Freitag , 18 August 2017
Barrick, BHP Billiton, Northern Dynasty – Auf der Jagd nach den größten Goldvorkommen der Welt

Barrick, BHP Billiton, Northern Dynasty – Auf der Jagd nach den größten Goldvorkommen der Welt

Die großen Bergbaukonzerne suchen vor allem möglichst große Goldvorkommen, die man im besten Fall über Jahrzehnte erfolgreich abbauen kann. Das Investor Magazin hat die zehn größten Goldvorkommen der Welt einmal unter die Lupe genommen. Viele befinden sich seit Jahren in Produktion, auf manchem wird gerade eine Mine gebaut. Der größte Goldschatz des Planeten wird aber vielleicht nie gehoben werden.

Der Schatz in Alaska

107,9 Mio. Unzen Gold! Was könnte man damit nicht alles machen? Diese Menge des Edelmetalls wird jedenfalls in Alaska auf dem Pebble-Projekt vermutet. Pebble, was auf deutsch Kieselstein heißt, beherbergt aber nicht nur das größte Goldvorkommen der Welt. Es ist auch das wohl umstrittenste und eines der schwierigsten zu realisierenden Projekte unserer Zeit. Vor der großen Finanzkrise hatte sich der Projektgenerator Hunter Dickinson der Sache angenommen. Pebble ging als Eigentum der Northern Dynasty an die Börse. Auf rund 1,5 Mrd. US-Dollar schätzte man den Capex zu dem Projekt – eine gewaltige Summe. Dementsprechend holte man sich finanzstarke Partner an Bord. Niemand anderes als die Bergbaugiganten Rio Tinto und Anglo American stiegen in das Pebble-Joint Venture ein. Doch damit fingen die Probleme erst an.

Trump sorgte für das Comeback

Denn die Goldpreise sanken, der „Superzyklus“ der Rohstoffe fand spätestens 2011 sein Ende. BHP und AngloAmerican verabschiedeten sich von dem Projekt. Noch dazu gab es jede Menge Gegenwind von Umweltschützern und Anrainern. Denn Pebble liegt nahe Bristol Bay in Alaska. Viele halten es nicht für vertretbar, dass der Mensch dort mit solch einem gigantischen Industrieprojekt in die Natur eingreift. Die US-Umweltbehörden hatten dementsprechend eine reservierte Haltung eingenommen. Inzwischen aber weht im Weißen Haus ein anderer Wind. Twitter-König Donald J. Trump hat die Mittel und Planstellen der Umweltbehörde EPA kräftig zusammengestrichen. Das weckte die Hoffnung und auch wieder die Gier an der Börse. Die Aktie von Northern Dynasty war vom Höchststand 2011 bei 20 CAD auf lediglich 0,30 CAD eingebrochen. Mit Trump ging es rasant aufwärts, allein seit November konnte sich das Papier in der Spitze vervierfachen. Inzwischen aber hat es sich wieder halbiert, obwohl neben Gold auch Kupfer, Silber und Molybdän im Wert von geschätzten 180 Mrd. US-Dollar im Boden stecken sollen. Denn zum einen laufen Umweltschützer und Ureinwohner immer noch Sturm gegen das Projekt. Zum anderen haben auch Hedge Funds zur Attacke gerufen. Denn sie halten Pebble für „wertlos“, da es nicht realisierbar sei. Dieser Angriff dürfte auch der Hauptverursacher der jüngsten Kurshalbierung sein. Ob Pebble jemals in Produktion geht, erscheint Stand heute unwahrscheinlich. Die Aktie, so sagte uns ein Branchenkenner in Toronto jüngst, sollte man strikt meiden. Außer man hat einen Hang zum Zocken!

Top 10 Goldvorkommen 2016

Olympic Dam: das Mammutprojekt

Der größte Goldschatz der Welt wird wahrscheinlich auf absehbare Zeit nicht gehoben. Doch es gibt andere gewaltige Projekte, die es zu beackern gilt. Olympic Dam war auch solch eine Mammutaufgabe. Die Mine von BHP Billiton befindet sich in Australien und arbeitet bereits. Rund 107 Mio. Unzen Gold werden dort vermutet. Bereits seit mehr als 25 Jahren werden auf dem Gelände das Edelmetall, aber auch Silber und Kupfer abgebaut. Zudem gibt es jede Menge Uran unter der Erde. Dennoch wurden mehr als 70% des Erzkörpers überhaupt noch nicht von den Mineningenieuren angetastet. Einst wollte der Bergbauriese rund 30 Mrd. US-Dollar in den Ausbau von Olympic Dam investieren, um aus einer der größten Untertageminen der Welt den größten Tagebau des Planeten zu formen. Doch auch diese Pläne wurden 2012 ein Opfer von sinkenden Rohstoffpreisen. Inzwischen backt BHP kleinere Brötchen und hat jüngst einen langsameren und wesentlich günstigeren Ausbauplan präsentiert. Dieser dürfte sich aus dem laufenden Cashflow finanzieren lassen!

