Samstag , 18 August 2018
Marktkommentar vom 25.09.2013

Marktkommentar vom 25.09.2013

Liebe Leser!

Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün? Das ist wohl die Frage, die sich die CDU-Parteizentrale derzeit stellt. Dabei ist die Entscheidung absehbar, denn eine Große Koalition birgt mehr Risiken für den Partner als für die CDU selbst. Denn eine Regierung mit den Grünen würde die Anhänger beider Parteien auf die Barrikaden treiben. Bei den Grünen ist die Wählerschaft ohnehin auf die Kernzielgruppe geschrumpft. Und die sah die CDU über Jahrzehnte als ihren politischen Feind an. Schwer vorstellbar, dass es in diesem Fall nicht zu massenhaften Parteiaustritten käme. Auf der anderen Seite hat Angela Merkel ihrer Partei den Konservatismus schon lange ausgetrieben und alle möglichen Position vom rechten bis zum linken Rand übernommen. Das haben viele Mitglieder und Funktionäre nur mit der geballten Faust in der Tasche akzeptiert. Das gute Wahlergebnis der AfD ist ein Ergebnis dieser farblosen Politik. Wenn nun eine Koalition mit den Grünen kommt, dann drohen der CDU ebenfalls Proteste und Austritte. Da Merkel stets auf Nummer sicher geht, wird sie daher die Option SPD wählen. Das hat schon einmal gut geklappt. Da sich die Genossen aber offenbar zieren, ist eine Zusammenarbeit nur eine Frage des Preises. Wer kriegt welche Posten und welche politischen Projekte schaffen es in die Koalitionsvereinbarung? Alles andere ist nebensächlich.

Börsen schalten auf Alltag um

An der Börse ist daher auch wenig zu spüren vom Wahlausgang. Sicherlich hätte eine absolute Mehrheit der CDU etwas mehr Schwung gebracht. Nun aber geht es direkt zum Tagesgeschäft über und da kommt wieder der Euro ins Spiel. Vor der Wahl hatten wir sie darauf aufmerksam gemacht, dass weitere Hilfsgelder in den Süden Europas fließen werden. Auch ein erneuter Schuldenschnitt in Griechenland ist wahrscheinlich, auch wenn Berlin das stets zurückgewiesen hat. Mit der SPD sind diese Dinge zu bewerkstelligen. Dann kann man sich vom größten Konkurrenten bei der nächsten Wahl auch nicht vorwerfen lassen, dass man sein Wort nicht gehalten hat. Die Genossen werden ja aller Wahrscheinlichkeit nach selbst mitmachen.

Ruhiger September

Auffällig ist, dass die Märkte bisher sehr gut durch den September kommen. Die statistisch belegte schwache Saisonalität macht sich bisher nicht bemerkbar. Wir rechnen nur noch mit kleineren Rückschlägen bis zum Beginn der Zahlensaison. Dem DAX würde dennoch eine kleine Verschnaufpause gut tun.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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