Dienstag , 15 Oktober 2019
AngloGold Ashanti: Neue Minen als Hoffnungsträger

AngloGold Ashanti: Neue Minen als Hoffnungsträger

Die südafrikanische AngloGold Ashanti ist einer der größten Goldproduzenten der Welt. Arbeitsniederlegungen in Südafrikas Goldminen und der schwache Goldpreis machten dem Unternehmen in der Vergangenheit zu schaffen. So verwundert es nicht, dass die Aktie nur geringfügig über dem 52-Wochen Tief handelt. Ein Blick in die Zukunft sieht aber gar nicht so düster aus. Jüngst hat das Unternehmen zwei Goldminen, in Australien und im Kongo, früher als geplant und im Rahmen des Budgets, in Produktion bringen können.

Tropicana die zweite Mine in Australien

AngloGold Ashanti‘s Tropicana Mine liegt am Rande der Great Victoria Wüste in Australien. Das Projekt ist ein 70/30 Joint Venture mit der Independence Group. Ursprünglich war geplant, den ersten Goldbarren im vierten Quartal diesen Jahres zu gießen. Jetzt kann man die gewonnene Zeit nutzen, um die Produktion langsam hochzufahren und Kinderkrankheiten im Produktionsbetrieb auszumerzen. Geplant ist es, jährlich bis zu 5,5 Mio. Tonnen Gestein zu verarbeiten und bis zu 350.000 Unzen Gold  zu produzieren. Die Cashkosten sollen bei 710 bis 740 AUD, umgerechnet  663 bis 682 US-Dollar, je Unze liegen. In den ersten drei Jahren sollen die jährliche Produktion sogar bei bis zu 490.000 Unzen betragen und die Cashkosten je Unze sich bei 590 bis 630 AUD einpendeln. Der Investitionsaufwand für den Bau der kompletten Mine liegt bei rund 840 Mio. AUD. Zunächst soll sie im Tagebau betrieben werden.

Kibali-Mine nimmt ebenfalls auf Produktion auf

Einen Tag bevor man die Produktion des ersten Goldbarren aus der Tropicana-Mine bekannt gab, vermeldete AngloGold zusammen mit seinem Joint-Venture Partner Randgold Resources den Start der Produktion der Kibali-Mine im Kongo. Beide Firmen halten jeweils 45% an dem Bergwerk. Die restlichen 10% gehören Sokimo, einer staatlichen Gesellschaft. Die Kibali-Mine soll im Jahr bis zu 660.000 Unzen Gold produzieren. Die Ressource liegt bei insgesamt 21 Mio. Unzen Gold. Ähnlich wie bei Tropicana soll die Mine zunächst im Tagebau betrieben werden, ehe man ab 2015 plant, mit dem Bau des Zuganges und den Vorbereitungen für den Untertagebau zu beginnen. Auf Grund des früher als erwarteten Produktionsstartes könnte die Mine bereits dieses Jahr bis zu 30.000 Unzen und 2014 bis zu 550.000 Unzen Gold produzieren. Bis heute haben beide JV-Partner 1,7 Mrd. US-Dollar in das Projekt investiert. In einer Pre-Feasibility-Studie werden die Cashkosten von Randgold mit 388 US-Dollar je Unze angegeben. Die All-in Cashkosten sollten aber eher zwischen 600 und 700 US-Dollar liegen.

Unabhängiger von Südafrika

Nicht nur der weiterhin schwankende Goldpreis belastet die Aktie (12,88 USD; US0351282068). Einen großen Discount erfährt der Wert vor allem, weil auch im ersten Halbjahr ein Großteil der Produktion, immerhin 35%, weiterhin aus Südafrika stammte. Durch teils gewaltsame Streiks und Produktionsausfälle sind Südafrikas Minen, nicht nur die Goldminen, bei Analysten und Anlegern gleichermaßen in Ungnade gefallen. Der Anteil Südafrikas an der AnglosGolds Produktion ist rückläufig. 2008 lag dieser noch bei 42%. Für 2013 erwartet das Unternehmen eine Gesamtproduktion von 4 bis 4,1 Mio. Unzen Gold. Die beiden neusten Minen, Tropicana und Kibali, werden ab 2014 bis zu 600.000 Unzen zur Gesamtproduktion beisteuern. Da die neuen Minen im Kongo und Australien liegen, dürfte der Anteil Südafrikas weiter sinken. Dies sollte sich auch in der Bewertung sichtbar niederschlagen. Überzeugt hat uns auch der Auftritt des CEO Venkatakrishnan auf dem Denver Gold Forum. Die Präsentation können sie weiterhin online abrufen.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 46

Bild: Randgold Resources
Nach oben scrollen