Samstag , 16 Dezember 2017
Top 10 Kupferproduzenten: Hoffnung auf steigende Preise und  niedrigeres Angebot im zweiten Halbjahr

Top 10 Kupferproduzenten: Hoffnung auf steigende Preise und niedrigeres Angebot im zweiten Halbjahr

Kupfer ist das meist gehandelte Industriemetall der Welt. Bereits seit dem Jahr 1877 wird Kupfer an der London Metall Exchange (LME) börsentäglich gehandelt. Noch heute ist der Londoner Handelsplatz der Taktgeber für die Preisentwicklung bei dem rötlichen Metall. Allerdings ist Großbritannien schon lange nicht mehr die führende Industrienation, heute spielt bei Kupfer vor allem die Volksrepublik China eine herausragende Rolle. Das Milliardenvolk verbraucht mehr als 40% der jährlichen Produktion. Dementsprechend heftig bewegen chinesische Konjunktur– und Industriedaten die Entwicklung des Kupferpreises.

Baisse hält an

Zuletzt konnte sich Kupfer nicht wie Gold oder Silber aus dem Krisenmodus wirklich befreien. So musste man für eine Tonne „Cuprum“ (lateinisch) Mitte 2011 mehr als 10.000 US-Dollar hinblättern. Diese Zeiten sind lange vorbei. Es war der Höhepunkt vor dem Absturz der Preise an den Rohstoffmärkten. Seither ging es in mehreren Schüben bergab. Aktuell befinden wir uns nur unweit des Tiefs von Mitte Januar, als Kupfer zwischenzeitlich nur noch 4.300 US-Dollar je Tonne kostete. Immerhin können wir seit Jahresanfang ein Pluszeichen vor die Preisentwicklung setzen.

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Aussichten gemischt

Die Aussichten für den Kupferpreis werden aber nicht unbedingt besser. In den Hausse-Jahren wurde viel in die Entwicklung neuer Minen investiert. Die sind inzwischen vielerorts in Produktion und sorgen dafür, dass es ein aktuell mehr als ausreichendes Angebot gibt. Dementsprechend waren die Höhenflüge in diesem Jahr meist nur von kurzer Dauer. Deutlich wird dies beispielsweise an den Januar-Zahlen der International Copper Study Group (ICSG). Die Lobbyorganisation der Kupferindustrie ermittelte einen Angebotsüberschuss auf dem Weltmarkt von 50.000 Tonnen. Das passt ins Bild.

Hoffnung auf zweites Halbjahr

Aber es gibt auch Hoffnung für höhere Preise. Etliche Kupfer-produzenten haben Minenschließungen und/oder Produktionskürzungen angekündigt, da sie derzeit nicht die erhofften Margen erreichen können oder gar Verluste mit dem Betrieb einfahren. Auf der Nachfrageseite hatten zuletzt die hohen Importe Chinas für einen Preisauftrieb gesorgt, sie erreichten im März ein Rekordniveau. Daher glauben manche Analysten, dass der Kupferpreis im zweiten Halbjahr die Marke von 5.000 US-Dollar je Tonne nachhaltig hinter sich lassen kann.

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Chile spitze, Peru wächst

Das meiste Kupfer stammt seit Jahr und Tag aus Chile. Im vergangenen Jahr bauten die Südamerikaner 5.764 Tonnen ab und damit mehr als dreimal so viel wie der zweitgrößte Produzent China. Das wird wiederum eng von Peru verfolgt, dass die Förderung 2015 um knapp ein Fünftel auf 1.654 Tonnen steigern konnte. Eine auffällige Produktionssteigerung gab es im vergangenen Jahr zudem in Indonesien. Die Südostasiaten konnten ihren Output um ein Drittel auf 587 Tonnen erhöhen. Blickt man auf die Zahlen aus den ersten Monaten dieses Jahres, so wird vor allem in China, aber auch in den Vereinigten Staaten ein deutlich höherer Output erwartet. Kommen aber die die Kürzungen bei den Minen, könnte sich das Bild im Laufe des Jahres noch gewaltig ändern.

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Top10-Kupferproduzenten2015

Bild: cut2sizemetals.com
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