Montag , 11 Dezember 2017
Aktie der Woche: Surteco – Jetzt wird die Ernte eingefahren

Aktie der Woche: Surteco – Jetzt wird die Ernte eingefahren

Am 30. April präsentierte sich Friedhelm Päfgen ein letztes Mal den Finanzmedien und Analysten in Frankfurt am Main. Der scheidende Vorstandschef von Surteco wirkte durchaus zufrieden. Mit der Übernahme von Süddekor im Jahr 2013 hat der 63-jährige Diplom-Kaufmann sein Meisterstück kurz vor der Rente abgeliefert und den Zulieferer der Möbelindustrie (Kantenbänder, Sockelleisten, Folien etc. aus Papier/Kunststoff etc.) endlich in den SDAX geführt. Davon hatte er schon einige Jahre gesprochen. Die Akquisition ist inzwischen weitgehend abgeschlossen, so dass Päfgens Nachfolger im Management die Ernte einfahren können.

Synergien zahlen sich jetzt aus

Als der in Dormagen geborene Päfgen 1991 Alleinvorstand der Vorgängergesellschaft Bausch wurde, verwaltete er lediglich einen Umsatz von 40 Mio. Euro. Daraus wurden im vergangenen Jahr 618,5 Mio. Euro mit einem EBITDA von 62,8 Mio. Euro. Nachfolge-CEO Herbert Müller kann darauf aufbauen. Denn die letzten Integrationsbemühungen in Sachen Süddekor sind weitgehend abgeschlossen. Nun gilt es, Synergien einzufahren. So hat Surteco bereits den Vertrieb und den Einkauf vereinheitlicht und setzt hier auf Skaleneffekte. Hinzu kommt, dass man nun breiter aufgestellt ist und dies 2015 Früchte tragen sollte. Der überwiegende Teil der Synergien werde aber „erst 2016 sichtbar“, wie Päfgen betonte.

Nächste Ziele: Expansion nach Ostasien und Nordamerika

Doch für Surteco geht es nicht nur darum, Marktpositionen zu halten und Sparpotenziale zu heben. Man will organisch zulegen. So blickt man im Kunststoffgeschäft vorwiegend nach Asien. Hier spielt in Zukunft die Musik. Im Papiersegment will das Unternehmen dagegen verstärkt auf Nordamerika setzen. Kleinere Akquisitionen sind wohl möglich, vor allem in Osteuropa, doch hauptsächlich soll der Konzern zunächst aus eigener Kraft die Einnahmen kontinuierlich steigern.

Überzeugender Jahresauftakt

Im ersten Quartal konnte Surteco überzeugen und überraschte beim Umsatz sogar positiv. So legten die Einnahmen um 3,7% auf 166 Mio. Euro zu. Gut läuft es derzeit in Nordamerika (35%) und Australien (+18%), während der deutsche Heimatmarkt (-1%), das restliche Europa (-3%) und Asien (-2%) schwächeln. Auf EBITDA-Ebene machten sich aber noch Einmalkosten bemerkbar, so dass diese Kennzahl um rund ein Siebtel auf 18,9 Mio. Euro zurückging. Unterm Strich blieb ein Ergebnis je Aktie von 0,54 Euro (+24,9%). Die Jahresprognose hat Surteco bestätigt: so will man den Umsatz leicht erhöhen, beim Ergebnis aber eine Verbesserung zeigen.

Attraktive Bewertung

Was macht Surteco jetzt zu einem Kauf? Es sind vor allem die Bewertung und die Ausschüttung. So dürfte sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis dieses Jahr auf einem 14 oder 15er Niveau bewegen. Dank der Synergien und wegfallender Einmalkosten sollte 2016 dann ein Gewinn je Aktie von 2,20 Euro und mehr drin sein. Dann sprechen wir über ein KGV von lediglich 12 oder gar 11. Hinzu kommt, dass Surteco ein zuverlässiger Dividendenlieferant ist. Dieses Jahr werden 0,70 Euro je Anteilschein ausgeschüttet (Rendite: 2,8%, HV am 26. Juni). Mit einem steigenden Gewinn sollte deutlich mehr drin sein. Solidität versprechen unter anderem auch die hohe Eigenkapitalquote von 50,4% und der Einfluss der Eigentümerfamilie, die noch die Mehrheit am Unternehmen besitzt.

Bringen Sie etwas Zeit mit

Nach den ersten Ausflügen an die 28 Euro-Marke Anfang April gab die Aktie von Surteco zuletzt nach und konsolidiert derzeit auf niedrigerem Niveau. Wir sehen das als eine gute Einstiegschance für langfristig orientierte Investoren, die etwas Zeit (mindestens 18 Monate) mitbringen.

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Bild: Surteco SE
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