Sonntag , 22 April 2018
Die Top 10 der größten Techübernahmen; u.a. Dell, Facebook, Google, Microsoft, HP & NXP

Die Top 10 der größten Techübernahmen; u.a. Dell, Facebook, Google, Microsoft, HP & NXP

Kein Wachstum mehr, aber jede Menge billiges Geld – in solch einer Situation ist es völlig normal, dass Manager gerne zukaufen. Meist und gerne auch auf Pump. Auch aufgrund dieser Marktsituation könnte 2015 ein Rekordjahr in Sachen Mergers & Akquisitions (M&A) werden. Das dürfte die Anwälte, Prüfer und so manchen Aktionär eines übernommenen Unternehmens freuen. Den Schaden haben meist die Eigner des aufkaufenden Unternehmens. Dazu kommt: eine zunehmende Zahl an Akquisitionen ist oft ein gutes Signal dafür, dass die Börsenparty vorbei ist. Die jüngsten, turbulenten Monate haben das schon gezeigt.

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Dell riskiert sein Lebenswerk

Alles, was Sie bisher gelesen haben, gilt grob für etwa 80% aller Unternehmensübernahmen. Der jüngste Rekorderwerb im Tech-Sektor fällt aber nicht automatisch in diese Kategorie der „schlechten“ Deals. Denn zum einen handelt es sich beim Erwerber Dell um einen nicht börsennotierten Konzern, es wird also nicht auf Kosten von Kleinaktionären gekauft. Vielmehr hat Gründer Michael Dell mit Hilfe von Finanzinvestoren den Konzern im Jahr 2013 von der Börse genommen. Nun wirbelt der Tech-Pionier mit einem 67 Mrd. US-Dollar schweren Angebot für den Datenspeicher-Spezialisten EMC die Branche durcheinander. Es ist die größte Übernahme in der noch jungen Geschichte der Tech-Companys. Und Dell geht damit ein hohes Risiko ein. Der 50-jährige Studienabbrecher (University of Texas, Austin) zahlt immerhin mit eigenem Geld (und Krediten!) und riskiert damit möglicherweise sein unternehmerisches Lebenswerk. Zudem bietet er fast das 25fache des Nettogewinns von EMC im Jahr 2014. Kein Schnäppchen also! Dennoch könnte der Deal gutgehen, denn das Unternehmen Dell kämpft in einem schwierigen Markt um jeden Dollar. EMC wiederum bietet mit seinem Datenspeicher-Business Wachstumschancen und eine sehenswerte Nettoumsatzrendite von 11%. Die Übernahme könnte sich also lohnen, zumal Dell auch noch die EMC-Tochter VMware (Anteil: 80%) losschlagen könnte, um einen ersten größeren Rückfluss zu generieren.

 

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Wie HP und Google Geld verbrannten…

Dennoch: So viel hat noch keiner in der Techbranche auf den Tisch gelegt. Der Dell-EMC-Deal ist etwa doppelt so groß wie die Übernahme von Compaq durch Hewlett Packard (HP) im Jahr 2001. Und auch keine Web 2.0-Übernahme kann da mithalten. Dennoch wird Michael Dell vor dem Angebot genau studiert haben, was andere falsch gemacht haben. Google wollte einst groß ins Handy-Geschäft einsteigen und neben der Software (Android) auch gleich das Telefon (Motorola) mitverkaufen. Das ging schief. Am Ende schnappte sich das heute Alphabet genannte Unternehmen vor allem die Patente des Telefonunternehmens und verschacherte den Rest für lediglich 3 Mrd. US-Dollar an Lenovo. Manche meinen allerdings, die Übernahme hätte sich wegen der Patente allemal gelohnt. HP übrigens ging es mit Compaq nicht besser. Die angekündigten Synergien wurde – wie zumeist – nie gehoben, HP musste tausende Jobs streichen und viele Milliarden an Firmenwert abschreiben. Spannend wird es zu sehen sein, was Facebook nach der Übernahme von WhatsApp mit dem Kommunikationsdienst anstellt, damit er Geld verdient. Bisher hört man da recht wenig, so mancher Branchenbeobachter bezeichnet auch diesen Deal bereits als Fehlgriff.

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Top10-Techübernahmen

Bild: pixabay - geralt
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