Samstag , 17 August 2019
Editorial vom 04.03.2015

Editorial vom 04.03.2015

Liebe Leser!

Die Verhandlungen mit Griechenland waren nur ein Sturm im Wasserglas – jedenfalls aus der Sicht der Börsianer. Der DAX hat trotz der Hellas-Krise die besten Monate seit dem Jahr 2011 erlebt. Um ein Drittel hat der Leitindex seit Mitte Oktober zugelegt, bevor er am gestrigen Dienstag zu einer Verschnaufpause ansetzte. All die Krisen und Kriege, die Warnungen der Crash-Propheten oder auch das schlechte Gerede in den Massenmedien haben dem Börsenbarometer nichts anhaben können. So manchem Anleger wird angesichts dieser Rekord-Rally schwindelig.

Höhere Bewertungen werden akzeptiert

Doch dazu besteht kein Grund. Natürlich kann es in diesem Tempo nicht weiter aufwärts gehen. Die mangelnden Anlagealternativen lassen viele Profi-Investoren aber keine andere Wahl als in Aktien zu investieren. Dieses „big money“ dürfte auch nicht so schnell aus dem Markt verschwinden. Vielmehr sollten die seit Monatsbeginn laufenden Liquiditätsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank für weitere Unterstützung sorgen. Auf dem Anleihemarkt wird dies bereits deutlich. Länder wie Portugal zahlen inzwischen niedrigere Zinsen für ihre Schulden als beispielsweise die USA. Auf der anderen Seite bedeutet das, dass am Aktienmarkt höhere Bewertungen akzeptiert werden. Was einst als „moderat“ galt, ein KGV von 15 beispielsweise, wird von immer mehr Investoren als günstige Gelegenheit gesehen. Diese Veränderungen in der Wahrnehmung erweitern das Potenzial des Marktes ungemein.

Der aktuelle Rückschlag beim DAX dürfte von einigen Investoren daher als gute Möglichkeit zum Kauf weiterer Papiere gesehen werden. Das das kein gutes Ende nimmt, ist klar. Allerdings scheint es so, als hätten wir noch ein paar Jahre Zeit, bevor der ganz große Knall an den Märkten die Anleger aus ihren Renditeträumen reißt. Solange sollten Sie mittanzen. Vergessen Sie aber nicht die Party zu verlassen, bevor das Licht angeht.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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