Montag , 25 März 2019
Fabasoft: Der nächste Cloud-Übernahmekandidat?

Fabasoft: Der nächste Cloud-Übernahmekandidat?

“Fabasoft ist ein europäischer Hersteller von Standard-Softwareprodukten für das Erfassen, Strukturieren, Bearbeiten, Freigeben, Aufbewahren und Auffinden von elektronischen Dokumenten.“ Langweiliger kann man sich kaum auf seiner eigenen Webseite vorstellen als die Fabasoft AG (8,15 Euro; AT0000785407) aus Linz. Doch offensichtlich steht das Management des österreichischen Softwarenunternehmens auf Understatement. Nicht anders ist zu erklären, warum Fabasoft nicht aktiver mit seiner Unternehmensstory an die Börsenöffentlichkeit tritt. Denn in Fabasoft steckt mehr als nur Standard-Dokumentenmanagement, Monitoring oder Software für den Compliance-Alltag.

Die Cloud sorgt für Fantasie

Denn das rund 200 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen hat inzwischen auch seine Produkte in Sachen Cloud optimiert. Und darin steckt derzeit viel Fantasie. Unternehmen, die hier eine führende Stellung einnehmen, kommen schnell auf Gewinnmultiples von 20 oder mehr. Die Investoren sehen darin die Zukunft des Softwaregeschäfts, denn in der Datenwolke können Unternehmen flexibler agieren und Kosten sparen. Fabasofts Cloudprodukte ermöglichen es Unternehmen, weltweit auf die Daten zuzugreifen. Der Kunde wählt dabei selbst, ob seine Daten in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz gespeichert werden. Mit dieser Aufstellung ist Fabasoft unseres Erachtens aber auch ein potenzieller Übernahmekandidat. In der Branche werden derzeit sehr hohe Preise für entsprechende Titel bezahlt. Mögliche Käufer aus Deutschland wären sicherlich Cancom oder der Handelsriese Bechtle. Für einen Ausländer wäre Fabasoft eine Einstiegsmöglichkeit in den deutschsprachigen Raum. Ein möglicher Bieter müsste zudem wohl nur einen Großaktionär, die Fallmann & Bauernfeind Privatstiftung, überzeugen, die rund zwei Drittel der Anteile hält. Dahinter stecken die Gründer des Unternehmen, Leopold Bauernfeind und Helmut Fallmann. Aktuell befinden sich zudem etwa ein Viertel der Anteile im Streubesitz.

Erneute Dividendenerhöhung

Mit seinem Business-Modell fährt Fabasoft erfolgreich: Im Ende März beendeten Geschäftsjahr 2013/14 wurden 25 Mio. Euro eingenommen, was einem Umsatzsprung von 8,2% entspricht. Bei den Gewinnkennzahlen gelangen sogar deutlich größere Wachstumsraten: das EBIT wurde von 0,3 auf 2,1 Mio. Euro versiebenfacht. Den kompletten Geschäftsbericht will das Unternehmen am morgigen Donnerstag veröffentlichen. Da kommt es wohl auch auf den Ausblick an, wie die Reise weitergeht. Eins steht aber bereits fest: Angesichts der guten Entwicklung werden der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 30. Juni eine Dividendenerhöhung von 0,38 Euro auf 0,42 Euro je Aktie vorschlagen. Damit weist das Papier auf dem aktuellen Kursniveau eine attraktive Dividendenrendite von exakt 5% aus. Daneben überzeugt die fast schuldenfreie Bilanz mit liquiden Mitteln von 13,3 Mio. Euro zum Stichtag. Zieht man diesen Betrag vom Börsenwert von 42 Mio. Euro, ist die Bewertung des Unternehmens noch ausbaubar.

Geringer Aktienhandel

Klar ist jedenfalls, dass im operativen Geschäft eine Menge Potenzial steckt. Selbst ohne einen Übernehmer eignet sich Fabasoft als solider Wert für ein langfristig aufgebautes Depot. Zumal das Unternehmen viele Kunden aus dem Bereich der öffentlichen Hand hat. Aufgrund des überschaubaren Handelsvolumens in Xetra sollten Sie aber limitiert ordern:

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Bild: Fabasoft
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