Sonntag , 27 Oktober 2019
Turbulent: Vertragspartner belastet DEAG

Turbulent: Vertragspartner belastet DEAG

Wild ging es am Montag bei der Aktie von DEAG (6,55 Euro; DE000A0Z23G6) zu. Der Grund lag in einer Mitteilung des Berliner Musikvermarkters. Demnach hat der Mitveranstalter des Rock-Festivals am Nürburgring, die Capricorn Nürburgring GmbH (CNG), seine Verpflichtungen nicht erfüllt und damit einen Vertragsbruch begangen. CNG habe sich nicht an den Zahlungen für Künstlergagen und Werbemaßnahmen beteiligt. Derzeit wird geprüft, ob das Festival überhaupt noch durchgeführt werden könne. Die DEAG überlegt, dass Festival nach Gelsenkirchen in die Schalke-Arena zu verlegen. Darüber soll kurzfristig entschieden werden.

Wirtschaftlich wird der Zwist Spuren hinterlassen. Die DEAG hat eine signifikante Risikovorsorge getroffen, die das operative Ergebnis 2015 mit bis zu 3 Mio. Euro belasten kann. Allerdings ist der Konzern laut eigenen Angaben bis zu einem Schaden von 7,5 Mio. Euro versichert. Doch bis eine Assekuranz ihre Pflichten erfüllt, kann noch viel Wasser die Spree hinunterfließen. Immerhin verbreitete DEAG im gleichen Atemzug auch noch eine gute Nachricht: die Vertriebsplattform myticket.de läuft besser als erwartet. In diesem Jahr sollen bereits 4,2 bis 4,5 Mio. Tickets direkt verkauft werden, was einen positiven Effekt auf die Gewinnmarge haben wird.

Den Investoren war diese Randmeldung aber vorerst egal. Die Aktie verlor seit Wochenfang in der Spitze mehr als 10%, konnte sich aber bereits erholen. Wir erwarten, dass die DEAG den Schaden – von wem auch immer - ersetzt bekommt.

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Bild: Achim Raschka / Wikipedia
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