Freitag , 14 August 2020

Aktie der Woche: BayWa will 2014 vergessen machen

2014 war kein gutes Jahr für die Aktionäre der BayWa. Die Aktie des Agrarkonzerns (35,40 Euro; DE0005194062) konnte zwar zu Jahresbeginn erstmals seit der Finanzkrise 2008 wieder die 40 Euro-Marke überschreiten, in der Folge ging es aber nur noch abwärts. Ende Dezember kostete der Titel nur noch 30 Euro. Der Hauptgrund für die schlechte Entwicklung lag am Getreidemarkt. Der Weltmarkt sah die zweite gute Ernte in Folge, die Preise fielen in den Keller und die Gewinne von BayWa gingen zurück. Zu allem Überfluss wehrte sich Russland als Gegenreaktion zu westlichen Handelssanktionen mit Importverboten für bestimmte Lebensmittel. Die Preise gingen innerhalb der EU zurück, und auch das drückte auf das Konzernergebnis.

Vorsichtiger Optimismus für 2015

Alles in allem dürfte BayWa beim Umsatz 2014 knapp über der 15 Mrd. Euro-Marke landen. Beim Ergebnis je Aktie rechnen Analysten für das vergangene Jahr aber nur mit 1,40 Euro. In diesem Jahr soll dann aber alles besser werden. Beim “Capital Markets Day“ brachte Vorstandschef Klaus Josef Lutz seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich der Getreidemarkt stabilisiert. Die Lagerbestände seien zwar noch hoch, aber nun könnte Russland die positive Wende bringen. Wenn Präsident Wladimir Putin einen Exportstopp für Getreide beschließen sollte, dürfte das die Weltmarktpreise befeuern. Derzeit sieht es ja durchaus nach einer weiteren Eskalation im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Russland aus.

Auf Schnäppchenjagd

Übernahmen dürften 2015 dagegen bei BayWa eine kleinere Rolle spielen. Immerhin meldete man den Kauf des Softwareunternehmens PC-Agrar. Damit will man die Digitalisierung der Landwirtschaft vorantreiben, die unter dem Schlagwort „Smart Farming“ läuft. Die Entwicklung zum digitalen Hof nehme gerade Fahrt auf, sagte Lutz.  Ganz ausschließen wollte der Vorstandschef größere Übernahmen im Stammgeschäft aber nicht, denn die Mitbewerber haben genauso mit den niedrigen Getreidepreisen zu kämpfen. BayWa kann die Schwäche in diesem Segment immerhin durch sein Frucht- und Energiegeschäft teilweise kompensieren und profitiert hier von seiner breiten Aufstellung. Insofern könnte dem SDAX-Konzern durchaus ein Schnäppchen gelingen.

Breite Pipeline

Für Impulse sollte in diesem Jahr auch die breite Wind– und Solarpipeline des Unternehmens sorgen. Sie hat derzeit ein Volumen von rund 370 Mio. Euro. Hier sollten sich vor allem die Eintritte in den skandinavischen Markt durch die Übernahme von HS Windkraft aus Schweden sowie der Schritt in die Vereinigten Staaten (Kauf von Martifer Solar) positiv bemerkbar machen.

Mehr Dividende trotz Gewinnrückgang

Daneben hat CEO Klaus Josef Lutz gegenüber der Börsenzeitung angedeutet, dass man trotz „eines absehbaren Gewinnrückgangs“ die Dividende für 2014 erhöhen könnte. Das könnte dem Titel kurzfristig Schub gehen. Viel wichtiger ist allerdings die langfristige Entwicklung und da sind wir sehr optimistisch für BayWa. Trotz der Abhängigkeit von Weltmarktpreisen hat es der Konzern in der Vergangenheit verstanden, überproportional zu wachsen. Das wird am Markt unseres Erachtens noch nicht honoriert. So steht dem Umsatz von 15 Mrd. Euro eine Marktkapitalisierung von lediglich 1,2 Mrd. Euro gegenüber. Auf Gewinnbasis sehen wir aktuell ein KGV von 15, auf Grundlage der 2016er-Schätzungen von 14. Die Dividendenrendite taxieren wir auf 2,3%.

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Bild: BayWa

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