Dienstag , 15 Oktober 2019
Editorial vom 01.07.2015

Editorial vom 01.07.2015

Liebe Leser!

Griechenland-Krise ohne Ende – wie kaputt Europa ist, wird in diesen Tagen gerade in Brüssel, Berlin, Paris und natürlich Athen von Politikern aufgeführt. Jeder weiß, dass Griechenland pleite ist, seit Dienstag sind sie es auch offiziell. Warum immer noch diskutiert, anstatt endlich gehandelt wird, bleibt ein Geheimnis der Politik. Seit nunmehr vier Jahren hatte man Zeit, für einen Neustart in Griechenland zu sorgen. Aber Reformen blieben aus, gleichzeitig herrschte keine Einsicht, dass es ohne Schuldenschnitt nicht geht. Nun scheint es also gewiss, dass der Tag, an dem wir Europäer in Griechenland unsere Steuerzahlermilliarden verbrennen, bald schon kommen wird. Klar war das schon lange.

Den Griechen und auch Premier Tsipras kann man nicht viele Vorwürfe machen. Er hat ein marodes Land übernommen und versucht, das Beste für seine Hellenen herauszuholen. Wer will ihm das verdenken. Und in einem Punkt muss man ihm auch recht geben. All die Milliarden, die angeblich nach Athen geflossen sind, sind da nie angekommen. Vielmehr wurden Investoren, Banken, Hedgefonds aller Art bedient. Auch das geschah mit der Zustimmung aus Brüssel. Und nur dadurch ist der Steuerzahler nun der größte Gläubiger Griechenlands. Es sind übrigens genau jene Investoren, die zuvor die Zinsen Athens mit Kusshand nahmen. Wenn Merkel und andere sagen, mehr Markt helfe Griechenland, dann haben sie prinzipiell recht. Warum aber das mehr Markt nicht für diese Investoren gilt, bleibt ein Rätsel und zeigt ganz genau, wofür die meisten Politiker Westeuropas stehen: Klientelpolitik. Und das ist auch der Grund, warum die EU langsam zugrunde geht.

Wir könnten noch seitenlang über dieses Thema philosophieren. Wir lassen es und hoffen, dass dieses Trauerspiel bald endlich vorbei ist. Gute Börsengeschäfte wünscht Ihnen

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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