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Editorial vom 16.04.2014

Editorial vom 16.04.2014

Liebe Leser!

Um 7,4% ist die chinesische Wirtschaft im ersten Quartal gewachsen. Diese Zahl reichte, um die europäischen Massenmedien die Volksrepublik im Krisenmodus zu sehen. Das „China-Bashing“ erreichte aber schon vor einigen Tagen seinen Höhepunkt, als diverse Medien eine Geschichte vom kriselnden Immobilienmarkt und dem Schattenbankensystem brachten, dass angeblich vor dem Kollaps stünde. Dazu zwei Anmerkungen: Diese Rufe gibt es schon seit Jahren. Und bisher hat das Land es geschafft, hier vernünftig zu manövrieren. Man muss sogar sagen: Die „besseren“ Kapitalisten sitzen in Peking. Zum zweiten ist 7,4% ein ordentliches Wachstum. Das Land ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Mit fortschreitender Industrialisierung nehmen die Wachstumsraten ab. Das ist normal. Prozentual zweistellige Zuwächse gehören der Vergangenheit an. Dazu kommt, dass diese BIP-Wachstumszahlen nicht exakt bestimmt werden können, vielleicht waren es 7,2% oder 7,8%. Beides sind sehr gute Ergebnisse.

Ukraine bleibt Börsenthema Nummer eins

Dass Massenmedien mit ihren Einschätzungen oft daneben liegen, zeigt auch die Ukraine-Krise anschaulich. „Woran liegt es, dass so viele Bürger die Krimkrise ganz anders beurteilen als Politik und Medien?“, fragte jüngst Bernd Ulrich, stv. Chefredakteur der Zeit. Und weiter hieß es: „Wenn die Umfragen nicht täuschen, dann stehen zurzeit zwei Drittel der Bürger, Wähler, Leser gegen vier Fünftel der politischen Klasse, also gegen die Regierung, gegen die überwältigende Mehrheit des Parlaments und gegen die meisten Zeitungen und Sender.“ Offenbar sind die Bürger nicht heiß darauf, einen Konflikt eskalieren zu lassen. Daneben fallen immer mehr Menschen auf die offensichtlich „falsche Politik“ Berlins und Washingtons nicht mehr herein. Man hat kein gutes Gefühl, anderen den Bruch des Völkerrechts vorzuwerfen, wenn die eigene Regierung es mit dem internationalen Recht nicht so genau nimmt. Offenbar siegt der gesunde Menschenverstand. An der Börse bleibt die Ukraine ein heißes Thema. In Verbindung mit dem Mini-Absturz bei den Tech-Aktien ergab sich daraus eine gefährliche Mischung, die die Indizes in den vergangenen Tagen auf Talfahrt schickte. Diese Korrektur ist nicht ungesund, wenn die Märkte nun wieder etwas Zutrauen finden. Solange keine Panik aufkommt, sehen wir weiter verhalten optimistisch auf die nächsten Monate an der Börse. Wegen der Osterfeiertage entfällt unsere Ausgabe in der kommenden Woche. Das nächste Investor Magazin erscheint deshalb am 30. April.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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