Dienstag , 23 Januar 2018
Evotec: Kommt jetzt der Ausbruch?

Evotec: Kommt jetzt der Ausbruch?

Die Aktie von Evotec (3,68 Euro; DE0005664809) scheint derzeit in einer Handelsspanne gefangen zu sein. Nachdem das Papier in der zweiten Jahreshälfte 2013 kräftig gewinnen konnte und schon fast an der 5 Euro-Marke kratzte, ging es danach steil bergab. Für den Absturz waren unter anderem Restrukturierungsaufwendungen für die Schließung des indischen Standorts sowie eine Wertberichtigung in einer Wirkstoffreihe verantwortlich. Seit nunmehr drei Monaten bewegt sich der TecDAX-Titel in einer engen Spanne zwischen 3,40 Euro und 3,80 Euro. Nun könnte es wieder Zeit werden, für deutlich höhere Kurse.

Übernahme und Meilensteinzahlung

Denn bei den Hamburgern tut sich wieder etwas. Ende Mai hatte Evotec die Übernahme der Euprotec bekannt gegeben. Bei den Briten handelt es sich um ein Auftragsforschungsunternehmen, dass sich auf den Bereich der Infektionskrankheiten spezialisiert hat. Die Norddeutschen erhoffen sich dadurch neue Allianzen mit Pharmaunternehmen und einen Ausbau der eigenen Expertise bei Antiinfektiva. Der Übernahmepreis besteht aus einer Sofortzahlung in Höhe von 1,9 Mio. Pfund sowie einer zukünftigen Zahlungskomponente in Höhe von 1,25 Mio. Euro. Letztere ist zwei Jahre nach der Akquisition fällig und vom Erreichen bestimmter Umsatzziele abhängig. Daneben konnte Evotec mal wieder mit einer Meilensteinzahlung punkten. Der Pharmapartner Boehringer-Ingelheim überweist 1 Mio. Euro an das Hamburger Unternehmen, da eine Substanz für die Behandlung von Atemwegserkrankungen in die präklinische Entwicklung überführt werden konnte.

Enormes Potenzial in Produktpipeline

Die Zahlung ist von der Größenordnung her nicht relevant, macht aber deutlich, welches Potenzial Evotec in den nächsten Jahren hat. Die Hanseaten haben derzeit acht Substanzen in der klinischen Forschung, die zusammen mit Partnern entwickelt werden. Je nach Fortschritten erhält das Unternehmen Meilensteinzahlungen. Am weitesten fortgeschritten ist DiaPep277, eine Substanz zur Bekämpfung vom Diabetes Typ 1-Erkrankungen. Hier arbeitet Evotec mit Andromeda Biotech und Hyperion zusammen. Die Substanz befindet sich bereits in der Forschungsphase III. Die finalen Studien beginnen Ende diesen Jahres. 2015 dürfte es dann erste Ergebnisse geben. Gleiches gilt auch für EVT302, einer Substanz, die zusammen mit dem Schweizer Pharmariesen Roche entwickelt wird. Ergebnisse für die laufende Phase II-Studie dürften bereits im kommenden Jahr vorliegen. Beide Substanzen dürften für erheblichen Newsflow sorgen und das Interesse der Investoren wecken.

Solide Bilanz

Bilanziell ist Evotec weiterhin gut aufgestellt. Am Ende des laufenden Jahres soll eine Liquidität von 90 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Per Ende März lag die Eigenkapitalquote bei soliden 71%. Analysten erwarten für dieses Jahr beim Umsatz 93 Mio. Euro, zudem dürfte es unterm Strich ein kleines Plus geben. Der Vorstand um CEO Werner Lanthaler rechnet mit einem EBITDA in Höhe des Vorjahres.

Aktie fürs strategische Depot

Wir hatten Ihnen die Aktie von Evotec bereits Mitte letzten Jahres ans Herz gelegt (Ausgabe 36 vom 10.07.2013). Seither liegen Sie mit 44,3% im Plus. Momentan scheint das Papier wieder einen Boden gefunden zu haben.

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Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
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