Samstag , 16 Dezember 2017
Top 10 der größten Startups weltweit – u.a. Uber, Xiaomi, Airbnb & Space X

Top 10 der größten Startups weltweit – u.a. Uber, Xiaomi, Airbnb & Space X

Es geht auch ohne die Börse: hohe Bewertungen waren einst ein Privileg öffentlich gelisteter Unternehmen. Schließlich boten sie den Investoren jede Menge Transparenz, sei es in Sachen Strategie oder schlicht in Zahlen. Das ist seit einigen Jahren nicht mehr so. Während Google, Amazon oder Facebook mehr oder weniger zügig den Weg auf das Parkett beschritten, haben die jüngsten Gründer offenbar keine Eile. Warum auch? Viel Geld und eine hohe Bewertung gibt es auch ohne Quartalsberichterstattung.

Uber: Teuer, aber nicht ganz legal

So bringt es die Taxi-App Uber inzwischen auf eine Bewertung von 50 Mrd. US-Dollar. Das jedenfalls behauptet das Wall Street Journal in seinem jüngsten Report zum „Billion-Dollar-Club“ der Start-Up-Szene. Demnach habe Uber bei der jüngsten Kapitalrunde im Juli 2015 diese Bewertungssumme als Grundlage genommen. Ganz ohne Risiko ist dieses Investment aber nicht. Zum einen weiß niemand, ob Uber nicht in ein paar Jahren von einer anderen Anwendung vom Markt geschoben wird. Oder ob die von Investoren bereitgestellten Bucks, bisher immerhin 5,6 Mrd. US-Dollar, jemals verdient werden.

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Hinzu kommt: Uber befindet sich gerade im Kampf mit allerlei Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt. Denn in vielen Ländern gilt: Wer Taxi spielt, muss auch Taxi sein. Doch Uber bezahlt weder Versicherungen, noch hat es entsprechende Beförderungslizenzen. Die Fahrer, allesamt freiwillige Selbständige, treten zwar in Konkurrenz zu etablierten Taxi-Unternehmen, müssen aber nicht die Auflagen der Behörden erfüllen. Sagen wir es so: das Geschäftsmodell ist in einigen Regionen dieser Welt ziemlich illegal, aber die Rechtsprechung in vielen Ländern weiß einfach nicht, wie man damit umgehen soll. Ein Armutszeugnis. Einige Länder haben den Fahrdienst übrigens schon verboten. Wer hier investiert, sollte über kurz oder lang mit einem Totalverlust oder aber mit einer Normalisierung des Geschäftsmodells rechnen. Im letzteren Fall wäre Uber nichts anderes als ein globales Taxi-Unternehmen – mit entsprechend niedrigen Gewinn-Margen.

Aber wer weiß: vielleicht fällt den jungen Gründern noch ein Weg ein, wie man ganz legal Milliarden schaufelt. Die Investoren scheinen daran zu glauben: Mit 50 Mrd. US-Dollar weist Uber derzeit eine Bewertung wie BMW auf.

Xiaomi: Der chinesische Angreifer

Fast ebenso hoch ist die Bewertung des chinesischen Handy-Herstellers Xiaomi Tech. Das Unternehmen aus Peking wurde im Jahr 2010 von Lei Jun gegründet und ist bereits drei Jahre später mit seinen günstigen Handys zum Marktführer in der Volksrepublik aufgestiegen. Hier sehen wir ein belastbareres Geschäftsmodell. Investoren haben dem Außenseiter bereits 1,4 Mrd. US-Dollar zur Verfügung gestellt. Der Branchen-Aufsteiger hat große Ziele. Bereits im September will man Weltmarktführer Samsung in dessen Heimatmarkt Südkorea angreifen.

Sukzessive dürften die Chinesen die größeren Märkte im Visier nehmen. Auch im Westen dürfte es einen großen Bedarf an günstigen Smartphones geben. Abhörsicher wird es aber auch bei Xiaomi nicht zugehen. Statt der Agenten vom NSA werden dann chinesische Schlapphüte versuchen, ihre Gespräche abzuhören. Einerlei! Übrigens: Xiaomi bringt es derzeit auf eine Bewertung von 46 Mrd. $.

Airbnb: Zimmer für günstige Reisen

Auf Platz drei der am höchsten bewerteten Start-Ups landet mit Airbnb ein Zimmervermittler. Das Unternehmen hat keine Hotels oder Pensionen, sondern lediglich eine Internet-Plattform. Auf der kann ein Pariser, Berliner oder Istanbuler (die drei beliebtesten Städte Europas bei Airbnb) ein freies Zimmer für flexible Reisende anbieten. Statt Zimmerservice gibt es dann eine günstige Herberge mit Kontakt zu echten Einheimischen. In besonders teuren Städten ist daraus ein sehr professionelles Geschäft geworden. Warum soll man denn seine Wohnung einem Mieter überlassen, wenn man sie besser, sprich teurer, per Airbnb an Touristen vermieten kann? Das Unternehmen aus San Francisco zieht allerdings ebenfalls Kritik auf sich. So werde in teuren Ballungsräumen wichtiger Wohnraum knapp. Zudem würden die privaten Anbieter keine Steuern zahlen. Beides ist sicher richtig, nur: für die Steuern der Zimmeranbieter sind diese selbst verantwortlich bzw. jeder Staat kann entsprechende Maßnahmen ergreifen, um diese einzutreiben. Und zweitens: so funktioniert nun einmal Marktwirtschaft. Airbnb bringt es übrigens auf eine Bewertung von mittlerweile 25,5 Mrd. US-Dollar und ist damit fünfmal so viel wert wie die Lufthansa.

USA dominieren Start-Up-Szene weiterhin

Alles in allem bringen es die Top-10 Start-Ups inzwischen auf eine Bewertung von mehr als 220 Mrd. US-Dollar. Geprägt wird das Ranking vor allem von US-amerikanischen Unternehmen, Chinesen und Inder sorgen für etwas Farbe. Deutsche und andere Europäer spielen in diesen Bewertungsdimensionen keine Rolle.

Top10-Startups

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Titelbild: pixabay
Bilder: Unternehmen
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