Sonntag , 12 Juli 2020

Editorial vom 09.07.2014

Liebe Leser!

Sieben zu Eins! Ein historisches Fußballspiel zwischen Brasilien und Deutschland hat auch uns mehr als beeindruckt und in seinen Bann gezogen. So ein Erfolg ist natürlich mit vielen Faktoren verbunden, hat aber auf die Kapitalmärkte, wie so mancher stets vor großen Turnieren unkt, keinen Einfluss. Mit harten Zahlen lässt sich der Triumph aber schon belegen. Denn gestern standen sechs Spieler in der Startelf, die im Jahr 2009 die U21-Europameisterschaft für Deutschland gewonnen hatten. Auch Titelverteidiger Spanien hatte im letzten Jahrzehnt immer wieder mit Junioren-Teams große Erfolge gefeiert und konnte mit den dann fertigen Profis im Weltfußball kräftig abräumen. Insofern macht es sich im Sport bezahlt, auf die Jugend zu setzen. Und das lässt sich wunderbar mit Zahlen begründen. Denn der DFB und die deutschen Profi-Clubs stecken inzwischen mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr in die Jugendarbeit. Wenn dann auch noch ein kopfloser Gegner kommt, dann kann alles zusammenpassen. So wie gestern Abend.

Alcoa liefert und macht Hoffnung

Nur wenige Minuten nach dem Anpfiff der Partie wird so mancher Börsianer aber kurz noch einmal auf sein Smartphone geschaut haben. Denn Alcoa eröffnete gestern nach Börsenschluss in New York die Zahlensaison in den USA. Der vom deutschen Klaus Kleinfeld geführte Aluminiumkonzern enttäuschte die Anleger nicht. Der Gewinn lag im zweiten Quartal mit +138 Mio. US-Dollar über den Erwartungen der Analysten. Als Hauptgrund sehen viele den Strategieschwenk bei dem Traditionskonzern. Statt nur noch Aluminium zu liefern, und sich damit den Schwankungen des Marktpreises auszuliefern, produziert das Unternehmen nun auch fertige Aluminiumteile, die mit höheren Margen direkt an die Auto- und Flugzeugindustrie verkauft werden. Man kämpft sich also in der Wertschöpfungskette voran. Alcoa hat damit zumindest für einen guten Auftakt in der Berichtssaison gesorgt. Wenn in den nächsten Tagen weitere US-Konzerne gute Zahlen liefern sollten, könnte das die schlechte Stimmung der vergangenen Tage an den europäischen Börsen wegzaubern. Zuletzt gab der DAX kräftig nach und konnte bisher nur mit Mühe und Not wichtige charttechnische Unterstützungsmarken halten. Ein Hinweis in Sachen Fußball sei noch gestattet: Sollte Deutschland am Sonntag im Endspiel auf Argentinien treffen, dann träte die derzeit gesündeste Wirtschaft Europas (vielleicht der Welt?) gegen eine Ökonomie am Abgrund an. Denn der argentinische Staat steht einmal mehr mit dem Rücken zur Wand und kurz vor der Pleite. Mit dem Ergebnis des Spiels wird dieser Gegensatz aber definitiv nichts zu tun. Darauf kann man sich verlassen.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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