nächsten Ausgaben ein wenig genauer hinblicken. Die PDAC war wie jedes Jahr überwältigend. Die Flut an Informationen ist einfach beeindruckend. Die Tage sind lang, meist geht es von morgens 8 bis spät in die Nacht. Nach der Konferenz laden viele Firmen, Banken, Broker und Dienstleister in umliegende Bars und Restaurants zu Empfängen. Bei diesen Veranstaltungen erhält man übrigens die besten Informationen. Sollten Sie die Gelegenheit haben, fahren Sie 2018 vom 4. bis 7. März nach Toronto.

Zum Schluss noch ein Wort der Warnung. Ein guter Markt zieht seit Menschengedenken auch Gesindel an. Insbesondere im Lithium- und Kobaltbereich tauchen fast täglich neue Deals auf der Bildfläche auf. Erst gestern sind wir über eine Firma gestolpert, die sich offensichtlich weigert, Informationen über das Management preiszugeben. Weder auf der Webseite noch in der Präsentation ist der Name des Vorstandes zu finden. Lauter könnten die Alarmglocken nicht schrillen. Halten Sie Abstand von solchen Buden. Sollten Sie sich unsicher sein und dennoch in diesen Bereich investieren wollen, halten Sie sich an Majors. Es hat seinen Grund, warum wir uns hier beim Investor Magazin mit Empfehlungen insbesondere im Lithium-Bereich zurückgehalten haben. Mehr aktuelle News aus dem Rohstoffbereich und vom deutschen Aktienmarkt finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Invesor Magazins. Sie können sich auch kostenlos und unverbindlich hier anmelden, dann senden wir Ihnen das Investor Magazin jede Woche bequem in Ihr E-Mail-Postfach.

Bildquelle: TK News & Services UG / Das Investor Magazin

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