Mittwoch , 22 November 2017
IBUTec: E-Mobility-Konzern wagt Premieren-IPO an „Scale“

IBUTec: E-Mobility-Konzern wagt Premieren-IPO an „Scale“

Wir haben viel Kritik am neuen Börsensegment Scale geübt, dass den Entry Standard seit dem 1. März ersetzt. Nun steht dort der erste Börsengang bevor. Mit IBUtec advanced materials wagt ein Tech-Unternehmen den Gang aufs Parkett. „Dabei haben wir gar kein Produkt“, gibt Vorstandschef und Großaktionär Ulrich Weitz im Gespräch mit dem Investor Magazin zu. Denn IBUtec ist ein Entwicklungs- und Produktionsdienstleister, der sich auf die thermische Herstellung von Pulvern und Granulaten spezialisiert hat. Diese kommen u.a. in Katalysatoren und in Elektroautobatterien zum Einsatz, aber auch in modernen Energiespeichern. Spätestens jetzt dürfte es bei vielen Investoren Klick machen. Denn kaum ein Segment ist derzeit so spannend wie E-Mobility, wie die Cebit in Hannover, aber auch der IPO der Aumann AG zeigen (s. Ausgabe 201).

Seit 16 Jahren profitabel

IBUtec kann mit guten Eckdaten punkten. Das Unternehmen wurde vor 17 Jahren vom Maschinenbauer Weitz gekauft, ist seit 16 Jahren profitabel und konnte in dieser Zeit aus eigener Kraft Investitionen in Höhe von rund 30 Mio. Euro stemmen. Seit 2014 wuchs man durchschnittlich um knapp 20% pro Jahr. Im vergangenen Jahr setzte IBUtec rund 17,7 Mio. Euro um und kam auf eine EBIT-Marge von stolzen 23,1%. Das ist möglich, weil namhafte Unternehmen wie BASF auf das Know-how der Gesellschaft aus Weimar setzen. Auch die Eigenkapitalquote von 66,6% per Jahresende überzeugt.

Wachstumsfinanzierung im Fokus

Doch dabei soll es nicht bleiben. Derzeit schaut sich IBUtec nach Akquisitionsmöglichkeiten um, um das künftige Wachstum stemmen zu können. Weitz muss die Kapazitäten ausbauen. Das kann mittels einer Übernahme geschehen. Aber auch der Aufbau eines neuen Standorts ist möglich. Zudem soll das Geschäft internationalisiert werden, aktuell kommen 90% der Erlöse aus Deutschland. Dazu braucht das Unternehmen in etwa den Betrag, den es nun mit dem IPO einsammeln will. IBUtec bietet insgesamt 1 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung (+Greenshoe von 150.000) sowie 60.000 Stücke aus Altbeständen an. Die Preisspanne liegt bei 16 bis 20 Euro. Familie Weitz hält post-IPO rund 69% und hat sich verpflichtet, diese für 30 bis 93 Monate zu halten. Das ist ein starkes Statement.

Erstnotiz am 30. März geplant

Der Börsengang (Erstnotiz 30. März) dürfte ein Erfolg werden. Denn das Interesse von Investoren an E-Mobility-Unternehmen ist riesig, zumal IBUtec (ISIN: DE000A0XYHT5) aufgrund seiner breiten Angebotspalette auch dann wachsen kann, wenn die E-Auto-Revolution noch ein bisschen länger auf sich warten lässt. Bewertungstechnisch ist die Firma aber schwer zu greifen. Im Prinzip handelt es sich um ein Spezialchemieunternehmen. Allerdings gibt es keine wirklich passende Peer Group. Wir rechnen damit, dass der Börsengang glatt durchgeht. IBUtec könnte damit ganz nebenbei der Eisbrecher für Scale werden und im Erfolgsfall weitere Technologie-Unternehmen an die Börse locken. Mehr News zu deutschen Small- und MidCaps gibt es jede Woche aktuell im Investor Magazin. Sie können sich kostenlos und unverbindlich hier anmelden. Dann senden wir Ihnen das Investor Magazin bequem in Ihr E-Mail-Postfach.

Bildquelle: IBUtec advanced materials

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