Dienstag , 15 Juni 2021

Francotyp-Postalia: Solide und dividendenstark

Das Briefgeschäft ist in den heutigen Zeiten mit Mails und dem Austausch über soziale Netzwerke kein einfaches. Insbesondere in der privaten Kommunikation hat der Brief weitestgehend ausgedient. Dafür ist die Nachfrage bei Unternehmen nach wie vor stabil, und das hat seinen Grund. Mahnungen, Rechnungen oder auch Werbebotschaften werden weitgehend noch auf Papier überbracht. Und diese Prozesse gilt es kostenbewusst zu managen. Führend in diesem Bereich ist die Francotyp-Postalia (2,55 Euro; DE000FPH9000). Das Unternehmen aus Birkenwerder bei Berlin ist hier schon seit insgesamt 80 Jahren aktiv. Den größten Teil des Umsatzes macht es mit Frankier- und Kuvertiermaschinen. Daneben bietet man alle Dienstleistungen rund um die physische und elektronische Briefkommunikation an. Dazu gehören die Abholung von Geschäftspost, Oursourcing-Lösungen oder die Optimierung interner Prozesse.

Neue Finanzierungsstruktur

Mit dieser Aufstellung setzte Francotyp-Postalia im vergangenen Jahr 165,6 Mio. Euro um. Die EBIT-Marge lag bei soliden 5,5%, unterm Strich verblieb ein Nettogewinn von 4,1 Mio. Euro. Zuletzt konnte das Unternehmen erhebliche Fortschritte machen. Das vierte Quartal lief ebenso wie die Monate Januar bis März gut, wie mitgeteilt wurde. Zudem wurde die Guidance für das laufende Jahr (EBITDA: 22 Mio. Euro) bestätigt. Dem Management ist es darüber hinaus gelungen, die Finanzierungsstruktur zu verbessern. Nachdem man in den letzten vier Jahren bereits die Nettoschulden um 10 Mio. Euro auf 27,2 Mio. Euro gesenkt hat, gelang es nun, bestehende Darlehen durch einen neuen Konsortialkredit zu ersetzen. Das Volumen ist mit 45 Mio. Euro deutlich höher, zudem sinkt die jährliche Tilgung um 2 auf 3 Mio. Euro. Das lässt dem Unternehmen mehr Spielraum.

Solide und attraktiv

Francotyp-Postalia kann mit dieser Aufstellung in den nächsten Jahren vor allem im Markt für kleine und mittlere Unternehmen mit neuen Diensten wie der Abholung, Sortierung und Konsolidierung der Ausgangspost sowie mit elektronischen Hybridmail-Lösungen solide wachsen. Uns gefällt, dass drei Viertel der Einnahmen wiederkehrend sind. Das verleiht der Geschäftsentwicklung viel Visibilität. Dazu kommt die attraktive Bewertung: Die Aktie kommt für 2013 auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,25, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 8 und dürfte 2014 bis auf 6 sinken. Die Dividendenrendite beträgt derzeit 6%. Sie dürfte sich angesichts der erwarteten Gewinnsteigerungen erhöhen. Die Analysten von Warburg Research sehen großes Potenzial für die Aktie und haben ein Kursziel von 5 Euro ausgegeben.

Mittelfristig gute Perspektive

Das Papier ist mit einer Marktkapitalisierung von 40 Mio. Euro ein klassischer Nebenwert, den viele Investoren noch wiederentdecken müssen.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 26 DES INVESTOR MAGAZINS
Bild: Francotyp-Postalia AG

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