Montag , 28 Oktober 2019
Editorial vom 08.10.2014

Editorial vom 08.10.2014

Liebe Leser!

Rot wohin das Auge reicht! So sah es in den vergangenen Tagen an den Aktienmärkten aus. Der DAX hält sich am heutigen Mittwoch nur noch knapp über der runden Marke von 9.000 Punkten. Und auch anderswo sieht es schlecht aus. Der Dow Jones markierte am Dienstagabend den größten Tagesverlust seit Ende Juli und notiert mittlerweile auf einem Zweimonatstief. Und selbst die von billigem Geld überschwemmte Börse in Tokio konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Neben den geopolitischen Faktoren sind es vor allem die Sorgen um die Konjunktur, die auf die Stimmung und die Kurse drücken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt derzeit vor der Gefahr einer neuen globalen Wirtschaftskrise. Die Risiken für die globale Konjunktur seien in den vergangenen Monaten wieder größer geworden. Gerechnet wird nun mit einem weltweiten BIP-Wachstum von 3,3% statt wie zuvor mit 3,7%. Es ist nicht das erste Mal, dass der IWF seine Einschätzung in diesem Jahr nach unten korrigiert. Als Gründe werden eine mögliche Stagnation in der Eurozone, geopolitische Risiken (USA vs. Russland, Naher Osten), eine Überhitzung der Finanzmärkte und die geringe Investitionsbereitschaft in den großen Volkswirtschaften genannt.

Gesunde Korrektur oder Crash?

Der Bericht des IWF kommt für die Börsianer zur Unzeit. Denn heute Abend wird die Berichtssaison in den USA eröffnet. Gespannt werden die Investoren dann auf die Q3-Zahlen von Alcoa blicken. Das vom deutschen Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen gilt als ein guter Gradmesser für die US-Konjunktur. Danach wird es in den nächsten Tagen Schlag auf Schlag. Etliche Schwergewichte aus Nordamerika werden ihre Geschäftszahlen präsentieren. Kurz darauf geht es dann auch hierzulande los. Alles in allem könnte es sehr ruppig werden. Der eine oder andere Konzern wird wohl seine Prognose für das laufende Jahr einkassieren müssen. Ein Grund hierzulande sind sicherlich die Sanktionen gegen Russland. Aber es gibt auch ein wenig Hoffnung: der Absturz des Euro sollte sich schon im September bemerkbar gemacht haben. Das macht Euroland-Waren schließlich außerhalb der Währungszone billiger. Im ersten Halbjahr hatten noch viele Unternehmen über Währungsverluste geklagt. Ob das allein ausreicht, um den Abwärtstrend an den Aktienmärkten zu stoppen, bleibt abzuwarten. Wir raten weiterhin dazu, mit 40% bis 60% Liquidität zu fahren. Eine kräftige Korrektur ist im Oktober nicht auszuschließen. Ob aber mal wieder ein richtiger Crash vor der Tür steht, wie es derzeit viele Börsen-Gurus in den TV-Sendern prophezeien, würden wir bezweifeln. Dafür gibt es zu viel billiges Geld im Markt.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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