Freitag , 29 Juli 2016
Rohstoffe: 2016 – Drachenhusten, ein Bauchgefühl und unsere Favoriten; Gold, Silber, Brent, Kinross, Deutsche Rohstoff, Euro, EZB, Fed, …

Rohstoffe: 2016 – Drachenhusten, ein Bauchgefühl und unsere Favoriten; Gold, Silber, Brent, Kinross, Deutsche Rohstoff, Euro, EZB, Fed, …

Aus Ausgabe 151 vom 23.12.2015

Nach dem wir uns soeben kritisch mit den vergangenen 12 Monaten auseinander gesetzt haben, wird es Zeit, auch mal nach vorne zu blicken.

HIER GEHTS ZUM JAHRESRÜCKBLICK 2015

Werden wir 2016 eine Wende an den Rohstoffmärkten sehen? 2015 ging es für die Edel– und Basismetalle, auf die wir uns beim Investor Magazin primär konzentrieren, weiter in den Keller. Gold und Silber verloren auf Jahressicht jeweils 9%. Im Vergleich zu Brent-Öl   (-36%) und Nickel (-43%) kamen diese beiden Edelmetalle fast noch ungeschoren davon. Aber auch nur fast.

Geldnotenpressen geben den Ton an

Wie bereits Ende 2014 geschrieben, werden auch 2016 die Notenbankpressen die Musik am Markt machen. Weitere massive Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank werden dafür sorgen, dass der Euro zumindest weiter auf aktuellem Niveau gegenüber dem US-Dollar verharren wird, wenn nicht sogar noch weiter abwertet. Zumindest kurzfristig. Viele Investoren sprechen wie auch schon Ende 2014 von der Parität des US-Dollars zum Euro. Gut möglich, dass wir diese sehen werden. Doch irgendwann wird auch der Dollar wieder an Stärke einbüßen.

Die Federal Reserve hat zwar jüngst erstmals seit neun Jahren die Zinsen angehoben und damit versucht zu demonstrieren, dass die US-Wirtschaft auf dem Wege der Erholung sei; doch gleichzeitig hat sie das langfristige Zinsziel gesenkt. Für uns bedeutet dies im Umkehrschluss, dass der Aufschwung noch auf tönernen Füßen steht. Nicht ganz unschuldig dabei dürfte der niedrige Ölpreis sein. Für uns ist es ein „Quantative Easing“-Programm für das Volk – ob politisch beeinflusst oder nicht. Denn die energiehungrige amerikanische Bevölkerung hat so mehr Geld in der Tasche, um es auszugeben. Sollte der Ölpreis anspringen, die kanadische Großbank RBC rechnet für 2016 mit einem Ölpreis von 57 US-Dollar (WTI), dürfte somit auch die Inflation deutlich steigen und die US-Konsumausgaben dürften dann ebenfalls wieder sinken.

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Was macht der Drache?

Des Weiteren dürfen wir den Einfluss Chinas auf die Weltmärkte nicht unterschätzen. Der rohstoffhungrige Drache aus Fernost wächst nicht mehr so rasant und Gerüchte machen die Runde, dass die Wirtschaftsdaten der letzten Jahre vielleicht gar nicht so gut waren wie bisher immer behauptet. Dass die Chinesen es manchmal nicht so genau mit der Buchführung nehmen, haben deutsche Anleger ja bereits bei den in Deutschland notierten chinesischen Unternehmen miterleben müssen. Ganz an der Nase herbeigezogen ist das Gerücht also nicht. Mögliche Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte können und wollen wir uns derzeit nicht vorstellen. Die Entwicklung des Nickelpreises ist da vielleicht bereits ein Vorgeschmack.

Was machen wir in 2016?

Anders als vielleicht die Einleitung vermuten lassen würde, werden wir den Kopf auch 2016 nicht in den Sand stecken. Warum auch? Der Goldpreis notiert in australischen und kanadischen Dollar weiter auf sehr hohem Niveau. Unternehmen, die in diesen Breitengraden aktiv sind, fahren gute Margen ein und sind erfolgreich (siehe u.a. Lake Shore Gold und Newmarket Gold). Auch Red Eagle Mining profitiert massiv von Wechselkursgewinnen. Der kolumbianische Peso hat auf Jahressicht gegen den US-Dollar deutlich abgewertet. Red Eagle kalkulierte seine Baukosten für die Santa Rosa-Mine mit einem Währungskurs von 1.900 Pesos. Heute erhält man für 1 US-Dollar bereits 3.310 Pesos. Wir gehen davon aus, dass die Mine also unter Budget fertiggestellt werden dürfte und auch die Produktionskosten je Unze Gold nach unten angepasst werden dürften. Bis auf Kinross und den angehenden Goldproduzenten Golden Queen Mining liegen die Projekte unserer Empfehlungswerte im Edelmetallbereich außerhalb der Vereinigten Staaten.

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Läuft der Bullenmarkt bereits?

Der Anschein mag trügen, doch wir werden das Gefühl nicht los, dass wir in vier oder fünf Jahren zurückblicken und sagen werden: „Im Sommer 2015 ging es wieder los“. Begründen können wir unser „Bauchgefühl“ lediglich anhand der Kursentwicklungen einiger Werte auf unserer Empfehlungsliste. Diese haben zwar in den letzten Wochen und Monaten auch wieder Federn lassen müssen, doch ging es nicht mehr ganz bis auf die Tiefs hinab. Dies lässt uns hoffen. Noch fehlen uns hieb– und stichfeste Beweise und unsere Einschätzung hat lediglich für den von uns beobachteten Junior-Markt bestand. Wir werden auch in den kommenden 12 Monaten unsere Aktienempfehlungen sehr sorgfältig auswählen und nicht nach dem Gießkannenprinzip die Mittel unseres Musterdepots verteilen. Dabei werden wir den Fokus weiterhin auf Titel legen, die einen klaren Weg Richtung Produktion gehen (z.B. Avnel Gold) oder sich in Produktion befinden, aber noch eine Bewertungslücke aufweisen.

Unsere Favoriten

Man soll sich in Aktien nicht verlieben, aber man hat seine Favoriten! Dass sind unsere Top-Rohstoffwerte 2016: Red Eagle Mining (Produktionsbeginn), Newmarket Gold (Bewertungslücke), Lake Shore Gold (Übernahmefantasie & Produktionsentwicklung), True Gold Mining (Produktionsbeginn) und Deutsche Rohstoff (Ölhebel).

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Bild: pixabay
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