Kosten runter per Solarenergie

Ganz anders als in den USA, Kanada oder Australien stellt sich die Lage in Afrikas Rohstoffnation Nummer eins dar. In Südafrika sind die Kosten oft viel zu hoch. Dies gilt auch für das Projekt South Deep von Gold Fields ganz in der Nähe von Johannesburg. Dort werden aktuell 300.000 Unzen pro Jahr aus der Erde geholt. In den nächsten fünf Jahren soll die Jahresproduktion aber auf 500.000 Unzen gesteigert werden. Das würde die All-In-Kosten dann auf einigermaßen erträgliche 875 US-Dollar je Unze senken. Wirklich günstig ist das zwar nicht, aber immerhin. Die Einsparungen will man unter anderem dank eines Solarkraftwerks generieren und sich so auch ein wenig unabhängiger vom Ölpreis machen. Die Energiekosten sind einer der wichtigsten Faktoren im laufendem Betrieb einer Mine. Auch mit der höheren Förderung wird die Mine aber noch eine Weile bestehen können, denn im Boden wird ein Goldvorkommen von 68,4 Mio. Unzen vermutet. Damit ist South Deep das drittgrößte Goldvorkommen der Welt. In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich auch Lihir mit 57,4 Mio. Unzen. Doch sie liegt auf der Insel Aniolam (auch Niolam) vor der Küste Papua Neuguineas. Die Mine befindet sich in der Luise-Caldera und beherbergt das größte epithermale Goldvorkommen mit dem höchsten Goldgehalt der Welt. 1982 wurde es entdeckt, seit 1997 wurden rund 10 Mio. Unzen gefördert. Newcrest Mining übernahm Lihir im Jahr 2010 für satte 10 Mrd. US-Dollar. Aktuell planen die Australier den Ausbau der Mine, 2016 warf sie rund 900.000 Unzen Gold ab.

Eine Stunde Fahrstuhl fahren

Wenn Sie von der Oberfläche rund eine Stunde brauchen, um die tiefste Tiefe einer Mine zu erreichen, dann befinden Sie sich in Mponeng im Witwatersrand in Südafrika. Dort liegt mit 47,7 Mio. Unzen das siebtgrößte Goldvorkommen der Welt, die Arbeiten reichen bis in eine Tiefe von vier Kilometern. Ganz unten wird kalte Luft in Reservoirs gepumpt, das sich dann per Sprühanlage auf die Schächte verteilt. Anders könnten die Arbeiter die Temperaturen von 60 Grad Celsius nicht aushalten. In dem Bergwerk wird bereits seit dem Jahr 1981 Gold abgebaut, in der Region selbst aber bereits seit mehr als 200 Jahren. Eigentümer AngloGold Ashanti will nun rund 1 Mrd. US-Dollar in die Mine stecken, um die Jahresproduktion auf 450.000 Unzen hochzufahren. Zuletzt kam man hier übrigens auf stolze 9,6 Gramm Gold je Tonne Gestein.

16 Jahre Explorationsarbeit

Während Pebble wohl nicht auf absehbare Zeit gebaut wird, könnte Alaska dennoch bald eine von nur sechs Minen beherbergen, die mehr als eine Mio. Unzen pro Jahr fördert. Im Südwesten des US-Bundesstaates liegt nahe Crooked Creek im Kuskokwim Goldgürtel das Projekt Donlin. Unter der Erde werden 45 Mio. Unzen vermutet mit durchschnittlichen Goldgraden von 2,24 Gramm je Tonne Gestein. 16 Jahre lang haben die Eigentümer Barrick und Novagold zig Millionen in die Exploration investiert. Seit 2012 läuft das Genehmigungsverfahren, Anfang des kommenden Jahrzehnts soll Donlin endlich in die Produktion gehen. Aktuell rechnen die Betreiber mit einem Minenleben von rund 27 Jahren. Allerdings sind bis zum Start noch jede Menge Aufgaben zu erledigen. Die Verkehrsinfrastruktur muss ausgebaut werden und auch der Aufbau der Stromversorgung wird noch einiges an Zeit, aber vor allem auch jede Menge Geld kosten! Bei 45 Mio. Unzen Gold sollte sich das aber lohnen! Viele andere aktuelle Geschichten und Analysen aus der Rohstoffwelt und von den Aktienmärkten finden Sie in der neuesten Ausgabe des Investor Magazins!

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Bildquelle: AngloGold Ashanti

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