Mittwoch , 4 August 2021

Aktie der Woche: MVV Energie: Wenig Fantasie, viel Solidität

Die großen deutschen Energiekonzerne leiden unter der Energiewende. Sie müssen ihre Geschäftsmodelle den neuen Gegebenheiten anpassen, verbuchen dadurch Umsatzverluste und haben hohe Kosten durch Investitionen. Die Betreiber von Kernkraftwerken sind hiervon besonders betroffen, schließlich hat die Regierung Merkel den Ausstieg beschlossen. Doch es gibt auch Unternehmen, die von den aktuellen Entwicklungen profitieren. Zum Beispiel: MVV Energie.

Ausbau der erneuerbare Energien

Denn die Kurpfälzer setzen auf thermische und erneuerbare Energien. Beim „grünen Strom“ spielen sowohl die Windenergie als auch die Nutzung von Biomasse und Biomethan eine Rolle. Zudem werden die Bereiche Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung ausgebaut. Zuletzt gab das Unternehmen den Bau eines Biomasse-Kraftwerks in England bekannt. 30 Kilometer südöstlich von London sollen insgesamt 140 Mio. Euro für eine Netto-Leistung von rund 23 MW investiert werden. Der Betriebsbeginn ist für das Frühjahr 2015 geplant. Als Brennstoff dient Altholz aus dem lokalen Umfeld der Anlage. Sie kann den Strombedarf von etwa 60.000 Haushalten decken sowie die Industrie durch Kraft-Wärme-Kopplung mit Wärme versorgen.

Schwerpunkt Deutschland

England ist neben Tschechien der einzige Auslandsmarkt, in dem MVV Energie aktiv ist. Den weitaus größten Teil der Umsätze macht das Unternehmen in Deutschland, wobei man zahlreiche Beteiligungen an kleineren Stadtwerken hält. Und hier lief es im ersten Halbjahr (bis 31.3.) insgesamt ordentlich. Trotz eines schwierigen Umfelds stiegen die Erlöse um 6,7% auf 2,23 Mrd. Euro. Der SDAX-Konzern profitierte dabei vom langen Winter. Das EBIT blieb mit 180 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr zeigt sich der Vorstand dennoch pessimistisch. „Es war ein guter Start in ein schwieriges Jahr“, so CEO Georg Müller. Der Vorstandschef rechnet für 2012/13 mit einem leichten Rückgang beim operativen Ergebnis von 5%. Dafür verantwortlich ist zum einen die Strompreisentwicklung. Zum anderen aber beeinträchtigten Schäden in den Heizkraftwerken Mannheim und Leuna die Wärmeerzeugung.

Analysten pessimistisch

Die Aktie hat nach dem typischen, saisonalen Anstieg vor der Dividendenzahlung kräftig verloren. Aktuell bildet sie einen Boden bei etwa 22 Euro aus. Im Laufe des Jahres könnte das Papier sukzessive anziehen. Dabei könnte der von der EnBW angestrebte Verkauf seiner Anteile (15%) für Unterstützung sorgen, erhöht er doch den Freefloat auf etwa ein Drittel. Der größte Aktionär ist übrigens die Stadt Mannheim mit 50%. Die Analysten sind für die Aktie (22,30 Euro; DE000A0H52F5) pessimistisch: Kaufen will auf diesem Kursniveau offenbar keiner. Die Gewinnschätzungen liegen je Anteil bei 1,18 bis 1,42 Euro. Im besten Fall entspricht das einem KGV von 15. Die Dividendenrendite beträgt rund 5%.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 31 DES INVESTOR MAGAZINS.

Bild: MVV Energie

Check Also

Gold – Da ist der Startschuss!

Der Goldpreis kämpft weiterhin mit seiner 200 Tage-Linie. Unser Gastautor Florian Grummes von Midas Touch …