Donnerstag , 24 September 2020

Aktie der Woche: Platinum Group Metals – VWs Katalysatoren brauchen Platin

Auch in dieser Woche wollen wir Ihnen abermals einen alten Bekannten erneut vorstellen. In Ausgabe 102, also vor rund zehn Monaten, besprachen wir unter dem Titel „Bombe geplatzt“ zuletzt die Aktie von Platinum Group Metals, kurz PTM. Unser Votum damals: „Kurz- bis mittelfristig sehen wir derzeit keine Chance, mit dem Papier Geld zu verdienen. PTM kommt auf die Watchlist und wird womöglich erst Ende 2015 kurz vor Produktionsbeginn interessant.“ Die Strategie könnte nun aufgehen. Erfreulich, zumindest aus Anlegersicht, ist die Tatsache, dass die Aktie seit dem 10. Dezember 2014 um 57% eingebrochen ist. Wir bekommen heute also mehr als die doppelte Anzahl Aktien für das gleiche Geld. Trotzdem: das Risiko ist heute mindestens genauso hoch, wenn nicht vielleicht sogar größer.

Abgasskandal ein Faktor

Der aktuelle um Volkswagen herrschende Abgasskandal hat auch Auswirkungen auf den Rohstoffmarkt. Denn in modernen Katalysatoren werden unter anderem Platin und Palladium verbaut. Platin kommt hierbei primär in Katalysatoren für Dieselmotoren zum Einsatz, während Palladium hauptsächlich in Katalysatoren für Ottomotoren verwendet wird. Auf Grund der Ängste der Anleger, dass Kunden in Zukunft weniger Dieselfahrzeuge nachfragen werden, fiel der Platinpreis in den letzten Tagen auf ein neues 5-Jahrestief bei 899 US-Dollar je Unze. Palladium hingegen feiert aktuell ein preisliches Comeback und konnte sich von seinem 5-Jahrestief im Sommer dieses Jahres bei 532 US-Dollar je Unze auf heute 709 US-Dollar kräftig erholen. Wir halten den Preisverfall bei Platin für übertrieben, denn VW bestätigte jüngst, dass es bei manchen Modellen nicht mit einem reinen Softwareupdate getan sei. Manche Fahrzeuge würden neue Injektoren und vor allem Katalysatoren brauchen. Bei 11 Mio. betroffenen Fahrzeugen dürfte der Bedarf an Platin wohl nicht allzu gering ausfallen. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis der Markt, allen voran die Analysten, dies verstanden haben wird.

Nachrichtenfluss dünn

Einen Grund für das hohe Risiko sehen wir bei PTM bei der dürftigen Kommunikation mit den Aktionären. Die letzte, substanzielle Pressemitteilung stammt vom 22. Juli. Ein Update zum Baufortschritt gab es zuletzt am 15. Juli. Damals war der Minenbau zu 82,9% vorangeschritten. Ein Update ist also überfällig. Ein Investment zum jetzigen Zeitpunkt kommt zwar mit einem höheren Risiko einher, man könnte sich aber vor der breiten Masse platzieren und so ein paar extra Renditepunkte einheimsen.

Produktionsbeginn in Q4

Nach jetzigem Kenntnisstand plant PTM also weiter mit dem Start der Produktion vom Western Bushveld Joint-Venture-Projekt in Südafrika für das vierte Quartal. Die Baukosten für die Mine liegen bei knapp 500 Mio. US-Dollar, während die Marktkapitalisierung von PTM derzeit lediglich rund 189 Mio. US-Dollar beträgt. Im vierten Quartal plane man außerdem einen 40 Mio. US-Dollar-Kredit von Sprott Resource Lending anzuzapfen. Die voraussichtlichen Produktionskosten für die vier Elemente Platin, Palladium, Rhodium und Gold geben die Kanadier derzeit mit durchschnittlich 625 US-Dollar je Unze an. Weiterhin geht PTM davon aus, dass die ersten beiden Jahre, die sogenannte Ramp-Up-Phase, sein werden, in denen man die Produktion sukzessive steigern werde. Für 2016 plane man die Produktion von 116.000 Unzen und 2017 von 185.000 Unzen. Danach sollen konstant mindestens 250.000 Unzen pro Jahr gefördert werden.

Neubewertung mit Produktionsstart

Auf Grund der Ungewissheit ist das Risiko nach wir vor sehr hoch. Auch könnten massiv einbrechende Absatzzahlen für Diesel-PKW den Platinpreis weiter belasten.

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Bild: Platinum Group Metals

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