Samstag , 21 Oktober 2017
Zinkpreis startet nächste Rally –  Glencore und Co. als Profiteure

Zinkpreis startet nächste Rally – Glencore und Co. als Profiteure

Der Zinkpreis hat vorige Woche an der führenden London Metal Exchange (LME) ein neues Dreimonatshoch markiert und damit eine mehrmonatige Phase der Konsolidierung abgeschlossen. Die Rally geht auch dank guter Konjunkturdaten aus China in dieser Woche weiter. Da sich die Bestände nahe historischer Tiefs befinden, könnte der „Pinch Point“ nun erreicht sein. Dieser löste die letzte massive Zink-Rally aus. Profiteure dieser Entwicklung wären einerseits große Produzenten wie Glencore oder Teck Resources. Vor allem aber würde sich der Anstieg bei „Pure Playern“ bemerkbar machen.

Zink war einfach nicht „sexy“

Ende 2015 warnten die Branchenexperten von Wood MacKenzie vor einer Verknappung von Zink. Schon damals wurden erste Minen geschlossen, weil sie nicht mehr von dem vor Rost schützenden Metall hergaben. Die waren schlichtweg erschöpft. In den nächsten Jahren werden sich weitere Minen einreihen und ihren Dienst einstellen, wie beispielsweise Golden Grove und Elura in Australien oder die finnische Phyhasalmi-Mine von First Quantum (siehe Tabelle). Insgesamt machen die in der Tabelle genannten Minen rund 10 bis 12 Prozent des globalen Angebots aus. Neu eröffnende Bergwerke wiederum gibt es kaum, da in den vergangenen zehn Jahren wenig in Zink investiert wurde. Das Metall erschien Firmen und Investoren nicht so „sexy“ wie Gold oder Kupfer. Und wenn mal eine neue Mine eröffnet, so liegen die Zinkgrade im Gestein häufig unter den Durchschnittswerten der vergangenen Jahrzehnte.

Geschlossene Zinkminen

Kommt jetzt die zweite Phase der Zink-Rally?

 Und so kam, was kommen musste. Inzwischen befindet sich der Zinkmarkt in einer echten Knappheitssituation. Die Warnung von Wood MacKenzie hatten damals nur Insider vernommen. Doch der Markt reagierte. Im Dezember 2015 begann der wundersame Aufstieg des Metalls. Seither ist der Preis je Tonne Zink um mehr als 80% gestiegen. Es ist das Industriemetall der Stunde. Zu Beginn der vergangenen Woche wurde erstmals wieder die Marke von 2.800 US-Dollar je Tonne an der LME überschritten. Diese Woche legt die Notiz weiter zu. Viele Experten sehen das als Startschuss für die zweite Phase der laufenden Zink-Rally.

Lagerbestände sinken kontinuierlich

Wie sehr ein Rohstoff im Trend liegt, können Anleger jedes Jahr auf der PDAC beobachten, der weltgrößten Rohstoffmesse in Toronto. Dort war 2017 das Jahr von Zink. Ein halbes Dutzend neue Explorerfirmen warben für ihre Projekte rund um den Globus. Manche Projekte sind wie schales Bier, darbten jahrelang vor sich hin und nun springen die Eigentümer einfach auf den Trend auf. Andere Projekte aber dürften vielversprechend sein. Das dieser Trend keine Eintagsfliege ist, zeigt der Blick in die Lager. Denn diese sind leer. So liegen die Bestände an der LME nur noch bei etwa 290.000 Tonnen, ein Drittel unter dem Wert von vor einem Jahr (siehe Graphik oben). Noch geringer sind die Bestände in Shanghai. Dort liegen nur noch rund 65.000 Tonnen Zink. China ist derzeit mit rund 45% der größte Verbraucher. Die Regierung in Beijing soll die Zinkschmelzen aufgrund mangelnden Zinkkonzentrats bereits angewiesen haben, die Verarbeitung herunterzufahren.

LME Zink Lagerbestände

Analysten setzen auf Angebotsdefizit und höhere Preise

Solche Meldungen wecken die Fantasie vieler Investoren. Und auch die Banken werden optimistischer. Die Analysten der australischen Macquarie rechnen nun mit einem baldigen Überschreiten der Marke von 3.000 US-Dollar pro Tonne. Im Gesamtjahr erwartet die Investmentbank ein Angebotsdefizit auf dem Weltmarkt von 650.000 Tonnen. Gemäß den Daten der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG), dem Verband der Zink- und Bleiproduzenten, lag das Angebotsdefizit in den ersten vier Monaten bereits bei 112.000 Tonnen. Und das obwohl die globale Minenproduktion um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt hatte. Nicht ganz so optimistisch ist die Société Générale. Bei den Franzosen wird mit einem Jahresdefizit von 250.000 Tonnen kalkuliert. Sicher scheint, dass der Markt nicht nur 2017, sondern auch in den Folgejahren im Defizit verharren wird. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Zink stetig steigt. Es kommt fast überall in der Industrie als Rostschutz zum Einsatz, dieser Anwendungsbereich entspricht momentan etwa zwei Drittel der weltweiten Nachfrage. Hinzu kommen Spezialanwendungen wie die allseits bekannten Zink-Tabletten oder auch als Bestandteil von Sonnencremes. Die Nachfrage aber ist nur selten der Preissetzer bei Rohstoffen. In Knappheitssituationen wie der heutigen bestimmt das Angebot, wohin die Reise geht.

Erreicht Zink nun den Pinch Point?

Für viel Gesprächsstoff sorgt derzeit eine Berechnung von Teck Resources, die das Unternehmen jüngst am Rande einer Präsentation erwähnte. Die Experten meinen, dass im September der „Pinch Point“ erreicht werden könnte. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Menge an verfügbaren Zink nur noch für zehn Tage des globalen Verbrauchs reicht. Und hier lohnt sich der Blick in die Vergangenheit. Denn das letzte Mal als dieser „Pinch Point“ eingetreten ist – vor etwa zehn Jahren – legte der Zinkpreis in der Folge auf bis zu 4.500 US-Dollar je Tonne zu. Nach aktuellem Stand hätte die Notiz noch mindestens 50% Luft nach oben.

Pure Player sind erste Wahl

Somit liegen im Zinkmarkt große Chancen für Anleger. Teck Resources und die Schweizer Glencore sind derzeit die größten Zink-Produzenten der Welt. Teck ist unter anderem Eigentümer von „Red Dog“ in Alaska, der größten Zinkmine überhaupt. Glencore wiederum war durch die Übernahme von XStrata vor rund fünf Jahren zu einem großen Spieler im Zink-Business geworden. Allerdings sind beide Großkonzerne breit aufgestellt und setzen auf viele weitere Basismetalle. Von einem starken Zinkpreisanstieg würden sie daher nur bedingt profitieren. Dafür sind die Portfolien einfach zu sehr diversifiziert. Investoren sollten daher entweder auf reine Zink-Produzenten setzen. Oder ab über ETF und Indexzertifikate in den Markt einsteigen. Unseres Erachtens weist Zink derzeit das beste Chancen-Risiko-Profil unter allen klassischen Industriemetallen auf. Tipp: Sie können sich kostenlos und unverbindlich für das Investor Magazin anmelden. Dann senden wir Ihnen unsere Ausgaben jede Woche bequem in Ihr E-Mail-Postfach. Die Anmeldung ist jederzeit kündbar, Ihre Daten werden keinesfalls an externe Dritte weitergegeben.

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Bildquelle: Glencore

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