Dienstag , 15 Juni 2021

Südafrika: Streik der Goldminenarbeiter

Südafrika bleibt ein heißes Pflaster. Nachdem 2012 die Platinminen bestreikt wurden und bei Auseinandersetzungen mindestens 44 Menschen ums Leben kamen, steht ein erneuter Arbeitskampf der Arbeiter in den Goldminen bevor. Erst vor wenigen Wochen kam es bereits zu Arbeitsniederlegungen in der  Bau- und Automobilindustrie, von denen unter anderem BMW betroffen war. Bereits 2012 ist die jährliche Goldproduktion in Folge von Arbeitsmaßnahmen auf ein Rekordtief von 170 Tonnen gefallen. Dies ist der niedrigste Stand seit 1905. 2012 betrug Südafrikas Anteil an der weltweiten Goldproduktion nur noch 6%. Gespräche zwischen den Unternehmen, vertreten von der Kammer für Bergbau und der Gewerkschaft NUM, die 64% der 120.000 Arbeiter vertritt, scheiterten vergangenen Freitag. Am Dienstag machten die Unternehmen ein letztes Angebot, die Gehälter zwischen 6 und 6,5% zu erhöhen. NUM fordert allerdings Gehaltssteigerungen von 60%. Die Firmen wiesen diese Forderungen jedoch als unrealistisch zurück. Viele produzieren bereits heute auf Grund von Kostenexplosionen am Rande der Profitabilität. So liegen zum Beispiel AngloGold Ashantis All-in Cashkosten aktuell bei rund 1.300 US-Dollar je Unze Gold. Des Weiteren könnte ein kompletter Stillstand der Produktion Südafrikas bis zu 35 Mio. US-Dollar pro Tag kosten. Insbesondere die bereits schwächelnde Wirtschaft des Landes dürfte weiter ins Straucheln geraten. Die Politik versucht dies zu verhindern, da auch die Textilarbeiter und Tankstellenangestellte wohl kurz davor stehen, die Arbeit niederzulegen. Von den Streiks werden vor allem die vier größten Produzenten des Landes betroffen sein:  AngloGold Ashanti, Gold Fields, Harmony Gold und Sibanye. 

Update: Der Streik wurde am 09.09.2013 beigelegt. Beide Seiten einigten sich auf Lohnerhöhungen um 8%.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 42

Bild: AngloGold Ashanti Limited

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