Freitag , 26 Februar 2021

Avnel Gold: Solide Machbarkeitsstudie, Bau in Eigenregie kostet Profit

Letzte Woche haben wir Ihnen in Ausgabe 160 die Aktie von Avnel Gold als „Aktie der Woche“ präsentiert. Als Hauptgrund für die abermalige Empfehlung des Titels – Avnel ist ja bereits seit 01. April 2015 auf unserer Empfehlungsliste – war, dass wir kurzfristig mit der Veröffentlichung der finalen Machbarkeitsstudie für das Kalana-Projekt in Mali rechneten. Wir bewiesen gutes Timing, denn keine acht Stunden später veröffentlichte das Unternehmen seine Ergebnisse. Unsere Erwartungen an die Studie (Details in Ausgabe 160) wurden jedoch nicht ganz erfüllt. Also griffen wir zum Hörer und sprachen direkt mit dem Management. Man nahm sich viel Zeit, um uns die Feinheiten der Studie zu erläutern. Wir werden versuchen Ihnen hier die wichtigsten Punkte darzulegen.

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Wir wollen uns auf drei Hauptkriterien konzentrieren: den IRR, die Baukosten und die Abbaukosten je Unze Gold. Hier kam es zu deutlichen Anpassungen im Vergleich zur 2014 vorgelegten ersten Wirtschaftlichkeitsstudie (engl. PEA). Kurz zusammengefasst: der IRR liegt jetzt bei 38% nach Steuern (2014: 59%), die Baukosten liegen nun bei 196 Mio. US-Dollar (2014: 147 Mio. US-Dollar) und die All-In Produktionskosten je Unze Gold bei 595 US-Dollar in den ersten fünf Jahren und 784 US-Dollar je Unze über ein Minenleben von 18 Jahren. Der IRR ist also gesunken, die Baukosten gestiegen und die Produktionskosten je Unze sind ebenfalls angestiegen. Diese Umstände lassen sich jedoch relativ schnell erklären.

So kalkulierte Avnel die neue Studie so, als würde man die Mine in Eigenregie betreiben, kurz „owner operated“. In der PEA ist man noch davon ausgegangen, den Bau und Betrieb auslagern zu können. Dies hat folgende Auswirkungen: die Baukosten sind angstiegen weil man unter anderem alle Fahrzeuge kaufen muss. Damit einhergehend sind auch die „Sustaining Costs“ gestiegen, weil die Fahrzeuge nun selbst Instand gehalten werden müssen. Diese muss man bei den Produktionskosten je Unze Gold mit einkalkulieren. Ebenso hat man nun die Kosten für das Schließen der Mine am Ende der Laufzeit von 18 Jahren mit einkalkuliert.

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Es gibt aber auch operative und geologische Gründe, warum die Produktionskosten gestiegen sind. So hat man unter anderem die Mine tiefer ausgelegt, dadurch sind die Fahrwege der Trucks länger wodurch höhere Kosten entstehen. Auch sei das zu verarbeitende Gestein minimal härter als ursprünglich angenommen. Dadurch muss man es intensiver mahlen und benötigt dafür schließlich mehr Strom.

Die soeben aufgeführten Punkte sind aus unserer Sicht die wesentlichen Aspekte und Gründe dafür, warum unsere Erwartungen unterboten wurden. Nichtsdestotrotz, die Studie ist sehr solide und es gibt nur noch 1-2 andere Projekte in Afrika, die hier mithalten können. Sobald die Umweltlizenz vorliegt (wir rechnen noch in H1 mit der Genehmigung) wird es spannend.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 161

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Avnel Gold

Check Also

Dorè Copper Mining: Der Kupferexplorer mit dem kurzen Weg zur Produktion!

Viele Kupferexplorer haben einen langen und steinigen Weg bis zum Betrieb der ersten Mine vor …