Sonntag , 21 Juli 2019
Q3-Zahlen der Majors: Barrick top, Goldcorp flop

Q3-Zahlen der Majors: Barrick top, Goldcorp flop

Ausgenommen einiger technischer Analysen, überlassen wir die Berichterstattung über die großen Goldproduzenten in der Regel den Mainstreamblättern. Zu viele Faktoren haben einen Einfluss auf die Kursentwicklung, die wir nicht vorhersehen können. Unser Fokus liegt seither auf Junior-Produzenten und Explorationsgesellschaften. Diese Fokussierung wird auch mit Blick auf unser Musterdepot bzw. unsere Empfehlungsliste deutlich. Hier haben wir einen direkten Zugang zu den Vorständen und können für Sie eine wesentlich konkretere Einschätzung abgeben. Allerdings blicken auch wir über den Tellerrand, insbesondere zur Zahlensaison. Denn die Ergebnisse der weltgrößten Goldproduzenten sind oftmals richtungsweisend für die gesamte Branche.

Worauf kam es im Q3 an?

Wie in Ausgabe 143 bereits angesprochen, lag eine wesentliches Augenmerk weiterhin auf der Reduzierung der Schuldenberge, die die Majors in Folge von teils unsinnigen Übernahmen angehäuft haben. Hier stand vor allem Barrick Gold im Fokus, die bis Jahresende planen, 3 Mrd. US-Dollar an Verbindlichkeiten abzubauen. Gegenwind bekamen die Produzenten von den Rohstoffmärkten. So gab der Preis für Kupfer in der Berichtsperiode um weitere 13% nach. Kupfer ist oftmals ein Beiprodukt, dessen Verkauf hilft, die Produktionskosten zu senken. Produzenten außerhalb der Vereinigten Staaten sollten sich außerdem über Währungseffekte freuen können. So notierte der Goldpreis auf Basis des kanadischen Dollar weiterhin auf sehr hohem Niveau. Aktuell kostet eine Unze des Edelmetalls 1.481 CAD.

Barrick überrascht die Märkte

Überraschungen waren bei dem weltgrößten Goldproduzenten in der Vergangenheit eher negativer Natur. Doch die Kanadier konnten die Analysten-erwartungen weitestgehend schlagen. Ausschlaggebend waren massive Kostensenkungen im dritten Quartal und Währungsgewinne bei den Minen außerhalb der USA. Barrick produzierte im Q3 1,66 Mio. Unzen Gold zu All-In-Kosten von lediglich 771 US-Dollar je Unze. Die Analysten von RBC rechneten mit deutlich höheren Kosten, nämlich 876 US-Dollar. Gesunkene Cashkosten und niedrigere Unterhaltskosten machten dies möglich. Aufgrund eines schwächeren Ergebnisses bei der Tochtergesellschaft Acacia Mining (ehemals African Barrick), musste allerdings die Guidance für das Gesamtjahr minimal reduziert werden, von 6,1 bis 6,4 Mio. Unzen auf 6,1 bis 6,3 Mio. Unzen Gold. In Sachen Schuldenabbau mache man zudem Fortschritte. Barrick geht weiter davon aus, bis zum Jahresende rund 3 Mrd. US-Dollar an Verbindlichkeiten abgebaut zu haben (akt. 1,9 Mrd. US-Dollar). Dies soll zum Teil durch weitere Assetverkäufe realisiert werden. Durch den Schuldenabbau erhofft sich Barrick im kommenden Jahr rund 145 Mio. US-Dollar an Zinsen zu sparen.

Goldcorp: Ergebnisse missfallen

Während die Ergebnisse von Barrick bejubelt wurden, konnte Goldcorp den Markt nicht überzeugen. Der Goldproduzent konnte seine Produktion im Vergleich zum Vorjahr nur marginal um 1,6% steigern. Die All-In-Kosten je Unze Gold lagen bei 848 US-Dollar. Ohne Abschreibungen hätten diese bei 802 US-Dollar gelegen. Eigentlich ein gutes Ergebnis, doch All-In Kosten von 1.028 US-Dollar je Unze bei der Red Lake Mine trübten die Laune. Goldcorp hat seine Guidance für 2015 jedoch bestätigt. So soll die Produktion im Gesamtjahr am oberen Ende der ausgegebenen Spanne von 3,3 bis 3,6 Mio. Unzen liegen. Auf der Kostenseite rechne man weiter mit All-In-Kosten von 850 bis 900 US-Dollar je Unze Gold. Auf Grund der Abschreibungen musste Goldcorp im Q3 einen Verlust von 192 Mio. US-Dollar ausweisen. Operativ lief es dagegen jedoch gut. Die Anleger straften den Titel dennoch ab. Am Donnerstag ging es um über 10% nach unten. CEO Chuck Jeannes mahnte Investoren nicht auf die nackten Zahlen, sondern auf die grundlegende Produktionsperformance zu achten. Die Majors machen Fortschritte. Noch ist nicht alles Gold was glänzt, aber die Richtung stimmt.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 144

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Bild: Barrick Gold
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