Samstag , 24 Juni 2017
Glencore & Co: Globale Kobalt-Produktion steht auf tönernen Füßen

Glencore & Co: Globale Kobalt-Produktion steht auf tönernen Füßen

Viele Anleger haben sich in den vergangenen Jahren auf Lithium– und Graphit-Aktien gestürzt, als gäbe es kein Morgen mehr. Die zunehmende Nachfrage nach Elektroautos und stationären Energiespeichern lassen die Nachfrage steigen, so der Analysten-Tenor. Doch dieser Run ist unseres Erachtens übertrieben. Vor allem im Lithium-Bereich hat sich eine Blase aufgetan, viele Explorer sind hoch bewertet. Das Alkalimetall ist vergleichsweise einfach abzubauen, einen Engpass wird es hier wohl auf absehbare Zeit nicht geben. Ähnlich ist die Lage bei Graphit, wo allerdings die Aufbereitung sehr kompliziert ist. Daran dürfte so manches Unternehmen scheitern. In den vergangenen Monaten ist deshalb Kobalt immer mehr in den Fokus vieler professioneller Investoren gerückt. Erst jüngst verzeichnete das Metall an der London Metall Exchange (LME) ein Fünfjahreshoch. Die Notiz hat sich binnen 18 Monaten mehr als verdoppelt. Selbst einige Hedgefunds haben sich Kobalt auf Lager gelegt und setzen auf eine weitere Preissteigerung.

Kobalt: „Nur“ ein Beiprodukt

Und das hat seine Gründe. So wird Kobalt nur als Beiprodukt abgebaut, es gibt keine reinen Kobalt-Minen. 94% des Metalls fällt beim Abbau von Nickel und Kupfer an. Die Investitionen in diesem Bereich halten sich aber aufgrund niedriger Preise in Grenzen. Und wegen eines Beiprodukt wird kaum ein Betreiber seine Produktion hochfahren. Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach Kobalt zügig, denn in diesen Jahren werden all die Batterie-Fabriken von Tesla, BYD und Co. in Betrieb gehen. Allein der US-Konzern benötigt etwa 8% der Weltproduktion. Aus diesen Knappheitsgründen hatten wir Ihnen bereits in Ausgabe 191 (07.12.16) die Aktie von Green Swan Capital (ISIN: CA3934191063) als  einen Kobalt-Play vorgestellt (siehe: „Kobalt ist Teslas Alptraum“).

Sorgen um Kongo-Kobalt

Interessant für alle Kobalt-Investoren dürfte auch der Blick auf die Produzenten sein. Da wartet nämlich das zweite Dilemma auf die Abnehmer. Denn rund 54% der globalen Förderung von 123.000 Tonnen stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Das zentralafrikanische Land hat seine dominante Position auch 2016 verteidigt, wie die aktuellen Daten des USHS, des US Geoligical Survey, zeigen (siehe Graphik). So wurden dort 66.000 Tonnen abgebaut, knapp 5% mehr als im Vorjahr. Kobalt wird im Kongo unter anderem in größeren Mengen von Glencore gefördert. Doch viele andere Produzenten dort stehen für Kinderarbeit, der Kongo selbst vor allem auch für den Bürgerkrieg. Manche sprechen in diesem Zusammenhang auch von „Blutkobalt“. Inzwischen gehen gemeinnützige Organisationen vehement gegen die Verwendung von Rohstoffen aus dem Kongo vor. Das hat im Fall der „Blutdiamanten“ schon einmal vor knapp zwei Jahrzehnten geklappt. Für die Abnehmer sind das natürlich schlechte Aussichten, denn das dürfte den Preis weiter hochtreiben.

Kobaltproduzenten-2016

China sitzt am langen Hebel

Mit großem Abstand auf den Kongo steht die Volksrepublik China auf dem zweiten Platz mit einer Produktion von 7.700 Tonnen. Die Chinesen aber sind heute bereits der größte Elektroautobauer und importieren große Mengen aus dem Kongo. Gleichzeitig sind sie auch ein Lieferant der USA, die 2016 selbst nur 700 Tonnen abgebaut haben. Die E-Auto-Pioniere schauen daher mit Argusaugen nach Beijing und wollen sich von deren Lieferungen unabhängiger machen. Auch deshalb fließt derzeit viel Geld in neue Kobalt-Projekte nach Kanada, Australien und in die USA selbst. Die Chinesen sind schließlich ein großer Konkurrent um den begehrten Rohstoff.

Starke Schwankungen bei der Förderung

Immerhin können sich die US-Amerikaner auf ihre nördlichen Nachbarn verlassen. Kanada konnte seine Kobalt-Produktion um fast 16% auf 7.300 Tonnen steigern. Das Plus ist jedoch – ebenso wie die starken Abschläge in Australien oder Madagaskar – trügerisch. Es zeigt nur, dass man Kobalt nicht gezielt aus der Erde holt. Die Mengen eines Beiprodukts sind kaum steuerbar. Auch deshalb könnte Kobalt in Sachen Börsenboom das „neue Lithium“ sein. Die ersten Unternehmen sind bereits am Start und hoffen darauf, zügig als neue Kobalt-Förderer in den Weltmarkt eintreten zu können. Sie werden allerdings kaum mit der Nachfrage Schritt halten können. Auch deshalb dürfte der Kobalt-Preis in nächster Zeit noch weitere Mehrjahreshochs markieren können. Wir stehen hier offenbar erst noch am Anfang eines neuen Booms.

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Graphik: US Geoligcal Survey / TK News Services UG

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