Montag , 22 Oktober 2018
Penell kommt mit Minibond

Penell kommt mit Minibond

Wenn eine Firma den Namen Penell Elektro-Großhandel trägt, denkt man nicht unbedingt an einen „hidden champion“ aus Deutschland. Doch in der Tat ist Penell aus Ober-Ramstadt ein Global Player, wenn es darum geht, die Elektroverkabelung in einem U-Bahn-Tunnel in einem Emirat sicherzustellen oder für die Stromversorgung in einem Bergwerk in Chile zu sorgen. Daneben ist Penell aber auch ganz profan bei der Verkabelung von Schulen oder Krankenhäusern aktiv. Eine Verkaufstheke gibt es übrigens auch noch, aber der Großhandel dient vornehmlich den eigenen Einkaufszwecken. Das vor mehr als 30 Jahren gegründete Unternehmen will nun mittels einer Anleihe 5 Mio. Euro am Markt einsammeln. Dafür werden 7,75% p.a. und über 5 Jahre geboten. Der Bond wird mittels des Lagers der Südhessen gesichert. Dort befindet sich momentan Kupfer für Kabel im Wert von rund 7,3 Mio. Euro. Der Vorteil: im Fall der Fälle kann das Material kurzfristig verkauft werden. Preisschwankungen spielen dabei keine große Rolle, da Penell das Kupfer nicht zum Spekulieren hält, sondern für die Projektumsetzung im Alltag benötigt, wie Gründer und Geschäftsführer Kurt Penell gegenüber dem Investor Magazin betont. Darüber hinaus werden die Zinszahlungen, die halbjährlich erfolgen, 12 Monate im Voraus bei einem Treuhänder hinterlegt.

Bond mit Einspareffekten

Mit dem frischen Kapital will Penell flexibler am Markt agieren und das künftige Wachstum finanzieren. Konkret werden 2,2 Mio. Euro des Netto-Emissionserlöses zur Ablösung bestehender Verbindlichkeiten genutzt. 2,4 Mio. Euro  sollen bei der Vorfinanzierung von Lagermaterial zum Einsatz kommen. Allein durch das frühzeitige Bezahlen von Material kann das Unternehmen von Skonti profitieren, die eine jährliche Ersparnis von 750.000 Euro bringen. So steht es im Wertpapierprospekt und wurde uns gegenüber auch mündlich vom Management bestätigt.

Gesunde Bilanz, schwache Erträge

Die wirtschaftliche Situation stellt sich derzeit sehr ordentlich dar: im Geschäftsjahr 2012/2013 (per 1.4.) erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 21,2 Mio. Euro, unterm Strich blieb ein Gewinn von 123.000 Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei soliden 25,6%. Die Profitabilität soll allerdings auch wegen des Bonds steigen. Generell profitiert das Unternehmen von den vielen Infrastrukturprojekten in aller Welt. Die Industrialisierung in den Schwellenländern und steigende Sicherheitsanforderungen sind hier positive Entwicklungen.

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Bild: Tanja Ritter / pixelio.de
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