Dienstag , 20 November 2018
Aktie der Woche: Constantin Medien – Da kommt Bewegung rein

Aktie der Woche: Constantin Medien – Da kommt Bewegung rein

Bereits zweimal hat Constantin Medien in diesem Jahr die Ergebnisprognose erhöht. Gestartet war man mit eine Ziel von 0 bis 2 Mio. Euro ins Jahr. Ende Oktober – mit der zweiten Erhöhung – ging das Management von 4 Mio. bis 6 Mio. Euro aus. Der Kursverlauf hat das aber nur zum Teil widergespiegelt. Zwar erhöhte sich die Notiz des Unternehmens zunächst von Januar bis Ende Oktober um fast 50%. Seither ging es aber trotz der zweiten Prognoseerhöhung kräftig bergab, so dass das Kursplus 2015 auf etwas mehr als ein Fünftel schrumpfte.

Sport1 sorgt für Musik

Für die gute Entwicklung ist zum einen der Kinohit „Fuck Ju Göthe 2“ verantwortlich. Die Fortsetzung der Schüler-Klamotte lockte weit mehr als 7 Mio. Besucher in die Kinosäle und ließ die Kassen klingeln. Ob sich dieser Erfolg auch im neuen Jahr wiederholen lässt, darf zwar bezweifelt werden. Dafür hat Constantin allerdings ein weiteres heißes Eisen im Feuer. So erwarb die Tochter Sport1 die Rechte an der UEFA Europa League. Der „arme Bruder“ der Fußball Champions League ist ein echter Erfolg. Mit attraktiven deutschen Teilnehmern wie Borussia Dortmund wurden weit überdurchschnittliche Zuschauerzahlen und damit auch Werbeeinnahmen erzielt. Hinzu kommt: Im ersten Halbjahr steht die K.-o.-Runde dieses Wettbewerbs an. Mit dabei sind neben dem BVB drei weitere deutsche Teams, die zum einen allesamt attraktive Gegner wie den FC Porto oder den FC Liverpool zugelost bekamen. Zum anderen traut man neben dem BVB auch Bayer Leverkusen und Schalke 04 zu, lange im Wettbewerb zu bleiben und somit für hohe Einschaltquoten und Werbeeinnahmen zu sorgen. Daneben hat man für drei Jahre die Rechte am Nachwuchswettbewerb UEFA Youth League erworben, die für hohe Zuschauerzahlen in den Nachmittagsstunden sorgen dürfte.

Neuordnung im Verbund

Abseits des grünen Rasens auf der Mattscheibe bewegt sich bei Constantin Medien aber auch viel im Hintergrund. So wird Fred Kogel neuer Vorstandschef der Gesellschaft. Amtsinhaber Bernhard Burgener tritt nach sieben Jahren ab, bleibt als Großaktionär von Constantin und der eng verbundenen Highlight Communications aber dem Unternehmen natürlich verbunden. Kogel war schon seit Oktober in der Gruppe tätig und vorher unter anderem beim ZDF, bei SAT.1 und bei der früheren Kirch-Media in führender Position aktiv. Mit Burgerners Abgang aus der operativen Funktion könnte nun eine Neuaufstellung der Gruppe stattfinden. So könnten die beiden Börsenlistings von Constantin und Highlight bald ein Ende finden. Wie Burgerner auf dem Eigenkapitalforum Ende November in Frankfurt andeutete, könnten beide Gesellschaften fusionieren, was sie wieder zum SDAX-Kandidaten machen würde. Allerdings ist es kompliziert, die Unternehmen sind durch die Tochter Constantin Film verbunden, zudem hat Highlight seinen Sitz in der Schweiz. Und wer nun von einem Zusammenschluss stärker profitieren würde, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar. Fakt ist, dass ein gemeinsame Gesellschaft geringere Börsenkosten hätte und sicherlich die eine oder andere Synergie in diesem Fall zu heben ist.

Attraktive Bewertung

In die Aktie dürfte also in den nächsten Wochen und Monaten noch jede Menge Bewegung kommen. Zudem ist sie auch von der Bewertungsseite her attraktiv. Der Analysten-Konsens rechnet für 2015 mit einem Umsatz von rund 485 Mio. Euro und damit dem oberen Ende der vom Unternehmen ausgegebenen Ziele (450 Mio. bis 490 Mio. Euro). Unterm Strich dürfte ein Gewinn je Aktie von 0,07 Euro drin sein. Für das kommende Jahr werden 0,12 Euro erwartet. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 13.

Die Aktie von Contantin Medien eignet sich eher für erfahrenere Investoren, die mit einer hohen Volatilität umgehen können.

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Bild: Constantin Medien
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