Sonntag , 27 Oktober 2019
Aktie der Woche: Deutsche Pfandbriefbank – Es winkt ein Millionenerbe

Aktie der Woche: Deutsche Pfandbriefbank – Es winkt ein Millionenerbe

Bei Bankaktien halten wir uns schon seit Jahren zurück. Das kaum zu kalkulierende Auf und Ab bei diesen Werten gibt uns Recht. Insbesondere in Kontinentaleuropa hat man es verpasst, wie in Nordamerika, reinen Tisch zu machen und die Bilanzen zu bereinigen. Das Zögern kostet die Anleger seit der Finanzkrise viel Geld und Geduld. Das niedrige Zinsniveau gibt den Kreditinstituten den Rest. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel.

Auferstanden aus Ruinen

Die Deutsche Pfandbriefbank gehört unserer Meinung nach dazu. Das Institut ist ein Überbleibsel der Geschäfte der Hypo Real Estate, die im Zuge der Weltfinanzkrise krachend pleite ging und vom deutschen Steuerzahler gerettet werden musste. 2009 fusionierte das Institut mit der DEPFA Deutsche Pfandbriefbank und wurde Mitte Juli vergangenen Jahres den Vorgaben der EU-Kommission entsprechend an die Börse gebracht. Inzwischen hat sich das Institut auf dem Parkett etabliert und ist seit September 2015 Mitglied des Mittelwerteindex MDAX. Heute ist die Deutsche Pfandbriefbank einer der führenden europäischen Kreditgeber gewerbliche Immobilieninvestitionen und öffentliche Investitionsvorhaben. Bei der besonderen Form des Pfandbriefs ist das Institut die Nummer eins. Der Fokus liegt auf dem deutschen Markt sowie auf Frankreich, den nordischen Ländern und das weitere europäische Ausland.

Solider Start ins Jahr

Im ersten Quartal legte die Bank ordentliche Zahlen vor. So wies die Deutsche Pfandbriefbank ein Vorsteuerergebnis von 45 Mio. Euro aus und damit 6 Mio. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl liegt aber im Rahmen der Erwartungen. Auf der Finanzierungsseite ist das Institut gut ins neue Jahr gestartet. So lag das Neugeschäftsvolumen bei 2,9 Mrd. Euro. Der Vorstand rechnet zwar mit steigendem Wettbewerbsdruck und anspruchsvollen Kreditmärkten. Dennoch könnte 2016 zum Superjahr für die Bank werden.

Millionen aus Alt-Forderungen

Denn im Streit um die österreichische Skandalbank Hypo Alpe Adria gab es eine Grundsatzeinigung. Sollte der Kompromiss wie erwartet durchgehen, rechnet die Deutsche Pfandbriefbank mit einem positiven Effekt auf den Vorsteuergewinn von 132 Mio. Euro. Zum Vergleich: Die Analysten von Equinet rechnet für dieses Geschäftsjahr mit einem regulären Nettogewinn von 154 Mio. Euro. Das wäre also ein ordentlichen Geldregen für das Institut. Die Anteilseigner können mit einer Sonderdividende rechnen. Das sollte der Aktie Schub geben. Das Papier hat sich zuletzt charttechnisch befreit und notiert jetzt knapp unter dem Niveau des Ausgabepreises von 10,75 Euro zum Börsengang.

Analysten optimistisch

Die Analystengilde hat auf die neuen Entwicklungen positiv reagiert. Reihum wurden die Gewinnschätzungen für das Institut angehoben. Laut Citibank-Analyst Nicholas Hermann könnte die Sonderausschüttung zu einer Neubewertung der Aktie führen, das Kursziel wurde mit 12,40 Euro angegeben. Michael Dunst von der Commerzbank rechnet mit einer Ausschüttung von 0,70 Euro je Aktie für das laufende Geschäftsjahr, womit die Dividendenrendite bei über 6% liegen würde. Das Coba-Kursziel liegt bei 14 Euro.

Dividendentitel fürs Depot

Wir erwarten, dass die Einigung umgesetzt wird und somit die Aktionäre von einer Sonderausschüttung profitieren können. Die Deutsche Pfandbriefbank ist auch sonst solide aufgestellt und wies zuletzt die niedrigsten Kosten seit Jahren auf.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 169

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Bild: Deutsche Pfandbriefbank
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