Montag , 10 Dezember 2018
Aktie der Woche: Münchener Rück-Aktie – Was lockt, was nicht?

Aktie der Woche: Münchener Rück-Aktie – Was lockt, was nicht?

Bereits im November vergangenen Jahres hatten wir Ihnen die Aktie der Münchener Rück (neudeutsch: Munich Re) als Dividendenpapier ans Herz gelegt. Das Timing war gut, denn ab Januar werden die Anleger landauf landab von den Massenmedien auf die Dividendenkönige im DAX hingewiesen. Das gab Rückenwind. Kurz vor der Hauptversammlung haben wir dann dazu geraten, die aufgelaufenen Buchgewinne (knapp 24%) mitzunehmen. Der Zeitpunkt war richtig, denn die Aktie des Rückversicherungsriesen blickte nur kurz über die 200 Euro-Schwelle und schmierte dann mit dem Gesamtmarkt ab.

Gleiche Ausgangslage

Mittlerweile notiert der Titel wieder auf dem Niveau unseres Startpunktes im November. Die Ausgangslage hat sich – nachdem die Grexit-Diskussionen nun vorerst vorbei sein dürften – wenig geändert. Bewertungstechnisch macht das Papier weiterhin mäßig Spaß. Das 2015er-KGV liegt bei 10,1, was minimal unter dem Branchenschnitt von 10,3 liegt. Für das kommende Jahr prognostiziert der Analysten-Konsens sogar einen leichten Gewinnrückgang auf 16,66 Euro je Aktie (KGV dann 10,3). Dabei sollen die Einnahmen leicht um 1,4% auf 49,9 Mrd. Euro steigen. Das Problem der Gesellschaft ist ganz einfach: gibt es keine größeren Katastrophen, die abgesichert sind – wie es zuletzt der Fall war – gibt es auch kaum Chancen, bei den bestehenden Kunden höhere Prämien durchzusetzen. Auf der anderen Seite ist eine Welt ohne große (versicherte) Katastrophen auch gut für das Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2015 seien Schäden von 35 Mrd. Euro entstanden, wie der Konzern in seinem turnusmäßigen Bericht feststellte. Das sind deutlich weniger als  die 64 Mrd. Euro im langfristigen Durchschnitt.

Impulse fehlen noch

Die Argumente gegen die Aktie haben sich also nicht geändert. Es gibt kaum Spielraum nach oben in den bestehenden Märkten. Immerhin könnte das Management verstärkt auf neue Regionen setzen. Und das tut es auch. In Indien wird kräftig investiert, auch weiter östlich in Asien sind die Süddeutschen bereits aktiv. Doch: das zahlt sich alles wohl erst in einigen Jahren aus.

Kaufsignal generiert

Dennoch gibt es auch jetzt klare Argumente für einen Einstieg. Der Chart generierte in den vergangenen Tagen ein klares Kaufsignal, die Aktie hat aus dem Abwärtstrend gefunden und mit einem Sprung die 170 Euro-Marke durchbrochen. Das gibt ihr Momentum. Hinzu kommt: die Bewertung mag im Branchenvergleich nicht wirklich günstig sein, in Relation zu anderen Aktien aus dem DAX ist die Munich Re mit einem 10er KGV ein Schnäppchen. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Anteile weiter verringern wird. Das aktuelle Aktienrückkaufprogramm läuft bis zur nächsten Hauptversammlung im April 2016 und umfasst insgesamt 11 Mio. Stücke.

Und ewig lockt die Dividende

Nicht zuletzt ist das Unternehmen einer der besten Dividendentitel im deutschen Leitindex. Die aktuelle Ausschüttungsrendite liegt bei stolzen 4,6% – mit steigender Tendenz. Das bietet kaum ein Schwergewicht auf dem deutschen Kurszettel. Beruhigend ist zudem, dass die Analysten im Prinzip skeptisch sind. Equinet stufte das Papier zuletzt auf Halten ab, nachdem das Kursziel von 165 Euro erreicht wurde. Im Median geben die Banken ein Kursziel von 170 Euro aus.

Langfristiges Basisinvestment

Insofern ist die Ausgangslage gar nicht so schlecht. Ein kurzfristiges Risiko gibt es jedoch. In den nächsten Wochen beginnt die Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko. Sollte es da zu hohen Schäden kommen, wird das die MüRü-Aktie vorübergehend belasten. Mittelfristig aber steigt dann die Chance auf Prämienerhöhungen.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 130

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: pixabay / Jan Mallander
Nach oben scrollen