Samstag , 21 Juli 2018
Dialog: Weniger Apple, mehr iWatt!

Dialog: Weniger Apple, mehr iWatt!

Um fast 18% hat der TecDAX in diesem Jahr bereits zugelegt. Und die Aussichten für die Werte im deutschen Technologieindex sind angesichts des sich stetig bessernden Konjunkturumfelds gut. Allerdings lief es für einen der deutsche High Tech-Werte bislang miserabel. Die Aktie von Dialog Semiconductor (10,84 Euro; GB0059822006) ist der drittschlechteste Wert im Index und weist ein Minus von 22% auf. Das Papier hat bei 9 Euro jedoch seinen Abwärtstrend stoppen können und einen stabilen Boden gefunden. Binnen zweier Monate ging es nun wieder zügig nach oben.

Neue iPhone-Fantasie

Und das hat seine Gründe im operativen Geschäft. Dem Konzern wurde von Investoren und Analysten stets vorgehalten, zu stark vom Hauptkunden Apple Abhängigkeit zu sein. Der Halbleiterhersteller spürte dies insbesondere im zweiten Quartal, in dem man wahrscheinlich nicht die Umsätze des Vorjahrs erreichen wird (Zahlen werden am 23. Juli veröffentlicht). Doch nun ist Besserung in Sicht und auch das hat mit dem Konzern aus Cupertino zu tun. Im Spätsommer wird mit der Einführung zweier neuer iPhone-Modelle gerechnet. Das sollte die Geschäfte von Dialog wieder zum Laufen bringen.

iWatt-Übernahme hilft bei Diversifizierung

Daneben hat das Unternehmen mit einer Übernahme einen Schritt zur weiteren Diversifizierung des Geschäftsmodells getan. Mit iWatt hat Dialog einen der führenden Spezialisten für Ladetechnologien gekauft. Die Transaktion wurde erst am Dienstag abgeschlossen. Mit dem gemeinsamen Know-how besteht die Chance, die Ladezeiten von Smartphones deutlich zu reduzieren. Außerdem hat Dialog nun einen Fuß im LED-Markt, dessen Boom im Retailgeschäft erst für die nächsten Jahren erwartet wird. Die Übernahme hat im Maximalfall einen Wert von rund 345 Mio. US-Dollar (310 Mio. + Earn Outs) und sollte Dialog wieder stärker in den Fokus von Investoren rücken. Die Abhängigkeit von Apple soll zudem mit dem Ausbau des Geschäfts mit Samsung reduziert werden.

Solide Finanzlage

Finanziell ist Dialog gut aufgestellt. 2012 gingen 773,6 Mio. US-Dollar durch die Bücher. Die EBIT-Marge lag bei 11,8%, der Nettogewinn bei 62,5 Mio. US-Dollar. Aufgrund der starken technologischen Basis und der guten Marktposition sollte Dialog auch in den nächsten Jahren deutlich wachsen können.

Aktie unterbewertet

Die Analysten rechnen für 2013 mit einem Erlös von 875 Mio. US-Dollar. Die EBIT-Marge sollte sich auf 12% plus X verbessern. Beim EPS wird mit umgerechnet 0,91 Euro gerechnet. Im kommenden Jahr sollte diese Kennzahl zulegen, erwartet werden 1,15 Euro. Damit kommt die Dialog-Aktie auf ein KGV von 10. Das ist für einen wachstumsstarken Technologiewert niedrig.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 37

Bild: Dialog Semiconductor
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