Sonntag , 27 Oktober 2019
RIB Software hat den Turbo eingeschaltet

RIB Software hat den Turbo eingeschaltet

Wie am Strich gezogen ging es seit Juli vergangenen Jahres mit der Aktie von RIB Software (11,60 Euro; DE000A0Z2XN6) aufwärts. Mussten vor neun Monaten noch 3,75 Euro für einen Anteilschein auf den Tisch gelegt werden, sind es nun satte 11,60 Euro. Der Aufschwung ist eng verknüpft mit der Entwicklung im operativen Geschäft. So konnten die Umsätze im vergangenen Jahr um 45,4% auf 57 Mio. Euro gesteigert werden. Auch die Ergebniskennzahlen sprechen für sich: Das EBITDA erhöhte sich um 20,9% auf 18,5 Mio. Euro und der Nettogewinn legte um 7,4% auf 10,1 Mio. Euro zu. Dass die Ergebnisse nicht proportional zum Umsatz gewachsen sind, lag vor allem am Kauf eigener Aktien, die zu einem Durchschnittskurs von jeweils 4,37 Euro erworben werden konnten. Durch den Kursanstieg hat sich nun eine Stille Reserve von mehr als 10 Mio. Euro gebildet. Da aber diese Aufwendungen den Bilanzgewinn belasten, wurde die Dividende für 2013 auf 0,06 Euro je Papier gesenkt. Das aber soll eine einmalige Sache bleiben, wie das Unternehmen betonte. So kündigte man für das kommende Jahr eine „deutlich“ höhere Ausschüttung an, auch eine Sonderdividende sei möglich.

SAP ist mit an Bord

Was auf den ersten Blick Investoren verschrecken dürfte, fällt bei RIB Software nicht ins Gewicht. Denn das Stuttgarter Unternehmen wird von Vorstandschef Thomas Wolf geführt. Er ist nicht nur ein angestellter Manager, sondern hält mit seiner Familie 32,22% der Anteile. Da kann man eine langfristige Strategie auch im Alltag umsetzen. Ein Blick auf die Aktionärsstruktur des Software-Unternehmens ist ohnehin interessant. So hält die SAP AG 4,8% der Aktien. Eine Übernahme der RIB durch den DAX-Konzern hält so mancher Marktbeobachter „irgendwann“ für wahrscheinlich. Da die bestehenden Aktionäre allerdings aus einer Position der Stärke heraus agieren, müssten die Walldorfer schon einen kräftigen Aufschlag bieten.

Zersplitterter Weltmarkt

Diese gute Position resultiert aus dem Geschäftsmodell. RIB bietet die iTWO-Software zum Management von Bau- und Infrastrukturprojekten an. Fachleute sind von der Anwendung begeistert und trauen den Schwaben zu, im derzeit zersplitterten Weltmarkt langfristig eine wichtige Rolle zu spielen. Namhafte Kunden wie Bilfinger Berger oder Strabag setzen die Software ein. Neben klassischen Bau- und Infrastrukturkonzernen adressiert RIB Architekten, Ingenieure, Projektentwickler oder Investoren.

Deutsche Wachstumsaktie

2014 will das Unternehmen seinen Wachstumskurs beibehalten. Man geht von einer weiter „steigenden Nachfrage nach 5D Technologien und Cloud Software im Bauwesen“ aus. Die Finanzierung des Wachstums (auch von Übernahmen) stellt für RIB kein Problem dar. Derzeit verfügt das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 82,1 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote lag per 31.12. bei satten 80,2%. Die Bewertung ist mit Blick auf das hohe Wachstum allerdings sportlich. Wir kommen für 2015 auf ein KGV von 25, cashbereinigt sinkt die Kennzahl auf knapp unter 20. Wer allerdings noch eine deutsche Wachstumsaktie sucht, ist bei RIB richtig aufgehoben. Solch hohe Marge und diese Wachstumsraten bietet kaum ein Unternehmen auf dem Kurszettel.

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Bild: Wikimedia Commons
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