Sonntag , 27 Oktober 2019
Marktkommentar vom 02.10.2013

Marktkommentar vom 02.10.2013

Liebe Leser!

Die Republikaner in Washington sind mal wieder auf Krawall aus. Die Partei hat offensichtlich nichts aus der Wahlschlappe im vergangenen Jahr gelernt. Damals votierte der US-Bürger indirekt für „Obamacare“, die Gesundheitsreform des US-Präsidenten und verschaffte ihm einen sicheren Sieg im Kampf ums Weiße Haus. Doch es wird weiter gepoltert und nun gibt es sogar einen „Government-Shutdown“, wie die Amis sagen. Die Regierung bzw. Teile davon sind lahmgelegt, Angestellte bekommen unbezahlten Urlaub. Das alles wird derzeit von den Märkten noch auf die leichte Schulter genommen. Immerhin gab es am Dienstag die ersten Signale für eine Einigung. Sollte die allerdings nicht erfolgen, dann kommt es dicke. Denn dann können die USA ihre Anleihen nicht mehr bedienen. Einige Zeit bleibt zwar noch und auch wir gehen davon aus, dass die radikalen Republikaner es mit ihrer Blockade nicht auf die Spitze treiben werden. Dennoch ist denen alles zuzutrauen. Wahltaktisch dürfte das übrigens ein Schuss ins eigene Knie sein. Die Wähler, die diese „Hasspolitik“ gegen Obama unterstützen, werden sowieso die Republikaner wählen. Wahlen werden in den USA aber in der Mitte gewonnen. Und die dürfte sich nun noch mehr abwenden.

Kaum Verkaufsdruck

Insofern war es gut, dass die Anleger besonnen auf diese Entwicklung reagierten. Es kam an Wall Street und anderswo nur wenig Verkaufsdruck auf. Generell ist der Haushaltsstreit die wahrscheinlich letzte Hürde, bevor es in eine Herbstrally gehen kann. Solange die Notenbanken drucken sowie China und Japan ihre Ökonomie mit zusätzlichen Programmen stimulieren, wird es wohl keinen Absturz der Weltkonjunktur geben. Und das ist derzeit wohl das, was die Anleger weltweit wollen. Den Status Quo irgendwie bis zum Jahresende retten, denn dann kann man die bisherigen Gewinne kompensieren.

Schwierige Regierungsbildung

An dem freundlichen Marktumfeld dürfte auch eine schwierige Regierungsbildung in Deutschland vorerst nichts ändern. Es deutet vieles auf eine Große Koalition hin. Darauf hatten wir Sie letzte Woche bereits hingewiesen. Schwarz-Grüne Experimente wird es mit der CSU wohl kaum geben. Und auch ein linkes Bündnis mit den Kommunisten ist wohl kaum im Interesse der SPD. Es wird dauern, aber am Ende wird der Wählerwille umgesetzt. Das ist das Schöne an der Demokratie.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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