Dienstag , 11 Dezember 2018
Rückblick: 2014 – Kein allzu schlechtes Börsenjahr

Rückblick: 2014 – Kein allzu schlechtes Börsenjahr

 Nur noch wenige Handelstage liegen vor uns im Jahr 2014. Es wird also Zeit, Bilanz zu ziehen und vorauszublicken. An sich lief das Jahr gar nicht so schlecht. Mit dem Ukraine-Konflikt, dem Vormarsch des Islamischen Staats, dem heftigen Ölpreisverfall, dem Aufflammen der europäischen Schuldenkrise und dem Auslaufen der Anleihekaufprogramme der Federal Reserve gab es jede Menge Ereignisse, die immer wieder die Aktienmärkte in Mitleidenschaft zogen. Auf der anderen Seite stützten das billige Geld der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan, die niedrigen Rohstoffpreise oder auch der Boom bei Technologie-Aktien die weltweiten Börsen. Und auch die Wirtschaft in der Volksrepublik China hielt sich deutlich wackerer, als so mancher Dauer-Pessimist vorausgesagt hatte. Das waren nur ein paar Highlights 2014. Die Aktienindizes waren in Folge der vielen externen Faktoren sehr volatil. Allerdings zeigt der Blick: In Summe hat sich der Leitindex DAX kaum von der Stelle bewegt. Wir registrierten ein Mini-Plus bis zum heutigen Tag. Ähnlich sah es auch beim MDAX (-1,3%) und SDAX (+1,3%) aus. Lediglich beim TecDAX steht mit bisher 12,3% ein ordentliches Plus zu Buche. Alles in allem ist das mit Blick auf die vielen Krisenherde eine ordentliche Entwicklung am deutschen Aktienmarkt.

Stock-Picking hätte sich gelohnt!

Eine Detailanalyse zeigt aber: es kam mal wieder auf die Einzelwerte an. So legten im TecDAX beispielsweise 17 Werte zu, 13 aber brachten Verluste. QSC büßte zwei Drittel des Börsenwerts ein, die Aktie von Dialog Semiconductor konnte dagegen um drei Viertel zulegen. Sehr unterschiedlich lief es auch im DAX. Stand heute liegt die Hälfte der enthaltenen Titel im Minus, genauso viele aber auch im Plus. Der schlechteste Einzelwert war ausgerechnet im Fußball-WM-Jahr (!) der Sportartikelkonzern Adidas (-40%). Am besten schnitt dagegen der Anteilschein von Merck (+19,5%) ab. Insofern zeigt sich einmal mehr, dass eine solide Einzelwerttaktik, unser vielgepriesenes Stock-Picking, dem reinen Indexinvestment überlegen ist. Wer per ETF nur auf den DAX gesetzt hat, hat dieses Jahr nichts verdient. Sein ETF-Anbieter aber schon.

Gute und schlechte Empfehlungen

Doch auch bei uns lief nicht alles glatt. Insgesamt 40 unserer Empfehlungswerte wurden im Laufe des Jahres ausgestoppt; die meisten während der großen Marktkorrekturen im August und Oktober. Dabei brachten 24 unserer Engagements Gewinne, 16 schlossen wir mit Verlusten ab. Allerdings fahren wir eine strikte Stopp-Politik. Und das wiederum hat sich bezahlt gemacht. So liegt der maximale Verlust bei einem Einzelwert bei -25% (LPKF Laser). Bei den meisten Werten flogen wir aber „nur“ mit Verlusten von nur 5% bis 16% raus. Auf der anderen Seite heißt es: Gewinne laufen lassen. Und das haben wir auch getan. So brachten uns 12 der 26 mit Gewinn ausgestoppten Werte eine Performance von 20% und mehr. Am besten schnitt die Aktie des IT-Dienstleisters Cancom an. Dieses Papier hatten wir bereits im Oktober 2012 empfohlen, es brachte bis zum August 2014 einen Gewinn von 150%. Dazu gab es zahlreiche Titel wie Grammer (+78%), Continental (+69%), Turbon (+49%) oder auch R. Stahl (+43%), die von der Performance her herausragten.

Wenig Glück bei Anleihen …

Doch genug der Schulterklopfer. Mit unserem Engagement bei Unternehmensanleihen lief es nicht ganz so gut. Diese Bonds, die wir ausdrücklich nur sehr spekulativ orientierten Investoren ans Herz legten, liefen nicht alle gut. Während wir bei Gamigo ein gutes Timing bewiesen, waren wir bei VST zu früh dran und liegen da derzeit hinten. Bei beiden Papieren sollten sie dabeibleiben. Mit der Singulus-Anleihe und auch mit René Lezard (siehe Empfehlungsliste) lagen wir schlicht daneben. Auch das sollte man sich am Jahresende eingestehen können.

… ein bisschen mehr an der Glaskugel

Immerhin scheinen wir mit unserem Ausblick 2014 ganz gut gelegen zu haben. Ein schwieriges Aktienjahr haben wir prophezeit, aber auch eine Erhöhung des Aktienanteils bei institutionellen Investoren. Beides ist eingetreten. Auf der anderen Seite waren wir überzeugt, dass die Schuldenkrise wieder aufflammt, und auch da haben uns speziell Griechenland und Portugal, aber auch Frankreich nicht enttäuscht. Zudem waren wir von China überzeugt. Auch das machte Sinn. Den Ukraine-Konflikt, aber auch den Boom in Japan hatten wir allerdings nicht auf dem Zettel. Und nun wagen wir uns wieder an die Glaskugel.

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Bild: Tim Reckmann  / pixelio.de
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