Freitag , 14 August 2020

Royal Nickel: Nordwärts mit dem Nickelpreis?

Im Januar 2014 beschloss die indonesische Regierung einen kompletten Exportstopp für unverarbeitetes Erz. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, die Verarbeitung der Konzentrate im Land zu halten und somit einen größeren Teil der Wertschöpfung abzugreifen. Insbesondere der Nickelmarkt ist von dem Exportstopp betroffen, da China, einer der Hauptkonsumenten (~50%) und -Verarbeiter, nun kein Rohmaterial mehr bekommt. Im Land selbst wachsen die nickelhaltigen Erzberge und die Produzenten sehen sich gezwungen, eigene Schmelzen zu bauen. Doch bis diese die Produktion aufnehmen werden, wird es dauern. Bis dahin wird die Angebots– und Nachfrageschere weiter auseinandergehen und der Nickelpreis womöglich explodieren. Seit Anfang des Jahres legte der Nickelpreis bereits um 36% zu. Ein Ende der Preisrallye ist für Analysten auf Grund sinkender Nickellagerbestände nicht in Sicht. Aktuell kostet das Industriemetall 19.092 US-Dollar je Tonne oder 8,59 US-Dollar je Pfund.

Steigender Nickelpreis Pflicht

Jim Lennon, Senior Commodity Analyst bei Macquarie, und sein Team gehen davon aus, dass der Nickelmarkt enger werden könnte als 2006 und 2007, als Preise zwischen 30.000 und 50.000 US-Dollar lagen – vorausgesetzt der indonesische Exportbann bleibt bestehen. Sollte die Analystengilde Recht behalten und der Nickelpreis in diese Richtung tendieren, alles deutet aktuell darauf hin, wäre das ideal für den kanadischen Developer Royal Nickel.Im vergangenen Juli legte das Unternehmen eine finale Machbarkeitsstudie vor, die mit einem Nickelpreis von 9 US-Dollar je Pfund gerechnet wurde und von Preisen von 9,50, 10 und 10,50 US-Dollar für die Jahre 2015, 2016 und 2017 ausgeht. Die Studie ist trotz eines relativ niedrigen Nickelgehaltes  (~0,27%) robust. Dies liegt vor allem auch an der Geologie der Lagerstätte, der vorhandenen Infrastruktur in Quebec und der damit verbundenen niedrigen Kostenbasis. Die 2013ner Studie weist einen NPV („net present value“; 8% Discount) von 1,1 Mrd. US-Dollar nach Steuern aus. Laut Stefan Iannou, Analyst bei Haywood Securities, könnte ein Nickelpreis von 10 US-Dollar je Pfund das NPV auf 1,6 Mrd. US-Dollar steigen lassen. Bei anfänglichen Kosten von 1,2 Mrd. US-Dollar für den Bau der Mine liegt der IRR jedoch nur bei 15% (18% bei 10 US-Dollar Nickel). Die Cashkosten je produziertem Pfund Nickel geben die Kanadier mit 4,31 US-Dollar je Pfund an. Den Break-Even sieht Analyst Iannou bei 7 US-Dollar.

Anfang 2015 könnte es losgehen

Doch bevor die Bagger in Quebec anrollen können, müssen noch zwei elementare Punkte abgearbeitet werden. Zum Einen fehlt noch die finale Genehmigung durch die Regierung Quebecs. Anfang Juni saß man letztmalig zusammen und wie uns Präsident und CEO Mark Selby kürzlich bei einem Treffen erzählte, rechnet er mit dem Erhalt der finalen Genehmigung im dritten Quartal. Zum Anderen wäre da noch die Finanzierung der Mine in Höhe von 1,2 Mrd. US-Dollar. An dieser Stelle sind in der Vergangenheit viele Firmen gescheitert. Im Basismetallbereich hat man jedoch den Vorteil einen Abnehmer direkt an den Baukosten, über Abnahmeverträge oder strategische Partnerschaften, zu beteiligen. Dieser übernimmt für gewöhnlich rund 30% an einem Projekt. Selby geht davon aus, dass hierdurch rund 400 bis 500 Mio. US-Dollar der Gesamtsumme abgedeckt werden könnten. Den Equityanteil den Royal Nickel (0,63 CAD; CA7803571099) selbst bringen muss, schätzt der CEO auf rund 300 Mio. US-Dollar. Ein gesicherter Kredit könnte den Rest abdecken. Beim Eigenanteil könnte ein Fonds des Staates Quebec helfen. Angeblich steht hier ein unmittelbares Investment im mittleren 2-stelligen Millionenbereich an. Sollten alle Punkte erfolgreich abgearbeitet werden können, kann es mit dem Bau Anfang 2015 losgehen.

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Bild: Royal Nickel

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